„Gefahr im Verzug“ Warum die Gemeinde Swisttal viele Bäume fällen muss

Swisttal · In Swisttal soll eine größere Zahl Bäume gefällt werden. Für die Maßnahmen, die in der Bürgerschaft erfahrungsgemäß für Unmut sorgt, führt die Verwaltung Gründe an.

 Rund um das Gelände der Firma Althausen in Odendorf stehen hohe Bäume. Nicht alle sind noch standsicher, daher sollen sie gefällt werden.

Rund um das Gelände der Firma Althausen in Odendorf stehen hohe Bäume. Nicht alle sind noch standsicher, daher sollen sie gefällt werden.

Foto: Juliane Hornstein

Die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner wählte im Umweltausschuss drastische Worte, um die Situation zu beschreiben: „Es ist Gefahr im Verzug.“ Sie meinte die Tatsache, dass auf einem Grundstück der Gemeinde in Odendorf, in direkter Nachbarschaft zur Biogasanlage Althausen, kranke Bäume stehen. Bei Sturm könnten sie auf das Betriebsgelände stürzen und dort Schäden verursachen. Deshalb müssten die Bäume in den nächsten Tagen gefällt werden.

Kalkbrenner wies auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde hin. Die Fällungen seien mit dem Landesbetrieb Wald und Holz abgestimmt und müssten vor dem Beginn Brutzeit der Vögel, also bis Ende Februar durchgeführt werden. Es sind vorwiegend Ulmen und Bergahorn, die von der Rußrindenkrankheit befallen sind.

Zahl der betroffenen Bäume nicht bekannt

Die Maßnahme an der Biogasanlage erstreckt sich laut Information der Gemeinde über eine Länge von etwa 190 Metern entlang der westlichen Grenze zum Betriebsgelände und etwa 140 Meter entlang der südlichen Grenze. Entlang dieser Abschnitte sind Teile des Waldbestandes von der Infektionskrankheit betroffen, die durch einen Pilz ausgelöst wird. Die Anzahl der betroffenen Bäume kann die Gemeinde nicht nennen, weil die fachgutachterliche Sichtung und Bewertung durch das Regionalforstamt und dem beauftragten Unternehmen an Ort und Stelle noch erfolgen soll.

Neben dieser Gefahrenstelle hatten sich die Ausschussmitglieder vor der Sitzung noch weitere Bäume angeschaut, die entfernt werden müssen. Die Linde auf dem Schulhof der Heimerzheimer Grundschule bleibt stehen. Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, den Baum würde bis auf einen „Tischfuß“ zu kappen, weil er Schäden am Schulgebäude verursachen könnte. Der Umweltausschuss entschied aber nach einer Ortsbesichtigung an der Schule anders. Die drei Stämme sollen weiter oben gekappt werden, um Schäden am Gebäude zu verhindern. Ansonsten sei die Linde so vital, dass von ihr keine Gefahr für die Schulkinder ausgehe, erläuterte Ausschussvorsitzender Hanns Christian Wagner (CDU).

Auf dem Spielplatz am Jülicher Ring in Odendorf werden nach einstimmigem Beschluss des Ausschusses nur zwei der fünf besprochenen Bäume gefällt: ein Ahorn und eine Hainbuche direkt an der Hauswand eines Nachbarhauses. Der Obstbaum daneben und zwei weitere Hainbuchen bleiben erhalten. Und auf Vorschlag von Monika Wolf-Umhauer (FDP) wird auf einem vorgelagerten Beet ein Schatten spendender Ersatzbaum gepflanzt, ein zweiter auf einem anderen Spielplatz.

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