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Swisttal kauft den Dietkirchenhof: Gemeinde zahlt 225.000 Euro für die alte Hofanlage in Buschhoven

Swisttal kauft den Dietkirchenhof : Gemeinde zahlt 225.000 Euro für die alte Hofanlage in Buschhoven

Für den Dietkirchenhof im Buschhovener Ortskern zahlt die Gemeinde 225 000 Euro. Nun soll die denkmalgeschützte Anlage zu neuem Leben erweckt werden.

Von außen wirkt der Dietkirchenhof zwischen Alter Poststraße und Am Burgweiher recht unscheinbar. Aber die Größe, die Lage und das Jahr der Erbauung lassen erahnen, dass sich hinter der Fassade ein Juwel befindet, das nur noch zum Diamanten geschliffen werden muss. Der denkmalgeschützte Hof mit seinem Wohnhaus aus dem Jahr 1793 und seinen teils ebenfalls denkmalgeschützten Nebengebäuden, ehemaligem Schweine-, Pferde- und Kuhstall liegt zentral gelegen im Buschhovener Ortskern.

Die Gemeinde Swisttal hat die seit 2016 leer stehende Hofanlage am Toniusplatz für 225 000 Euro erworben. Mit dem Kauf will die Kommune die Gestaltung der Ortsmitte in die Hand nehmen. In dieser neuen Strategie sind sich Verwaltung und Rat fraktionsübergreifend einig: Entwicklungsmöglichkeiten sollen nicht mehr abhängig von Investoren sein, sondern von der Gemeinde selbst aktiv gestaltet werden.

Wie der Dietkirchenhof künftig genutzt werden soll, wird noch zu definieren, abzustimmen und zu planen sein. Aber: „Der Hof bietet viel Potenzial. Wir möchten auf jeden Fall hier viel Leben haben und dass hier jeden Tag was los ist“, sagte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner an Ort und Stelle. Beim Ortstermin dabei waren auch Nicole Eichmanns vom Team Gemeindeentwicklung sowie Christina Havemann und Andreas Schmickler vom Team Technisches Gebäudemanagement, Planung, Bauen, Unterhaltung der Gemeindeverwaltung.

Hof soll multifunktional genutzt werden

Wichtig ist aber, dass noch zu definierende Nutzungen des Dietkirchenhofs in den Prozess des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) einbezogen werden, weil damit Fördermittel generiert werden sollen. Denn der historische Dietkirchenhof „zählt zu den zentralen Entwicklungselementen des Dorfkerns“, wie Kalkbrenner erklärte. „Aufgrund der Lage und Größe bietet das Objekt in vielfacher Hinsicht Potenzial für verschiedenste Nutzungsformen.“ Nicht zuletzt in Verbindung mit dem Feuerwehrgerätehaus am Toniusplatz, das ebenfalls der Gemeinde hört, wenn die Feuerwehr dort aus- und in ihr neues Zuhauses Am Fienacker einzieht. Wie Nicole Eichmanns erläuterte, sei mit den Arbeitskreisen des laufenden offenen DORV-Beteiligungsprozesess zur Ortskernentwicklung Buschhovens mit einem multifunktionalen Nahversorgungszentrum überlegt worden, ob zum Beispiel ein Dorfladen im Dietkirchenhof etabliert werden könnte.

Allerdings sei ein solcher Laden im dann frei werdenden Feuerwehrhaus am Toniusplatz schneller zu realisieren. Eine Option sei dann zu einem späteren Zeitpunkt ein Umzug eines Dorfladens in den Dietkirchenhof. Auch mit Vertretern der Vereine aus dem Ort sei der Dietkirchenhof schon besichtigt worden, damit sie ihre Ideen und Vorschläge entwickeln und einbringen können. Ein reines Vereinsheim soll der Dietkirchenhof aber nicht werden.

Vielmehr soll der Hof multifunktional genutzt werden, eventuell mit integriertem Bürgerbüro, Seniorenbüro oder Co-Working im Obergeschoss, Probenräume für Chöre, Räume für die Jugendarbeit oder Versammlungs- und Veranstaltungsräume. Im großen Innenhof könnten es auch Open-Air-Kulturveranstaltungen und Konzerte geben. Auf jeden Fall soll ein Café integriert werden nach dem Vorbild des Rheinbacher „Silberlöffels“ im historischen Fachwerkhaus. „Das tut dem Denkmal gut“, sagte Eichmanns. Und es bringe Frequenz.

Architektenbüro erarbeitet  Machbarkeitsstudie

Wichtig sei auf jeden Fall die Öffnung zum Toniusplatz und zum Burgweiher hin. Denn auch im Hinblick auf diese beiden zentralen Orte im Dorfmittelpunkt soll eine Veränderung in Richtung Aufenthaltsqualität geschaffen werden. „Wir wollen auch das Stück Alte Poststraße im Blick haben und den Kreis auch um die evangelische und katholische Kirche und den Toniusplatz ziehen“, kündigte Kalkbrenner an. Zurzeit wird von einem Architektenbüro aus Hilden, das über Erfahrungen mit denkmalgeschützten Gebäuden verfügt, eine Machbarkeitsstudie als Grundlage für den Förderantrag erarbeitet.