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Fruchthof Hensen: Quarantäne bei Obstbauer in Swisttal aufgehoben

Fruchthof Hensen : Quarantäne bei Obstbauer in Swisttal aufgehoben

Die Ernte auf den Feldern des Fruchthofes Hensen ist bald beendet. Wie hoch die coronabedingten Umsatzeinbußen sind, weiß das Ehepaar Hensen noch nicht. Die Zusammenarbeit mit Gesundheitsamt und Gemeinde sei jedoch reibungslos verlaufen.

Am Fruchthof Hensen ist die Quarantäne seit Freitag aufgehoben. Eine Saisonarbeiterin war positiv getestet worden. Daraufhin wurden mehr als 300 Erntehelfer und Festangestellte getestet und der gesamte Hof stand ab Samstag, 18. Juli, unter Quarantäne. 23 Personen wurden bei insgesamt drei Testreihen positiv auf das neuartige Virus getestet.

Dank eines Hygienekonzepts, das laut Kreis vom Obsthof „in vertrauensvoller Abstimmung mit der Fachstelle Covid“ der Kreisverwaltung erarbeitet wurde, konnten die negativ Getesteten schon nach wenigen Tagen wieder bei der Ernte helfen. Während der Quarantäne durften sie den Hof allerdings nicht verlassen – die Arbeit auf dem Feld stellte mithin noch die größte Abwechslung dar. Knapp 200 der meist aus Rumänien stammenden Erntehelfer hatten sich allerdings ohne Erlaubnis mit ihren Autos in ihre Heimat abgesetzt. In kleineren Gruppen wurde die Arbeit mit Abstand und Mund-Nasen-Schutz fortgeführt.

Weiter an Hygienemaßnahmen halten

Auch zuvor habe man Irmgard Hensen zufolge den Abstand gut einhalten können: „Zwischen den Reihen ist immer viel Platz, lediglich beim Transport haben wir Anpassungen vornehmen müssen.“ Obwohl die Quarantäne beendet sei, wolle man sich weiter an die Hygienemaßnahmen halten, sagte sie dem GA am Freitag.

Um nicht noch mehr Erdbeeren ungepflückt auf dem Feld lassen zu müssen, hatte die Familie vor zwei Wochen wenigen Bekannten erzählt, dass sie umsonst Erdbeeren pflücken könnten. An dem Wochenende, 25. und 26. Juli, reisten schließlich Tausende an und bedienten sich auf den Feldern. „Kinder haben uns Bilder gemalt, um sich zu bedanken und uns wurde ein wunderschöner Blumenstrauß geschickt – wirklich toll“, freut sich Irmgard Hensen über das positive Feedback.

Höhe der Umsatzeinbußen unklar

Aktuell ist vollkommen unklar, wie groß die Umsatzeinbußen sein werden. Ein Versicherer sei auf dem Hof gewesen, um die Lage einzuschätzen. Das große Problem bei Erdbeeren sei, dass sie, wenn sie faulen, andere Früchte mit anstecken. Anhand der Blütenstände könne man aber gut einschätzen, wie hoch der Ertrag in etwa gewesen wäre.

Außerdem ist das Ehepaar dankbar für die tolle Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Gesundheitsamt. „Alles hat gut funktioniert, alle Fragen wurden uns stets schnell beantwortet“, lobt Irmhard Hensen. Auch die Pressestelle des Kreises bestätigt: „Die Zusammenarbeit lief vorbildlich.“ Die Haupterntezeit auf den Feldern endet Ende August. Ralf Hensen hofft nun auf den Ertrag aus den Gewächshäusern. In denen kann er bis zum Jahresende ernte.