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Erinnerungsprojekt in Heimerzheim: Die Menschen sollen ihre persönlichen Flutgeschichten erzählen

Erinnerungsprojekt in Heimerzheim : Die Menschen sollen ihre persönlichen Flutgeschichten erzählen

In Heimerzheim entsteht eine Dokumentation über die Flutkatastrophe. In Fotos und den individuellen Erlebnissberichten soll die Erinnerung erhalten bleiben.

Schäden an Fassaden, Fenster, die in leere Räume führen, Menschen, die bei Regen nervös die Bäche im Blick halten: Es wird noch Monate und Jahre brauchen, um die sichtbaren Folgen der dramatischen Flutkatastrophe in alle betroffenen Dörfern zu beseitigen. Ähnlich lang wird es dauern, die psychischen Folgen zu verarbeiten. Vergessen werden soll diese Zeit aber nie.

Daher gilt es für das Gedächtnis der gesamten Gemeinde Swisttal und ihrer Ortschaften, die Ereignisse dieser größten Katastrophe ihrer Geschichte festzuhalten und zu dokumentieren. Dieses Projekt haben sich Dirk und Justin Restel von der Heimerzheimer PicFiart gemeinsam mit der in Swisttal lebenden Produktionskoordinatorin Evi Baumgartner vorgenommen.

Nach dem Kalender folgt ein Buch

Die beiden Fotografen Dirk und Justin Restel, Vater und Sohn, hatten bereits im vergangenen Jahr einen Fotokalender mit lokalen Motiven herausgebracht und über die BookCompany vertrieben.

Für 2022 haben sie wieder einen Swisttaler und Heimerzheimer Fotokalender sowie ein Fotobuch über Heimerzheim zusammengestellt. Es sind Bilder von vor der Flut. Mit dem Verkaufserlös wollen die Fotografen vom Hochwasser betroffene Heimerzheimer Kindergärten unterstützen.

Die Heimerzheimer kommen selbst zu Wort

Das neue Projekt soll nun dokumentieren, wie sich der Ort verändert hat. Vater Dirk (45) übernimmt dazu selbst das Design und Composing. Gleich am Tag nach dem akuten Geschehen vom 14. Juli hatte er begonnen, bei Rundgängen durch Heimerzheim alles zu fotografieren, vom Zustand der Straßen und Gebäude bis zur Arbeit von Betroffenen und Helfern. Seither hält er die jeweilige Entwicklung im Bild fest.

Doch es soll nicht nur bei seinen eigenen Eindrücken in Fotografien bleiben. Vater und Sohn Restel planen, die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen.

„Wir möchten die Menschen erzählen lassen, wie sie alles ab Mittwoch, 14. Juli, erlebt haben, wie es ihnen ergangen ist“, sagt Dirk Restel.

Eine Dokumentation in Bild und Wort

Über die reine Foto–Dokumentation hinaus soll das Buch die Geschichten der Menschen erzählen, in Wort und Bild. Durch die sozialen Medien ist Evi Baumgartner auf das Vorhaben aufmerksam geworden. Die in Swisttal lebende Produktionskoordinatorin hat schon an zahlreichen Fernsehfilmen, Dokumentationen und Reportagen mitgewirkt sowie einige eigene Filme gemacht.

Mit der passenden Ausrüstung und Erfahrung wollen Restel und Baumgartner gemeinsam als Team zu den Menschen gehen, die ihre Geschichte erzählen möchten - auf Wunsch auch ohne Nennung des Namens.

Offizielle Stellen will das Team ebenfalls einbinden und zu Wort kommen lassen. Sie denken an die Freiwillige Feuerwehr, die Bürgermeisterin oder freiwillige Helfer.

Die Katastrophe soll vollständig bis 2023 vollständig dokumentiert werden

„Es soll ein tatsächliches Zeitdokument werden“, sagt Dirk Restel. Und das braucht Zeit, auch, weil die Katastrophe noch lange nicht bewältigt ist, aber vollständig dokumentiert werden soll. Vorgesehener Erscheinungstermin ist daher 2023, die Frist für Informationen und Geschichten entsprechend bis zum 31. August 2022.

„Uns reicht die Zusage, dass jemand dabei sein möchte. Wir möchten schon jetzt die Kontakte knüpfen“, so Dirk Restel. Wenn andere betroffene Ortschaften ein solches Projekt realisieren wollen, sei das in einem weiteren Band möglich.

Über die Erstattung der direkten Kosten hinaus will das Team daran nichts verdienen. Der Erlös von Büchern und DVDs soll als Spende wieder in den Aufbau investiert werden.

Kontakt für alle, die bei der Dokumentation mitwirken möchten: flut.heimerzheim@picfiart.de. Die Kalender aus Heimerzheim gibt es unter www.picfiart.de/shop