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Schützen Heimerzheim: Schützen fürchten um ihr Brauchtum

Schützen Heimerzheim : Schützen fürchten um ihr Brauchtum

Die Heimerzheimer Schützenbruderschaft ist mehr als 500 Jahre alt. Nun fürchtet sie durch den Neubau der Gesamtschule in ihrer Nachbarschaft, ihr Brauchtum und ihren Sport nicht mehr in gewohnter Weise pflegen zu können.

An jedem Samstag sieht man die Heimerzheimer Schützen, zumindest die handwerklich begabten unter ihnen, an ihrem Schützenhaus arbeiten. Derzeit erneuern sie die Isolierung des Daches, die von Mardern perforiert worden ist. Sie hoffen, dass sie bald nach der Corona-Pause ihr Vereinsleben wieder aufnehmen können. Aber sie fürchten auch, wie Brudermeister Norbert Allendorf erklärt, dass sie mittelfristig ihren Sport und ihr Brauchtum nicht mehr wie bisher ausüben können.

Grund der Befürchtung ist der geplante Neubau einer Gesamtschule in direkter Nachbarschaft des weitläufigen Schützengeländes oberhalb der Schützenstraße. Die Schule soll 2024 ihren Betrieb aufnehmen. Allendorf bedauert, dass die Gemeinde Swisttal die Bruderschaft noch nicht in ihre Überlegungen hinsichtlich der Planung des Schulbaus einbezogen habe. Dabei habe er Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner bereits am 19. Januar angeschrieben.

Schützen befürchten Auflagen

Allendorf fürchtet, es können zu Auflagen kommen, den Schießbetrieb der 75 Sportschützen zeitlich einzuschränken. Oder aber, die Kleinkaliber-Schießanlage teuer zu überdachen, damit keine Munition auf das dahinter liegende Schulgelände fallen könne. Konflikte wegen eventueller Lärmbelästigung sieht Allendorf nicht. Die KK-Gewehre seien nicht laut. Und geschossen werde nur drei Mal wöchentlich abends von 19 bis 21 Uhr, also außerhalb der Unterrichtszeiten.

Unterdessen schreitet die Modernisierung des Schützenhauses zügig voran. Vieles geht in Eigenarbeit über die Bühne. Unter anderem wird die komplette Elektronik inklusive der Beleuchtung erneuert. Allendorf geht davon aus, dass die Arbeiten im Sommer abgeschlossen sind. Das traditionelle Schützenfest am ersten Juli-Wochenende wird dennoch ausfallen: coronabedingt, wie schon im Vorjahr. Die Renovierung kostet 170 000 Euro, 60 Prozent davon fördert das Land.

Gemeinde kündigt Gespräch an

Die Gemeinde Swisttal hat die Heimerzheimer Schützen nicht vergessen. Am 26. April wird es ein Gespräch mit ihnen zum Thema Schulneubau geben, sagt Gemeindesprecher Bernd Kreuer. Darin soll es darum gehen, unter welchen Bedingungen die Schützen ihren Sport und ihr Brauchtum fortführen können. „Wir wollen den Standort auf jeden Fall erhalten“, so Kreuer.

Man sei noch im Stadium der Grundlagenermittlungen. Das heißt: Derzeit werden die vorhandenen Nutzungen in der Nachbarschaft des künftigen Schulgeländes, die Lage der Versorgungsleitungen und die Auswirkungen des Neubaus auf die Umwelt dokumentiert. Erst danach gehe es an die konkrete Planung. Im gesamten Verfahren seien verschiedene Behörden beteiligt. Auch die Heimerzheimer Bürger und besonders die Nachbarschaft sollen „mitgenommen“ werden. Die Zufahrt zur neuen Schule erfolge über den Höhenring, der evangelische Kindergarten neben der Schule bleibe bestehen.