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Bauarbeiten sorgen in Heimerzheim für Ärger : Die Straße am Fronhof ist schon wieder gesperrt

Bauarbeiten sorgen in Heimerzheim für Ärger : Die Straße am Fronhof ist schon wieder gesperrt

Im Heimerzheimer Zentrum lässt die Gemeinde die Bushaltestelle behindertengerecht umbauen. Kritik wird am Informationsfluss geübt.

Bauarbeiten am Fronhof in Heimerzheim und die damit verbundene Sperrung für den Verkehr sorgen bei Bürgern für Unmut. Im Ortszentrum wird seit Montag über den barrierefreien Umbau der Haltestelle hinaus auch das Areal für die Außengastronomie aufgewertet und erweitert. Seither ist die Straße Am Fronhof für den Verkehr und für das Parken gesperrt. Nur Anlieger und Anlieferer dürfen die Straße passieren. Die Kritik entzündet sich am Zeitpunkt, an dem die Arbeiten begannen, und an angeblich fehlenden Informationen für Anwohner und Anlieger.

Gemeinde informiert Anwohner eine Woche vor Baustart

 „Vor dem Hintergrund, dass der Fronhof erst kürzlich wegen anderer Bauarbeiten einige Wochen lang komplett gesperrt wurde und Gewerbetreibende sowie Gastronomie gerade stark gebeutelt sind, erwarte ich ein sensibleres und vorausschauenderes Agieren“, moniert Ratsherr Tobias Leuning (SPD). Es sei mehr als ärgerlich, dass Anwohner und Anlieger erst an dem Tag erfahren hätten, an dem schon erste vorbereitende Maßnahmen getroffen wurden.

„Auf jeden Fall kommt weniger Kundschaft“, haben Fachverkäuferinnen der Bäckerei Lennartz seit Wochenbeginn festgestellt. Sie führen das vor allem darauf zurück, dass es keine Parkplätze mehr gebe, zumal die meisten Kunden morgens mit dem Auto kämen. Auch an den Tischen im Außenbereich mache sich schon ein Rückgang bemerkbar. Karolina Schulz von der Frohnhof-Apotheke konnte bislang noch keinen Unterschied zu den Wochen zuvor feststellen, allerdings sei es in den Sommerferien ohnehin ruhiger. Den barrierefreien Ausbau der Haltestellen befürwortet Ramon Braun, Inhaber der Frohnhof-Apotheke, prinzipiell. Auch seien die Sommerferien eine gute Zeit dafür. „Unsere Kunden finden auch so den Weg zu uns, sonst kommen wir zu ihnen mit unseren Botendiensten und den digitalen Möglichkeiten, die wir in der Corona-Zeit ausgeweitet haben.“ Andere Branchen hätten es allerdings schwerer.

Bushaltestelle ist Knotenpunkt

Fachgebietsleiter David Henninghaus hatten im Bau- und Vergabeausschuss am 3. Juni angekündigt, dass Am Fronhof in den Sommerferien umgebaut werde. Die Bushaltestelle sei Knotenpunkt für den gesamten Swisttaler ÖPNV und insbesondere für die Schülerbeförderung, erläuterte Bernd Kreuer, Sprecher der Gemeinde, auf Anfrage. „Gleich nach den Ferien muss die Bushaltestelle wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen.“

Wegen der Formvorschriften für Ausschreibung und Vergabe sei die Ausschreibung zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht absehbar gewesen seien. Die verkehrsrechtliche Genehmigung ist laut Kreuer am Freitag, 19. Juni, gegen Mittag bei der Gemeinde eingegangen, drei Tage später sei die Abstimmung mit der Baufirma erfolgt und am 23. Juni die Anwohner und Geschäftsleute informiert worden. Schon am 18. September 2019 habe die Verwaltung die betroffenen Grundstückseigentümer in einer Versammlung informiert.

Mitarbeiter des Fachgebietes Infrastruktur und Wirtschaftsförderer Martin Koenen seien inzwischen als Ansprechpartner im Ort unterwegs und hätten Anregungen der Anlieger aufgenommen und umgesetzt. Demnach soll der Durchgang für Fußgänger in einer Art Brücke durch die Baustelle gewährleistet werden. Das Parkproblem für Mitarbeiter soll durch die Ausgabe von Parkkarten gelöst werden, mit denen sie als Ausnahmegenehmigung ohne Einschränkung auf dem Veltenplatz parken dürfen.