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Swisttaler Lesetage: Geschichten von Wölfen, Musik und mutigen Frauen

Swisttaler Lesetage : Geschichten von Wölfen, Musik und mutigen Frauen

Bei den sechsten Swisttaler Lesetagen vom 5. bis 17. Oktober stehen sieben unterschiedliche Lesungen auf dem Programm. Es reicht von Pferdeerzählungen für Kinder bis zu Krimis aus der Region.

Nach all den schlimmen Ereignissen gibt es in den Swisttaler Orten im Oktober auch einmal wieder Gelegenheit, in andere Welten einzutauchen. Denn trotz Pandemie und Hochwasser: Die sechsten Swisttaler Lesetage finden statt.

Sieben Lesungen „von Bürgern für Bürger“ bieten Geschichten für jeden Geschmack und jedes Alter. Die sonst üblichen, besonders ungewöhnlichen Veranstaltungsorte konnte man laut Janine Kunze von der Pressestelle der Gemeinde diesmal zwar nicht nutzen. Gleichwohl fand sich für viele Themen ein angemessener Rahmen.

Ein Akkordeon mit Geheimnis und eine Frau, die 1939 alleine durch Kanada ritt

Den Auftakt macht GA-Redakteur Jörg Manhold mit „#quetsch – das Geheimnis des alten Akkordeons“. Das namensgebende Instrument wird er am Dienstag, 5. Oktober, um 19 Uhr natürlich mit ins Straßfelder Dorfhaus bringen. „Das ist mir zugelaufen“, sagt Manhold über das Akkordeon. Den Journalisten hat die Biographie des Instruments aus einer Siegburger Fertigung interessiert. Auf welche ungewöhnlichen Persönlichkeiten der rheinischen Region er dabei traf, erzählt er bei seiner Lesung. Das eine oder andere Musikstück auf der „Quetsch“ ist dann auch zu hören.

Spannend geht es weiter mit Lokalkrimi-Autor Bernd Schumacher. Er kommt am Freitag, 8. Oktober, um 19 Uhr ins Dorfhaus Ludendorf – und damit an einen Ort, an dem er nach eigener Aussage „eine sehr glückliche Kinderzeit“ verbracht hat. Die Menschen und das Leben in diesem Dorf inspirierten ihn zum Roman „Die Akte Ludendorf“.

Und vielleicht erkennen einige Besucher sogar etwas aus dem Leben dort in den späten 1950er Jahren wieder. Außerdem wird Schumacher – wie bei seinen Lesungen üblich –  eigene Lieder rund um seinen Krimi mitbringen.

Noch etwas weiter zurück ins Jahr 1939 führt Marietta Thien ihre Zuhörer am Montag, 11. Oktober, ab 19 Uhr. Dazu liest sie aus „Ein Mädchen reitet durch Kanada“, dem Tagebuch von Mary Bosanquet, die einst tatsächlich diese ungewöhnliche Reise antrat. Der Velbrück-Verlag hat dieses Buch neu aufgelegt, das laut Thien nicht nur für Pferdefreunde geeignet ist. Immerhin geht es darin auch um die Natur, um die Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen im nördlichen Amerika und den Mut, als junge Frau so eine Reise anzutreten.

Gereist wird auch bei der nächsten Lesung. Wobei es dort so mache Unbill gab. Grausiges Wetter und andere Komplikationen schildert am Mittwoch, 13. Oktober, ab 19 Uhr Klaus-Peter Scholz im Odendorfer Zehnthaus. Der Kulturwart des Zehnthausvereins liest dann aus den Bonner Geschichten, die der GA 1986 herausgebracht hat; so zum Beispiel auch, wie Königin Viktoria zur Einweihung des Beethovendenkmals ins Rheinland kam. Immerhin wird derzeit passend das Beethovenjahr nachgefeiert.

Zum Abschluss lockt Romantik auf Schloss Miel. Tatjana Weichel stellt dort am Sonntag, 17. Oktober, ab  19 Uhr ihren Roman „Bis dann, ich lieb’ dich vor“. Die Geschichte, die zeigt, wie eine Beziehung nach zehn Jahren aussehen kann, war für den Delia-Literaturpreis nominiert. Für die Heimerzheimer Autorin wird es trotzdem ihr erster Auftritt  vor einem Live-Publikum. Bisher fanden Lesungen coronabedingt online statt.

Kinderlesungen mit Pferden und Wölfen

Die Abendveranstaltungen der Lesetage richten sich an Jugendliche und Erwachsene. Für Kinder gibt es zwei eigene Lesungen. Für Sonntag, 10. Oktober, 16 Uhr laden Claudia Janoschka und Krista Ruepp auf den Birkenhof in Essig ein. Mit Schülerin Elisa Bahrouz und vielen Pferden lesen sie szenisch Abschnitte aus Astrid Lindgrens „Mio, mein Mio“.

Tierische Fakten in einem kindgerechten Vortrag gibt es zudem am Samstag, 16. Oktober, ab 16 Uhr auf dem Nabu-Gelände bei Dünstekoven. Gudrun König, Peter Meyer und Günter Aulerbach stellen den Wolf vor – von der Fabelfigur bis zum nun wieder heimischen Tier.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Die Städte- und Gemeindenstiftung der Kreissparkasse fördert die Reihe. Und der Ortsauschuss für Heimat und Kulturpflege Heimerzheim ist erstmals an der Organisation beteiligt. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen ist eine Teilnahme  nur nach Anmeldung an silke.adamek@swisttal.de möglich. Anzugeben sind Namen und Kontaktdaten, bei Gruppen für alle Teilnehmer. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Beginn nach Vorlage der Anmeldebestätigung.