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Fruchthof Hensen: Großer Andrang von Selbstpflückern auf Erdbeerfeldern in Swisttal

Fruchthof Hensen : Großer Andrang von Selbstpflückern auf Erdbeerfeldern in Swisttal

Der Fruchthof Hensen in Swisttal hat seine Erdbeerfelder zum kostenlosen Pflücken freigegeben. Vom Andrang war der Betrieb völlig überrascht, freute sich aber dennoch. Derweil ist die Zahl der Corona-Fälle unter den Angestellten noch weiter gestiegen.

Für den Obsthof in Swisttal, der zunächst von 20 Corona-Infektionen betroffen war, liegen die Ergebnisse der zweiten Testreihe noch nicht komplett vor. Das teilte die Pressestelle des Rhein-Sieg-Kreises am Sonntagnachmittag mit. Das Team des Abstrichzentrums Rheinbach hatte am Donnerstag insgesamt 180 Abstriche genommen. Drei weitere Nachtestungen sind am vergangenen Freitag erfolgt. Bis Freitag waren 159 der insgesamt 183 Abstriche durch das Labor ausgewertet worden, bei zehn Abstrichen wurde das Corona-Virus nachgewiesen. Bei drei der zehn positiven Abstriche handelt es sich um Personen, die bei der ersten Testung in der Vorwoche ein negatives Testergebnis hatten. Am Wochenende sind 16 negative Testergebnisse beim Kreisgesundheitsamt eingetroffen, acht Resultate der insgesamt 183 Tests stehen noch aus.

Auf den elf Hektar großen Feldern des Fruchthofs Hensen in Kleinbüllesheim und in Ollheim pflückten dafür am Sonntag Hunderte Menschen Erdbeeren. „Ich hatte eigentlich nur drei Bekannten Bescheid gegeben“, erzählt Inhaberin Irmgard Hensen. Sie wollte die Felder „zum Naschen und zur Selbsternte“ freigeben, weil in den kommenden Wochen das sogenannte Abmulchen anstehe und möglichst viele essbare Früchte vorher abgetragen werden sollten. „Und wir dachten: Es wäre doch schön, wenn die Menschen von den Erdbeeren profitieren, die wir aufgrund der aktuellen Umstände nun nicht selbst pflücken konnten.“ Die Selbsternte war allerdings nur am Sonntag erlaubt und ist erst einmal nicht für weitere Tage vorgesehen.

Nachdem ein Coronavirus-Fall bekannt wurde, weil eine Saison­arbeiterin des Fruchthofes wegen eines Schlaganfalls ins Marien-Hospital nach Euskirchen eingeliefert worden war, mussten alle Arbeiten auf dem Hof gestoppt werden. Die Frau aus Rumänien, die seit dem 5. Juni in Swisttal ist, wurde in der Klinik positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Sie hatte keine Symptome. Die Hensens hatten den Fall umgehend ans Kreisgesundheitsamt gemeldet. Seit Freitag, 17. Juli, stehen alle unter Quarantäne. Bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Corona-Fälle hatte Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner gesagt, dass überlegt werde, was mit den reifen Erdbeeren auf den Feldern geschehe. Mit Ernte, Verarbeitung und Auslieferung könne laut ihr erst wieder begonnen werden, wenn alle weiteren Tests negativ blieben und die Erkrankten genesen seien. Kalkbrenner hatte angeregt, dass Freiwillige aus der Bevölkerung helfen könnten. 

Zuvor hatte sich auch Rudolf Hensen, der wie seine Frau Irmgard negativ getestet worden ist, zu Wort gemeldet. „Wir wissen zurzeit nicht, wie es weitergehen kann“, so Hensen. Denn wenn die Früchte anfingen zu faulen, dann steckten sie die anderen an. Dass Menschen aus der ganzen Region über den Tag verteilt anreisen und pflücken, damit hatte Irmgard Hensen nicht gerechnet. Dennoch war es laut Hensen für die Menschen problemlos möglich, Abstand zu halten: „Die Reihen liegen nicht so nah beieinander und es sind eben auch riesige Felder.“ Das zeigte sich auch vor Ort, nach GA-Informationen hielten die Menschen auf den Feldern ausreichend Abstand. Hensen sagte, sie freue sich einfach, dass sie unverhofft so vielen Menschen eine Freude machen konnte.