Mehr Platz für Orbach und Swist Diese Projekte plant der Erftverband für den Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis · Der Erftverband plant etliche Projekte in den nächsten Jahren. So werden die Klärwerke Miel und Heimerzheim stillgelegt. Auch die Umgestaltung des Orbachs in Odendorf und die Renaturierung der Swist werden vorangetrieben.

Saubere Gewässer und eine bessere Gewässerstruktur, die Zukunft der Klärwerke und die Renaturierung von Erft und Swist waren einige der Themen bei der Jahrespressekonferenz des Erftverbandes im Gruppenklärwerk Euskirchen-Kessenich. Klar wurde noch einmal, dass der Verband mit der Stilllegung seiner Klärwerke auch in Zukunft konsequent fortfahren wird. So werden die Werke in Miel 2019 und Heimerzheim 2022 ausgedient haben.

Wie Vorstand Norbert Engelhardt erläuterte, werden die Abwässer aus Miel und seinem Einzugsgebiet (11.000 Einwohner) dann ins vier Kilometer entfernte Gruppenklärwerk Flerzheim geleitet, wobei die Trassenführung des Verbindungskanals – der Baubeginn ist Mitte 2018 geplant – entlang öffentlicher Wege führen wird. Investition: 4,6 Millionen Euro. Dabei wird bisher mit einer einjährigen Bauzeit gerechnet.

Ausbau des Gruppenklärwerks

Im Zuge der Baumaßnahme soll auch das Gruppenklärwerk in Flerzheim (bisher 50.000 Einwohner) grundüberholt und ausgebaut werden, um künftig die Abwässer von 61.000 Einwohnern fassen zu können. So werden bis Mitte 2018 für 1,05 Millionen Euro unter anderem eine Betonsanierung der Faultürme, der Stege und des Treppenturms durchgeführt, die Faulturmumwälzung und die Gashauben erneuert sowie die Faulbehälterbeschickung programmtechnisch optimiert. Im kommenden Jahrzehnt werden auch die Abwässer aus dem Einzugsbereich Heimerzheim mit Straßfeld, Ollheim und Dünstekoven (10.700 Einwohner) in die Kläranlage Euskirchen-Kessenich (ausgelegt für 130.000 Einwohner) fließen. Wann mit einer konkreten Planung begonnen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Beginnen wird der Erftverband allerdings voraussichtlich im Oktober 2017 mit dem Neubau eines 133 Meter langen Mischwasserkanals unter den Gleisen am Meckenheimer Bahnhof. Für 1,2 Millionen Euro wird der Kanal mit einer Breite von einem bis 1,5 Metern Durchmesser vom Ende der Kalkofenstraße Richtung Rheinbacher Straße verlegt.

Umgestaltung des Orbachs

Im Masterplan 2025 fest verankert ist auch die Umgestaltung des Orbachs in Odendorf ab 2019. 1969/70 als Hochwasserschutz gebaut und als solcher immer noch völlig ausreichend, so Engelhardt, sei er allerdings in seiner jetzigen Form ein Wanderungshindernis für wassergebundene Organismen. Als „schönes Projekt“ bezeichnete Engelhardt daher diese Maßnahme, die eine Gemeinschaftsaufgabe von Gemeinde und Erftverband sei – 2016 wurde zwischen beiden eine Verwaltungsvereinbarung zur Umsetzung des Projekts geschlossen – und ökologische und städtebauliche Gesichtspunkte berücksichtige.

Die Planungen sind schon fortgeschritten. Während die linke Mauer erhalten bleiben soll – „ob mit oder ohne Verblendung, weiß man noch nicht“, so Engelhardt –, wird das rechte Mauerwerk bis auf eine kleine Stützmauer im oberen Bereich abgetragen und durch eine Böschung ersetzt , „damit das Flüsschen mehr Platz hat. Diese Maßnahme geht auch auf den Wunsch der Gemeinde und der Einwohner zurück“, sagte der Verbandsvorstand. Welche Konsequenzen dies für den künftigen Autoverkehr entlang des Flüsschens haben wird, soll noch mit den Einwohnern diskutiert werden. „Unsere Ziele sind eine Erlebbarkeit und städtebauliche Aufwertung des Gewässers“, betonte Engelhardt.

Renaturierung der Swist

Als eine Aufgabe, „die uns in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird“ bezeichnete der stellvertretende Vorstand Bernd Bucher die weitere Renaturierung der Swist zwischen der Kläranlage Miel und der B 56. Auf einer Länge von 350 Metern wurde bisher Totholz eingebaut, zudem wurde im Februar an der Swist eine kleine neue Gewässerstrecke angelegt, damit die Fließgeschwindigkeit des Flusses sich eigendynamisch entwickeln kann. In diesem Bereich hat der Erftverband auch eine etwa 50 Hektar große Retentionsfläche samt Auenwald angelegt, die große Mengen Swistwasser aufnehmen kann und so die Heimerzheimer vor Hochwasser schützen soll.

Hochwasserschutz fängt indes schon zu Hause an. Wie Hausbesitzer ihre Häuser und Keller trotz Überflutung bei einem Rückstau im Kanal oder bei Überschwemmung trocken halten können, zeigt der Erftverband in einem Film. Dieser ist im Internet zu sehen.

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