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Grundschule Heimerzheim: Swistbachschule wird nicht in Zelten untergebracht

Swistbachschule : Unterbringung der Grundschule Heimerzheim in Zelten scheitert

Die Grundschüler der Swistbachschule in Heimerzheim sollten in einer Zeltstadt untergebracht werden. So war der Plan. Allerdings lässt er sich nicht umsetzen.

Die Swistbachschule sollte in einer Zeltstadt untergebracht werden. So war der Plan. Allerdings lässt er sich nicht umsetzen. Der Grund sind Sicherheitsprobleme.

Wie in der Ratssitzung am Dienstagabend besprochen wurde, gibt es Probleme mit Brandschutz, Fluchtwegen, Blitzschutz und der Sicherheit von zwei notwendigen Tausend-Liter-Heizöltanks auf dem Gelände.

Alternative bis Dezember notwendig

Nun ist eine neue Alternative für die Zwischenzeit notwendig. Und die wäre nach Vorstellung der Gemeindeverwaltung die Unterbringung von zehn Klassen im Obergeschoss des von der Flut stark betroffenen Gebäudes am Swistufer sowie sechs weiterer Klassen in der Gesamtschule. Wie im Rat mitgeteilt wurde, soll dazu geprüft werden, ob die einst von der OGS genutzten Dachgeschossräume in der Swistbachschule ebenfalls als Klassenräume dienen könnten. Für die OGS kommen drei Räume unter der Mensa der Gesamtschule infrage. Für die Nutzung der Mensa wäre ein Busshuttle für die Grundschulkinder denkbar.

„Wir können mit der Zeltlösung die Sicherheit für die Kinder einfach nicht in den Griff bekommen“, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. Statiker hätten aber das Grundschulgebäude schon freigegeben, Proben auf eventuelle Belastung von Luft und Flächen sollen noch diese Woche beauftragt werden. Der komplette Schulhof soll mit mehr als 60 Grad heißem Wasser abgesprüht werden.

Baugenehmigung notwendig

Verkleidungen dienen dazu, dass die Kinder „die Baustelle nicht sehen“, und natürlich werde es keine Bauarbeiten während Unterrichtszeiten geben. Parallel werde weiter „intensiv an der Containerlösung“ gearbeitet, so die Bürgermeisterin. Aber diese werde erst zum 13. Dezember zur Verfügung stehen. Ziel sei, bis dahin vom derzeitigen Wechselunterricht für die Schüler von Grundschule und Gesamtschule wegzukommen, den die Schulaufsicht moniert hatte.

Wie die Bürgermeisterin schilderte, sei die Verwaltung bei den letzten Gesprächen mit Schulleitung und Elternschaft noch von der Zeltlösung ausgegangen. Allerdings habe es danach am vergangenen Freitag ein Treffen mit dem Zeltanbieter gegeben, das die komplexe Problematik offenbart habe. So sei ein Aufbauplan für die Zelte notwendig, den man zwar für zehn Zelte bekommen habe. Es würden aber rund 20 von jeweils etwa 72 Quadratmetern Größe gebraucht. Dafür reiche die Anmeldung sogenannter „fliegender Bauten“ nicht aus. Es ist eine Baugenehmigung notwendig – und dafür wiederum ein Brandschutzkonzept.  Dafür müssten die Abstände zwischen den Zelten auf fünf bis sechs Meter erhöht werden. Jedes Zelt habe zudem nur eine Tür, was Probleme mit der Fluchtsituation ergebe.

Bürgermeisterin spricht von Entmutigung

Weitere Gefahren gibt es laut der Bürgermeisterin, weil den Zelten der Blitzschutz fehle, sowie bei der Schneelast, die aber in hiesiger Region vernachlässigt werden könne. Nicht zu vernachlässigen hingegen seien Komplikationen mit der Kanalisation sowie das von den beiden je tausend Liter großen Öltanks ausgehende Gefährdungspotential. Zumal diese während der Heizperiode alle zwei Tage betankt werden müssten. Zudem sei trotz der festen Wände der Zelte angesichts des Holzbodens zu befürchten, dass sie im Winter nicht warm genug werden. Und das abschüssige Gelände müsste aufbereitet werden.

„Wir waren durch all das einigermaßen entmutigt“, räumte Kalkbrenner unumwunden ein. Und letztlich sei sie sich mit dem Beigeordneten Tobias Weingartz und den Mitarbeitern der Schulverwaltung im Rathaus einig: „Wir sehen nicht ernsthaft, dass wir die Zeltlösung tatsächlich umsetzen können.“

Unterbringung im Kloster nicht umsetzbar

Die Unterbringung von sechs Klassen im nahen Alten Kloster anstatt in der Gesamtschule, wie von Ratsvertretern vorgeschlagen, sei laut Verwaltung geprüft, aber als nicht durchführbar verworfen worden, ebenso Alternativen in Nachbarkommunen.

In der Ratssitzung waren Eltern und Schulleitung als Zuhörer anwesend und hatten Fragen gestellt. Die Bürgermeisterin beantwortete sie. Im Gespräch soll Eltern und Schulleitung die Alternative noch einmal vorgestellt werden.

Pläne für Um- und Neubauten

Auch die Ratsmitglieder besprachen die Pläne. „Ich sehe die missliche Lage und möchte deshalb die Alternative nicht so sehr kritisieren“, sagte Tobias Leuning (SPD), „aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen.“ Hanns Christian Wagner (CDU) fand, dass „Zelte nicht als abenteuerliches Provisorium dienen“ könnten, es müsse jetzt prioritär an der Herstellung der Räume in der Swistbachschule gearbeitet werden.

Die Gemeinde Swisttal hatte vor dem Hochwasser schon Pläne für Um- und Neubauten. Die Gesamtschule soll ein komplett neues Gebäude bekommen. Danach soll das bisherige Gebäude am Blütenweg als neue Grundschule umgebaut werden.