Pläne für neuen Schulstandort Warum die Heimerzheimer Schützen nichts von ihrem Platz abgeben wollen

Swisttal-Heimerzheim · Die Gemeinde Swisttal benötig eventuell einen Teil des Geländes der Heimerzheimer Schützen für den geplanten Schulneubau auf dem Nachbargrundstück. Doch da spielt die Bruderschaft nicht mit.

Tanja Buckesfeld und Sascha Dotten wollen keine Flächen des Schützenplatzes mit dem historischen Hochstand abgeben.

Tanja Buckesfeld und Sascha Dotten wollen keine Flächen des Schützenplatzes mit dem historischen Hochstand abgeben.

Foto: Hans-Peter Fuss

Die Gemeinde Swisttal will auf dem freien Gelände an der Viehtrift, zwischen Schützenplatz und der evangelischen Kindertagesstätte, eine neue Schule errichten. Ob es die Gesamtschule oder die Grundschule wird, steht noch nicht fest. Bis zum Beginn der Bauarbeiten könnte es noch ein paar Jahre dauern. Es gibt noch keine konkrete Planung. Nach heutigem Stand der Dinge will die Gemeinde für das Schulprojekt allerdings der traditionsreichen, im Jahr 1515 gegründeten Sankt-Sebastianus-Kunibertus-Schützenbruderschaft einen Teil von deren Gelände abkaufen. Doch die Schützen wollen keinen Quadratmeter ihres eigenen Grundstücks abgeben.

Wie Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner im Hauptausschuss des Gemeinderates erklärte, sei die Gemeinde mit dem Vorstand der Bruderschaft „im Gespräch“. Das letzte von mehreren Gesprächen über die Verlegung des Schießstandes habe am 25. September 2023 stattgefunden. Die Schützen hätten damals Vorbedingungen für eine Verlegung genannt. Diese müssten jedoch noch von einem Schießsachverständigen hinsichtlich ihrer Machbarkeit und wirtschaftlichen Auswirkungen geprüft werden.

Verlegung könnte geprüft werden

Die Frage der eventuellen Verlegung des Schießstandes ist abhängig von der Schulfrage. Bis zum 12. Juni sollen die Standortvarianten für das neue Schulgebäude untersucht sein. Der Gemeinderat muss dann entscheiden, welche Variante mit welchem Platzbedarf gebaut werden soll. Erst wenn diese Entscheidung gefallen ist, will die Gemeinde den Auftrag zur Prüfung erteilen, ob es machbar ist, den Schießstand zu verlegen. Nach dieser Machbarkeitsuntersuchung will die Gemeinde die Gespräche mit den Schützen wieder aufnehmen. Eventuellen Umbaumaßnahmen auf dem Gelände der Schützen müssten diese zustimmen.

Diskutiert wurde beispielsweise ein unterirdischer Neubau der Kleinkaliberanlage mit sechs Bahnen unter der alten Blechhalle. Diese Anlage müsste etwa 70 Meter lang sein. Außerdem, so Brudermeister Sascha Dotten, seien wegen der Nähe zum Hang umfangreiche Geländeabsicherungen erforderlich. Es sei auch die Möglichkeit andiskutiert worden, einen Teil der neuen Schule über die bestehende Kleinkaliberanlage zu bauen.

Der Hochstand hat Bestandsschutz

Bei all diesen Überlegungen steht für Dotten und Schatzmeisterin Tanja Buckesfeld fest: Die Schützen wollen nichts von ihrem Gelände abgeben. Dotten: „Was einmal weg ist, kriegen wir nicht wieder.“ Der historische Hochstand, an dem traditionell an jedem ersten Wochenende im Juli der Schützenkönig und weitere Majestäten ausgeschossen werden, soll auf jeden Fall an seiner heutigen Stelle bleiben. Dotten sagt: „Der Hochstand hat Bestandsschutz. Über eine Verlegung diskutieren wir erst gar nicht.“

Für die künftigen Schüler stelle die Anlage keine Gefahr dar. Es sei unmöglich, dass Munition auf das Schulgelände geschossen werden könne. Erstens seien die Waffen eingespannt, könnten also nur begrenzt bewegt werden. Zweitens schlügen die Patronen entweder im Holzvogel, in der Holzbohle oder in der dahinter angebrachten Putzwolle ein. Dahinter befinde sich noch eine 2,5 Zentimeter dicke Stahlplatte. Die Munition werde also in jedem Fall vom Stahlkasten aufgefangen. Dotten ist sicher: „Da kann nichts passieren.“