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Schulsituation in der Voreifel: Eine Anmeldung fehlt der Gesamtschule Swisttal noch

Schulsituation in der Voreifel : Eine Anmeldung fehlt der Gesamtschule Swisttal noch

Die Initiatoren sind kurz vor dem Ziel: 99 Anmeldungen gibt es bereits, noch eine, dann kann der Startschuss für die neue Gesamtschule in Swisttal fallen.

Es fehlt nur noch eine Anmeldung, dann kann die Gesamtschule Swisttal in Heimerzheim eingerichtet werden. Bis Donnerstag lagen nach Auskunft von Gemeindesprecher Bernd Kreuer 99 Anmeldungen vor, 100 müssen es sein. Die Gemeinde ist zuversichtlich, auch diese eine Anmeldung noch zu bekommen.

Mit den zehn Anmeldungen aus der Nachbargemeinde Weilerswist wäre das Ziel bereits früher erreicht worden. Doch diese Anmeldungen zählen nicht, denn der Weilerswister Gemeinderat hat sich bereits im vergangenen Jahr gegen eine „Beschulungsvereinbarung“ mit Swisttal ausgesprochen. Die Politik in Weilerswist befürchtet, dass zu viele Schüler nach Swisttal abwandern, wenn dort eine Gesamtschule entsteht und so die eigene Gesamtschule im Bestand gefährdet.

Zehn Familien appellieren an Bürgermeisterin Horst

Zehn Familien aus Weilerswist wollen sich allerdings mit dieser Sachlage nicht abfinden. Sie möchten ihre Kinder auf die Gesamtschule in Heimerzheim schicken und haben eine Online-Petition an Bürgermeisterin Anna-Katharina Horst initiiert, die bis Donnerstagabend von rund 250 Bürgern unterzeichnet wurde. Darin heißt es: „Zehn Familien aus der Gemeinde Weilerswist stehen vor der Hürde, nicht zu wissen, wie und wo ihre Kinder zur Schule gehen können. Alle Versuche, Frau Horst zu überzeugen, diese Unterschrift zu leisten, sind gescheitert. Alle anderen umliegenden Gemeinden haben den Vertrag unterzeichnet! Auch würde eine Ausnahmeregelung für das Schuljahr 2021/22 ausreichen.“ Auf Nachfrage des GA im Weilerswister Rathaus zu der Petition hieß es, die Bürgermeisterin sei an den Ratsbeschluss gebunden. Sie könne nicht eigenmächtig eine Vereinbarung mit der Gemeinde Swisttal unterzeichnen.

25 Anmeldungen aus Swisttal in Rheinbach

Eine Beschulungsvereinbarung besteht hingegen zwischen Swisttal und der Stadt Rheinbach. Das heißt: Schüler aus beiden Kommunen können sich auch an Schulen in der jeweils anderen Kommunen anmelden. An der Gesamtschule Rheinbach ist das Anmeldeverfahren bereits abgeschlossen. Schulleiterin Elke Dietrich-Rein verzeichnete 166 Anmeldungen für die Eingangsklassen 5, konnte aber nur 135 Schülerinnen und Schüler für die fünf Eingangsklassen aufnehmen. Sie musste also 31 Kinder ablehnen.

Unter den Anmeldungen seien etwa 25 Kinder aus Swisttal gewesen. Die Aufnahme erfolge nach festgelegten Kriterien: So würden Geschwisterkinder bevorzugt, auf ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter sei zu achten, und die Leistungsheterogenität spiele eine Rolle. Das heißt: Es werden nicht nur Einser-Schüler genommen, das gesamte Notenspektrum soll sich in der Schülerschaft spiegeln.

Der Wohnort des Kindes spielt keine Rolle

Keine Rolle spielt laut Schulleiterin Elke Dietrich-Rein der Wohnort des Schülers oder der Schülerin. Deshalb könne sie auch keine Rücksicht auf die geplante Einrichtung einer Gesamtschule in Swisttal nehmen und etwa aus diesem Grund Swisttaler Kinder ablehnen, damit diese sich an der eigenen Gesamtschule in Heimerzheim anmelden. Dabei würde sie eine Gesamtschule in der Nachbargemeinde Swisttal sehr begrüßen, denn sie entlaste ihre eigene Schule.