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Fruchthof Hensen in Swisttal: Erntehelfer sollen am Wochenende nach Rumänien fliegen

Corona bei Hensen in Swisttal : Erntehelfer vom Fruchthof sollen am Wochenende nach Rumänien fliegen

Trotz Quarantäne: Mit einem Hygienekonzept wird die Ernte auf dem vom Coronavirus betroffenen Fruchthof Hensen fortgesetzt. Erntehelfer, die zurück in ihre Heimat wollen, sollen noch am Wochenende einen Flug bekommen.

Von den mehr als 320 Mitarbeitern des Fruchthofs Hensen in Mömerzheim sind 20 positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ralf Hensen geht nach dem Erntestopp von einem Millionen-Verlust aus. Zudem berichtete er vom Unmut der größtenteils aus Rumänien stammenden Saisonarbeiter, die wegen der geltenden Quarantäne nicht zurück in ihre Heimat können.

Landrat Sebastian Schuster und Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner sind zuversichtlich, kurzfristig eine Lösung finden zu können. „Wir arbeiten mit weiteren Behörden mit Hochdruck daran, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht bleiben möchten, noch am Wochenende einen Rückflug nach Rumänien zu ermöglichen“, teilten sie am Mittwochnachmittag mit. Dafür müssten nicht nur die Einreisemodalitäten geklärt, sondern unter anderem auch ein differenziertes Hygienekonzept für den Transfer zum Flughafen und das Einchecken beziehungsweise die Sicherheitskontrollen am Terminal abgestimmt werden. Wichtigste Voraussetzung für eine Rückreise sei allerdings, dass die zweiten Abstriche, die diesen Donnerstag genommen werden, negativ ausfallen.

Fruchthof Hensen: Saisonkräfte dürfen Erdbeeren pflücken und verarbeiten

Mit den Saisonarbeitern, die auf dem Hof bleiben, soll die Erdbeerernte trotz Quarantäne fortgesetzt werden, sagte Hensen dem GA am Dienstag. Schuster und Kalkbrenner sind sehr froh, „dass wir dem Betrieb, der selbst alles unternommen hat, um bestmögliche hygienische Voraussetzungen zu schaffen, eine Perspektive aufzeigen können“. Das „engmaschige Hygienekonzept“ sei auch mit dem Amt für Lebensmittelüberwachung des Rhein-Sieg-Kreises abgestimmt worden. Dieses sehe vor, dass alle Kontaktpersonen, die negativ getestet und symptomfrei sind, arbeiten können, wenn sie dazu bereit sind.

Zu den Vorgaben gehöre, dass alle eingesetzten Mitarbeiter das Abstandsgebot von zwei Metern auch bei der Ernte konsequent einhalten und täglich zu Arbeitsbeginn Auskunft über mögliche Symptome geben müssen. Außerdem müssen sich alle Erntehelfer jedes Mal die Hände desinfizieren, bevor sie eine neue Stiege mit rund zehn „Körbchen“ befüllen. „Überall dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, zum Beispiel an den Abgabestellen, geben wir außerdem den Einsatz von FFP2-Masken vor, um den optimalen Eigenschutz der Erntehelferinnen und Erntehelfer sicherzustellen“, erläuterte Rainer Meilicke, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Ralf Hensen hatte gegenüber dem GA bereits darauf hingewiesen, dass die Einhaltung der Abstandsregeln bei der Ernte schwierig wird.