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Flutfolgen: Heimerzheimer Grundschülern droht mehr als 20 km Pendelei

Flutfolgen für Heimerzheimer Schule : Grundschülern droht mehr als 20 Kilometer Pendelei

Die Folgen der Hochwasserflut belasten die Heimerzheimer Grundschüler. Wo werden sie nach den Ferien unterrichtet? Die Frage ist weiterhin nicht beantwortet. Am schlimmsten Fall müssten zwei Jahrgänge jeden Tag weit reisen.

Kurz vor dem Ende der Herbstferien ist weiterhin offen, wo die Heimerzheimer Grundschüler unterrichtet werden sollen. Wie berichtet, geht die schichtweise Nutzung des Gesamtschulgebäudes durch Grund- und Gesamtschüler nicht weiter. Die Grundschüler sollten zumindest teilweise wieder im von der Flut betroffenen Gebäude der Swistbachschule unterrichtet werden. Allerdings gibt Probleme – und möglicherweise müssen einige Grundschüler nach den Ferien mehr als 20 Kilometer zum Unterricht pendeln.

Wie berichtet, ist auch das Gebäude der Swistbachschule durch das Hochwasser schwer beschädigt worden. Die Gemeindeverwaltung hatte in der Folge ein Gutachten über mögliche Schadstoffbelastungen der Räume erstellen lassen. Nun liegen die Ergebnisse vor, nach dem zumindest der Altbau der Swistbachschule nicht nutzbar ist.

Allerdings: Auch Eltern haben ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse indes noch ausstehen. Falls dieses einen ähnlichen oder gar noch schlimmeren Befund ausweist, könnte es dazu kommen, dass Grundschüler nach Wachtberg pendeln müssen. Zumindest ist das eine von zwei Varianten, die die Gemeinde in einem Elternbrief vorgestellt hat.

Mehrere Sofortmaßnahmen liegen auf dem Tisch

Bei der Untersuchung der Swistbachschule haben Raumluftmessungen auf Schimmelpilze im Altbau unterschiedliche Ergebnisse ergeben. Das Dachgeschoss ist demnach unbelastet, im ersten Obergeschoss sind aber erhöhte Mengen der Gattungen Aspergillus/Penicillium festgestell worden. Gemessen hatten die Gutachter in einem Klassenraum, einem Besprechungsraum und dem Lehrerzimmer.

Ihr Fazit: Als Sofortmaßnahmen wird die luftdichte Einhausung der betroffenen Räume, das Aufstellen von Luftreinigern sowie das Reinigen, luftdichte Verpacken und Auslagern des Inventars empfohlen. Zumindest diese Räume sollten nur noch mit Schutzausrüstung betreten werden. Die Nutzung des Außengeländes, für das eine Reinigung der Spielgeräte empfohlen wird, und des ersten Obergeschosses des Neubaus wurden von den Gutachtern allerdings als unbedenklich eingestuft.

Damit bestätigt sich teilweise, was die Elternschaft schon befürchtet hatte: Die Schule ist nicht unbelastet. Um ganz sicher zu gehen, hatten die Eltern ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse aus Bodenproben und Luftmessung werden sie noch bekannt geben. Im Elternbrief der Gemeinde, der dem General-Anzeiger vorliegt, deutet die Gemeinde aber an, dass „das von den Elternvertretern der Swistbachschule eingeholte Gutachten eine Gesundheitsgefährdung in allen Bereichen erkennen ließe“.

Jeden Tag nach Berkum?

Je nachdem, wie dieses Gutachten letztendlich ausfällt, stellt die Gemeinde im Elternbrief zwei Szenarien für den Schulstart nach den Ferien vor: Ist eine Nutzung des ersten Obergeschosses des Neubaus möglich, ziehen dort das erste und zwei Schuljahr ein. Die Gesamtschule rückt weiter zusammen und nimmt das dritte und vierte Schuljahr der Grundschule auf. Die OGS-Betreuung erfolgt dann im Obergeschoss der Swistbachschule.

Spricht jedoch das Elterngutachten gegen die Nutzung der Swistbachschule insgesamt, würden die erste und zweite Klasse in die zur Verfügung stehenden Räume der Gesamtschule ziehen, um wohnortnah beschult zu werden. Die dritten und vierten Klassen müssten allerdings in Räumen der Hans-Dietrich-Genscher Gemeinschaftshauptschule in Wachtberg-Berkum unterrichtet werden. Die Gemeinde würde dafür einen Buspendelverkehr einrichten. Die OGS könnte zur Betreuung die kleine Turnhalle der Gesamtschule nutzen, bis zumindest ein Teil der Containeranlage eingerichtet ist.

Warten auf die Container

Wie berichtet, ist sind Container die Lösung, die die Swistbachschule eigentlich ersetzen soll. Allerdings hat wiederum ein Bodengutachten ergeben, dass der vorgesehene Standort neben der Gesamtschule aufwendiger vorbereitet werden muss als erwartet. Daher verzögert sich die Fertigstellung der Container bis voraussichtlich Weihnachten.

Ein von den Eltern vorgeschlagener Alternativstandort für die Container sowie ein Zelt als Zwischenlösung wurden bereits verworfen. Der Schichtbetrieb mit der Gesamtschule war ebenfalls nicht weiter durchführbar. Die Gemeinde möchte die Eltern nun über die endgültige Schulsituation informieren, sobald das Gutachten der Elternschaft vorliegt.