Morenhovener Burg Markus Kreul und Guido Schiefen überzeugen mit Werken von Schumann

SWISTTAL-MORENHOVEN · Kammermusik - wer genau wissen wollte, was damit gemeint ist, der war am Sonntag in der Burg Morenhoven richtig. Beim "Schumannia"-Abend mit dem Pianisten Markus Kreul und dem renommierten Cellisten Guido Schiefen stimmte einfach alles.

 Burgkonzert: Markus Kreul am Klavier und Guido Schiefen am Cello bezauberten die Gäste.

Burgkonzert: Markus Kreul am Klavier und Guido Schiefen am Cello bezauberten die Gäste.

Foto: Roland Kohls

Einmal der Rahmen in dem reichlich mit Stuck verzierten und restlos voll besetzten kleinen Saal der Burg, dann die Atmosphäre, bei der sich Privatheit, ja Intimität und Weltläufigkeit mischten - und natürlich die Musik. Kreul und Schiefen hatten Werke des Romantikers Robert Schumann ausgesucht, die überwiegend im unruhigen deutschen Revolutionsjahr 1849 entstanden waren.

In nur wenigen äußerst kreativen Tagen hatte Schumann damals Adagio und Allegro Opus 70, Drei Fantasiestücke Opus 73, Drei Romanzen Opus 94 und Fünf Stücke im Volkston Opus 102 komponiert. Schiefen und Kreul arbeiteten das Dialogische dieser Stücke konzentriert heraus, ganz im Sinne Schumanns, der diese Kompositionen an der Schnittstelle von Musik und Sprache verortet hatte: "Das wäre eine kleine Kunst, die nur Klänge und keine Sprache noch Zeichen für Seelenzustände hätte", wird der Komponist im Programmheft zitiert. In der tönenden Aussprache von Kreul/Schiefen wurde zugleich das Romantische und das Aktuelle der Schumann'schen Diktion deutlich.

Gab sich Schiefen entrückt und ekstatisch, so formulierte Kreul die musikalischen Sätze eher überlegt aus und setzte Akzente. Wenn es beim Komponisten immer wieder heißt "Langsam", "Nicht schnell", "Nicht zu rasch", so sorgten beide dafür, dass bei aller Ruhe eine intensive Spannung herrschte. Man hat Violoncello und Flügel bei der Interpretation dieser Stücke auch schon zusammenhanglos nebeneinander werkeln gehört.

Nicht so bei diesem Duo, das sie in einem Guss vorstellte. Sie sind ja auch nicht irgendwer. Beide stammen aus der Region, Kreul ist in Buschhoven aufgewachsen. Beide haben längst große Preise eingesammelt und sind auf den Bühnen der Welt zwischen Berlin, London, Tokio und Santiago de Chile zu Hause. Swisttals Bürgermeister Eckhard Maack strahlte zu Recht bei der Präsentation dieses melodiösen Highlights, und sein Dank an die Hausherrinnen Helma und Sabine von Jordans war nur allzu berechtigt.

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