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Neue Begegnungsstätte in Odendorf: „Leben mit Autismus“ eröffnet ein Eiscafé an der Odinstraße     

Neue Begegnungsstätte in Odendorf : „Leben mit Autismus“ eröffnet ein Eiscafé an der Odinstraße     

In dem integrativen Café des Vereins „Leben mit Autismus“ gibt es ab diesen Samstag italienisches Speiseis aus Naturprodukten und essbare Löffel mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Noch sind die großen Fenster mit Sichtschutz versehen. Aber im Inneren des Hauses an der Odinstraße 17 in Odendorf hat sich in den vergangenen Wochen viel getan.  In seiner ehemalige  Geschäftsstelle eröffnet der Verein „Leben mit Autismus“ diesen Samstag ein Eiscafé mit Frühstücks-Bistro, in dem Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten werden.

„Es ist keine Eisdiele im herkömmlichen Sinn“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Schumacher. „Vielmehr ist es eine integrative Begegnungsstätte, mit Frühstücks- und Eiscafé, in der auch Menschen mit Behinderung die Möglichkeit haben, im ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein. Sie werden hier im Service ebenso wie in der Logistik arbeiten.“ Im Café soll es auch Veranstaltung wie Bingo- oder Filmabende, Lesungen oder Kunstausstellungen geben.

Neue Wände und barrierefreie Sanitäranlagen

Nachdem die Geschäftsstelle mit Copyshop in neue Räume wenige Meter weiter an die Frankenstraße 6a umgezogen ist, haben Handwerker an der Odinstraße seit November vergangenen Jahres unter anderem neue Wände eingezogen und barrierefreie Sanitäranlagen eingebaut. Der Raum mit der großen Glasfront wurde effektvoll mit Steinwänden verblendet. Die große Eistheke hat dank des Rheinbacher Lackier-Fachbetriebs Monkos & Janek eine Verblendung in Beige erhalten. Eine Presse für die Herstellung von Spaghetti-Eis wartet ebenso auf ihren ersten Einsatz und eine Siebträgermaschine wird für Kaffee, Espresso, Cappuccino & Co. sorgen.

In Corona-Zeiten wird zunächst auf eine große Eröffnungsfeier verzichtet. Schumacher kündigt aber an, dass man diese zu einem späteren Zeitpunkt nachholen werde. Am Samstag ab 11 Uhr wird italienisches Speiseeis aus Naturprodukten ohne Zugabe von Konservierungsstoffen verteilt, das ein Hersteller aus Köln liefert. Bei Eislöffeln, Eisbechern und Geschirr wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: Plastik ist tabu, stattdessen gibt es essbare Eislöffel in verschiedenen Geschmacksrichtungen und biologisch abbaubare Becher und Trinkhalme.

Wegen Corona zunächst nur Außengastronomie möglich

Bedingt durch die Corona-Pandemie wird zunächst auf die Innengastronomie verzichtet. Es soll zurzeit nur Thekenverkauf und eine Außengastronomie ohne Bedienung geben. Nach den Sommerferien wird dann morgens von 6.30 bis 10 Uhr Frühstücks-Service angeboten. „Zu sehr zivilen Preisen“, um Arbeitnehmern und Schülern ein gesundes Frühstück zum Mitnehmen zu ermöglichen, wie Schumacher und Birgit Pahlke erläuterten. Die Konditorei-Fachverkäuferin wird die fachliche Leitung, Betriebswirtschaftsstudent Jannis Kasiaras die geschäftliche Leitung übernehmen.

Das Eiscafé, das dank der finanziellen Unterstützung von Stiftungen und Spenden realisiert werden kann, wird zwei Stellen „im Zuverdienst“ bieten für Menschen, die wegen ihrer Behinderung nicht die Möglichkeit einer anderen Tätigkeit haben. Sie sollen darüber die Chance der Integration in den ersten Arbeitsmarkt erhalten.

Mit dem Eiscafé wird im selben Haus auch „Dat Lädche“ des Selbsthilfe-Vereins wieder eröffnet, der Verkaufsshop für Produkte, die vom Verein betreute Behinderte in eigener Werkstatt hergestellt haben sowie ergänzend weitere Produkte aus anderen Einrichtungen für Behinderte.