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Legendäre Sitzungen der Ludendorfer Jonge müssen umziehen​

Benzol-Belastung in der Bauhofhalle : Die legendären Sitzungen der Ludendorfer Jonge müssen umziehen

Die großen Sitzungen der Ludendorfer Jonge in der Bauhofhalle gehören stets zu den Höhepunkten einer Swisttaler Session. Doch wegen einer Schadstoffbelastung können sie in dieser Session nicht im „Wellblechpalast“ stattfinden. Zum Glück gibt es eine Alternative.

Erst von der Flut betroffen, nun mit Benzol belastet: Von der Swisttaler Bauhofhalle in Ludendorf gibt es schlechte Nachrichten. Und die betreffen nicht nur die Mitarbeiter des Bauhofes, sondern auch den Ludendorfer Karneval. Die Ludendorfer Jonge werden ihre legendären Sitzungen in der Session 2023 nicht im „Wellblechpalast“ abhalten können. Doch wie der Verein nun mitteilte, ist auf die Swisttaler Karnevalsfamilie Verlass: „Unsere befreundeten Vereine aus Morenhoven empfangen uns mit offenen Armen und gewähren uns Asyl in ihrer guten Stube.“

In den Jahren vor Corona war die Bauhofhalle gleich dreimal pro Session bestens gefüllt: Herrensitzung, Damensitzung und Bunter Abend lockten die Jecken von nah und fern, meist mit namhaften Kölner Künstlern und großen Garden auf der Bühne. Dazu wurde die große Halle stets aufwendig umgebaut. Doch nun ergaben Untersuchungen nach der Flut, dass diese Halle mit Benzol belastet ist. Aktuell kann oder keiner der Räume genutzt werden. Für die Bauhofmitarbeiter sollen daher Ersatzcontainer aufgestellt werden, erklärte Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner in einem Pressegespräch zum Stand des Wiederaufbaus in der Gemeinde. Die Fahrzeuge, die sonst in der Halle stehen, mussten ebenfalls herausgeholt werden.

Lüften half auch nicht

Auch das Brauchtum hatten die Zuständigen dabei auf dem Schirm. Durch Unterbrechung der Nutzung und vor allem durch Lüften haben man versucht, die Schadstoffwerte zu senken, sagte Kalkbrenner. Nur: „Die Belastung ist nicht runtergegangen.“ Überlegungen, vielleicht mit einer „Lüftungsunterbrechung“ oder ähnlichen Maßnahmen die Karnevalisten doch am gewohnten Ort agieren zu lassen, habe es auch gegeben. Am Ende aber stand fest: „Die ganze Arbeit im Hintergrund und viele Gespräche haben leider nicht zum gewünschten Ergebnis geführt“, schreiben die Ludendorfer Jonge.

Unterkriegen lassen wollen sich die Karnevalisten nicht. „Wir wären nicht die Ludendorfer Jonge, wenn wir nicht parallel an Alternativen gearbeitet hätten“, heißt es von Vereinsseite. Nun also geht es nach Morenhoven. Denn: „Auch wenn wir mit etwas Wehmut an unseren Wellblechpalast denken, so überwiegt doch die Freude, nach zwei Jahren Pause endlich wieder mit euch Karneval feiern zu können!“