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Kirche Sankt Martinus in Ollheim wird saniert

600 000 Euro Kosten : Kirche Sankt Martinus in Ollheim wird saniert

Knapp 600 000 Euro kostet die Sanierung der Kirche Sankt Martinus in Ollheim. Die Risse im Gewölbe müssen verschlossen werden.

Ein ganz schönes Gewicht müssen Kirchtürme aushalten. Nicht allein beim bloßen Tragen der Glocken. Noch viel mehr, wenn die Glocken beim Geläut ins Schwingen kommen. Die drei Glocken im Turm von Sankt Martinus in Ollheim bringen es auf etwa 2,5 Tonnen, wenn sie im Festgeläut erklingen, berichtet Kirchenvorstandsmitglied Heiner Meurs. „Diese Kräfte belasten die Mauern des Turms enorm“, sagt er.

Es war die horizontale Bewegung, die auf die Wände ging, wie Diplom-Ingenieurin Jennifer Graf-Weber erläutert. Dies letztlich so sehr, dass aus Sicherheitsgründen Stahlträger zur Verstärkung eingebaut werden mussten. Zusätzliche Unterzüge in Andreaskreuzform wurden eingezogen. Bei der Bauabnahme nach Fertigstellung der Sicherungsmaßnahme erklang das Geläut probeweise unter Beobachtung von Diplom-Ingenieurin Graf-Weber und des beauftragten Metallbauers Manfred Moll. Die schweren Stahlträger waren in dem Fachbetrieb vorgefertigt worden.

Vor Ort in Ollheim waren noch einmal 80 Arbeitsstunden notwendig, so Metallbauer Moll. Ein schweres Stück Arbeit im wörtlichen Sinn war dabei die Beförderung der 4,40 Meter langen Träger in den Glockenstuhl. In voller Länge wäre das nicht möglich gewesen, deshalb waren sie in zwei Stücke geteilt worden. In die erste Etage bis zur Orgelempore wurden die Stahlträger per Muskelkraft befördert. Weiter jedoch über die enge Turmstiege war das auf diese Weise nicht mehr zu bewerkstelligen. So kam ein Elektroaufzug zum Einsatz, mit dessen Hilfe die Träger durch eine kreisrunde Öffnung im Zwischenboden hochbefördert wurden.

Renovierung beginnt am 10. Januar

Die Bauabnahme der Verstärkung durch Stahlträger im Glockenturm war zugleich der Auftakt zur Renovierung der Kirche Sankt Martinus. „Die Causa ist Substanzsicherung“, sagte Kirchenvorstandsmitglied Meurs. Denn quer durch das Gewölbe des Kirchenschiffs laufe ein langer Riss. „Dem müssen wir auf den Grund gehen“, erklärte er. Immerhin sei die Kirche auf einem Gräberfeld der Vorgängerkirche errichtet worden und stehe so „auf verfülltem und gewachsenem Boden nebeneinander“. Ingenieurin Graf-Weber konnte aber schon etwas beruhigen: Es wurden Gipsmarken gesetzt, um mögliche Bewegungen beobachten zu können. „Es tut sich nichts mehr“, hat die Ingenieurin festgestellt. Dennoch müssen die Risse verschlossen werden durch Verpressen.

Die Maßnahme ist vom Erzbistum Köln genehmigt, das von insgesamt knapp 600 000 Euro Kosten ebenso wie die Bezirksregierung Köln aus der Denkmalförderung und die Kirchengemeinde selbst einen Teil übernimmt. Allein 120 000 Euro entfallen auf das Gerüst. Und wenn das schon mal stehe, werde die Gelegenheit für einen Anstrich genutzt. Die Kirchengemeinde hat das Geld laut den Kirchenvorstandsmitgliedern Meurs und Emil Betzler aus dem Verkauf eines Grundstücks im Erweiterungsgebiet der Firma Hündgen. Start der Renovierung ist am 10. Januar.