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Buschhovener Kirche: Pantomime Milan Sládek rührt Publikum zu Tränen

Buschhovener Kirche : Pantomime Milan Sládek rührt Publikum zu Tränen

Der Pantomime Milan Sládek zeigt eindrucksvoll den Leidensweg Christi und rührt das Publikum zu Tränen. Sein einziges Requisit: ein weiter, weißer Umhang, der mal Toga, mal Schleier, einmal auch das Schweißtuch der Veronika wurde.

Die Leiden Christi in seinen letzten Stunden: Um sie zu verstehen, braucht es keine Worte. Vielleicht lassen sie sich jenseits von Beschreibungen sogar besser begreifen. Nach Milan Sládeks pantomimischer Darstellung des Kreuzweges war das Publikum in der Buschhovener Kirche Sankt Katharina auf jeden Fall tief ergriffen, zwischenzeitlich wischten sich einige Besucher Tränen aus den Augen.

Adelheid Willers als Pfarrausschussvorsitzende hatte die außergewöhnliche Veranstaltung angeregt, nachdem sie Sládek vor einigen Jahren mit ihrem Mann in Köln erlebt hatte. „Das hat uns tief beeindruckt“, betont sie. Nach fast zwei Jahren Planung war Sladék nun passend in der Fastenzeit gekommen, um in der fast vollständig besetzten Kirche zu spielen – natürlich wortlos. Während der 14 Kreuzwegstationen bewegte sich Sládek zu Musik von Marcel Dupré. Zwischentexte, die Pater Stanislaus Friede vorlas, ordneten die Geschehnisse ein.

Sládek stand alleine auf der eigens errichteten, drei mal sechs Meter großen Bühne vor dem Altar. Trotzdem hatte man das Gefühl, sie sei mit etlichen Personen gefüllt. Es gab Schaulustige entlang des Weges zur Kreuzigung und Besucher beim Prozess vor Pontius Pilatus. Das weiß geschminkte Gesicht wandelte sich mit jedem Akteur. Immer wenn Sládek sich umdrehte, war er jemand anderes. Sein einziges Requisit: ein weiter, weißer Umhang, der mal Toga, mal Schleier, einmal auch das Schweißtuch der Veronika wurde.

Ohne Sprache und auch ohne große Handlung rückten die Gefühle der Personen in den Fokus. Die vielleicht eindringlichste Station: Jesus begegnet seiner Mutter Maria. In den Evangelien wird die Szene nicht beschrieben. Sládek interpretierte sie emotional, zeigte ein Maria, die glückselig das Leben ihres Sohnes begleitet. Sie streicht ihren wachsenden Bauch, hält einen Säugling, verabschiedet einen erwachsenen Jesus – stets mit mütterlicher Liebe im Blick. Der Kontrast, ihr Schmerz am Kreuzweg war eine großartige Leistung des Pantomimen und rührte zu Tränen. Als Jesus war er sonst duldend, von einem unsichtbaren Kreuz zu Boden gedrückt. Konsequent, aber überraschend dann das Ende: Statt der Grablegung spielte Sládek als letzte Station noch einmal den ganzen Kreuzweg als Zusammenfassung – und stieg dann von der Bühne, um sich schweigend hinter das Publikum zu setzen. Das blieb eine Weile ergriffen still, bevor es in langem Applaus seine Begeisterung zeigte.

„Wir haben einen eindrucksvollen Kreuzweg erlebt“, so Willers zum Abschied. „Beeindruckend“, war auch die Beschreibung, die man von den Besuchern am Ausgang mehrfach hörte.