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Swisttaler Autor: Florian Richter veröffentlicht sein neues Buch

Swisttaler Autor : Florian Richter veröffentlicht sein neues Buch

In der Novelle „Pierre und Monique“ geht es um Liebe in Paris, einen Massenmörger und - Knödelteller. Denn Autor Florian Richter ließ sich die Themen von seinen Facebook-Followern vorschlagen.

Der Rheinbacher Hexenturm bei Nacht. Hierhin hat sich Pierre zurückgezogen und hängt seinen Erinnerungen an Monique, an Paris und eine vergangene Liebe nach. Denn: „Er ein Massenmörder, sie ein Polizistin. Wie sollte das gutgehen?“ Findet ihn Monique in Rheinbach vielleicht sogar wieder? Antworten darauf gibt der Swisttaler Autor Florian Richter in seinem neuen Werk „Pierre und Monique“.

Dabei wusste er beim Schreiben zu Beginn selbst nicht, in welche Richtung seine Geschichte gehen würde. Denn für jedes Kapitel gab es neue Vorgaben über Facebook. Entstanden ist das Werk aus einer Idee, um mit einer kleinen Schreibblockade umzugehen. Nach einem Gedichtband, einem Buch mit Kurzgeschichten und den Kindergeschichten um „Mats und die Rennwürmer“ wollte der Heimerzheimer Autor weitermachen. „Aber der innere Schweinehund war zu stark“, beschreibt er es.

Schließlich setzte er auf die Gemeinschaft seiner Facebook-Follower. Für den Valentinstag bat er um Wortvorschläge. Jeder dieser Begriffe sollte dann in einer neuen Geschichte vorkommen. Das Thema „Liebe“ habe bei dem Datum nahegelegen, so seine Feststellung. Entsprechend gab es die Wörter „Sehnsucht“, „Lieblingsmensch“ und „Paris“. Aber auch Ausreißer wie „Massenmörder“ und „Knödelteller“ schlug die Gemeinschaft vor.

Richter liefert Geschichte noch am selben Tag

Richter nahm die Herausforderung an. In einem ursprünglich als Kurzgeschichte gedachten Text stellte er schließlich Pierre vor, der einst mit Monique in Paris glückliche Paare verfluchte. Die Follower bekamen die Geschichte noch am Valentinstag per Video vorgelesen. Und die Rückmeldungen waren positiv, Richter setzte daher das Projekt fort. Ungefähr zweimal pro Woche bat er um neue Wörter.

Wenn die Kinder abends im Bett waren, ging es ans Schreiben, immer ein Kapitel. War es fertig, konnten Interessierte es bei Facebook live anhören. Bis zu 20 Begriffe bekam er stets, dabei waren auch schon einmal „Klofrau“ oder „Geschlechtskrankheit“. Wohin die Handlung führen würde, zeigte sich so erst mit der Zeit. „Ungefähr nach dem dritten Kapitel hatte ich ein Ende im Blick“, erinnert sich der Autor. „Ich hatte ein negatives Ende vorgesehen. Es sollte sich eine Anti-Liebesgeschichte entwickeln.“

Nicht unverständlich, schließlich ist Pierre ein Serienmörder, der es nach eigenen schlechten Erfahrungen auf Liebespaare abgesehen hat. Die Corona-Krise ließ Richter allerdings etwas umdenken. In dieser Zeit brauche es auch gute Nachrichten. Für Mörder und Polizistin gibt es vielleicht doch Hoffnung. Dafür musste er im letzten Kapitel neben „Sonnenscheinfrühstück“ auch „kopflos“ und „Lycopersicum esculentum“, den Namen einer Tomatensorte, unterbringen.

Originaltext noch einmal überarbeitet

Beeindruckt und motiviert hat Richter immer die Resonanz der Follower. Obwohl er die Geschichte ja nach und nach vorlas, kamen schon bald die ersten Fragen nach einem Buch. Und er erfüllte den Wunsch. Für die nun im Selbstverlag erschienene Novelle hat er die Texte allerdings noch einmal überarbeitet. „Die Wörter sind aber alle dringeblieben“, betont er.

„Pierre und Monique“ ist damit sein viertes Buch. Zum Schreiben fand Richter erst spät, ist als Verwaltungsmitarbeiter beruflich sonst eher ein „Zahlenmensch“. Als Autor legt sich der 40-jährige Heimerzheimer nicht auf ein Genre fest. Außerdem erzählt Richter auf Facebook immer wieder von den morgendlichen Begegnungen mit seinem „Zombie im Spiegel“. Seine Bücher sind auf seinem eigenen Webshop www.die-wortfiliale.de erhältlich.

„Pierre und Monique“: Florian Richter, Books on Demand, ISBN-13: 9783750471320, sieben Euro.