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Erinnerung an Helena Meyer: Letzter Stolperstein in Heimerzheim verlegt

Erinnerung an Helena Meyer : Letzter Stolperstein in Heimerzheim verlegt

In Erinnerung an die jüdische Mitbürgerin Helena Meyer wurde an der Kölner Straße in Swisttal der letzte Stolperstein verlegt. Aufgrund „besonderer Umstände“ war der Stein im Jahr 2015 nicht mit den anderen Gedenksteinen verlegt worden.

Nun hat die Gemeinde Swisttal auch den letzten Stolperstein in Heimerzheim verlegt. Und zwar im Bürgersteig an der Kölner Straße. Er erinnert an die jüdische Mitbürgerin Helena Meyer, die dort bis 1942 wohnte, dann deportiert und in einem Vernichtungslager, wahrscheinlich in Polen, von den Nazis ermordet wurde. Sie starb in ihrem 63. Lebensjahr.

Aufgrund „besonderer Umstände“ in der Anliegerschaft war der Stein im Jahr 2015 nicht mit den anderen sieben Gedenksteinen verlegt worden. Er wurde im Gemeindearchiv in Ludendorf verwahrt. „Die Situation hat sich nun geändert“, sagte Gemeindesprecher Bernd Kreuer auf Anfrage. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner habe Gespräche mit den heutigen Bewohnern geführt, und man sei zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen.

 Der Stein, der an Helena Meyer erinnert, ist mit einer Messingplatte versehen, in die biografische Daten der Ermordeten eingraviert sind. Sieben der von Gunter Demnig gestalteten Steine wurden bereits 2015 vor den ehemaligen Wohnhäusern der ermordeten Juden an der Kirchstraße verlegt. Sie erinnern an Adolph, Gela und Alexander Moses sowie an Katharina, Jakob, Paula und Irene Steinhardt, die 1942 deportiert und ermordet wurden.

Über die Verlegung des letzten Steins freut sich auch der Heimerzheimer Grünen-Ratsherr Udo Ellmer: „Mein Dank geht an die Bürgermeisterin, dass die Sache so schnell und unkompliziert erledigt wurde.“ Ellmer hatte bis 2015 den überparteilichen Arbeitskreis „Stolpersteine“ geleitet.

Helena Meyer wurde am 4. März 1879 in Heimerzheim als Tochter von Joseph und Sara Meyer geboren. Sie heiratete 1900 den Viehhändler Carl Sauer, die Ehe wurde 1911 geschieden. 1931 heiratete sie den Anstreichermeister Matthias Münch. Sie führte an der Kölner Straße ein Geschäft für Handarbeitsbedarf und Textilien. Am 10. Februar 1942 wurde sie zunächst ins Sammellager im ehemaligen Kloster „Zur ewigen Anbetung“ in Endenich deportiert, dann weiter in den Osten. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Formal wurde Helena Meyer am 3. November 1950 vom Amtsgericht Rheinbach für tot erklärt.

In Meckenheim wurden 25 Stolpersteine verlegt, in Rheinbach 36, in Alfter neun, in Bornheim 55.