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Heiraten in Corona-Zeiten: Solange die Braut dabei ist, ist alles gut

Heiraten in Corona-Zeiten : Solange die Braut dabei ist, ist alles gut

Wie eine Hochzeit wegen fehlender Sicherheit in Corona-Zeiten nicht platzt, beschäftigt immer mehr Brautpaare. Auf Schloss Miel zeigte die Messe „Tatsächlich Liebe“ Trends und Ideen für ein perfektes Fest – mit umfangreichem Hygienekonzept.

Für viele gilt die Hochzeit als der schönste Tag im Leben. Alles, was sich vorbereiten lässt, soll dabei perfekt sein. Prachtvolle Garderobe gehört dazu, genauso wie viele Gäste. Paare mieten Eiswagen, Säle und Musiker. Konzepte für Dekorationen werden sorgfältig ausgearbeitet. Doch was lässt sich in Corona-Zeiten noch zuverlässig planen? Kann oder sollte man derzeit überhaupt feiern?

Auf Schloss Miel zeigte die Hochzeitsmesse „Tatsächlich Liebe“ Trends und Ideen für ein perfektes Fest – mit umfangreichem Hygienekonzept. Jenny Sommerhoff und Walter Peters haben das durchaus im Hinterkopf, während sie sich für ihre Hochzeit im kommenden Sommer inspirieren lassen. „Wir versuchen zu planen, was geht“, sagt der Bräutigam. Und solange er nicht auf seine Braut verzichten müsse, sei alles gut. Sie möchte außerdem gerne ein Brautkleid. Aber grundsätzlich gelte: „Hauptsache wir beide sind dabei.“ Und wenn möglich ein Hund, der die Ringe trägt.

Rund ein Jahr Vorbereitungszeit sollte man laut Messe-Veranstalterin Yvonne Birkel schließlich für eine Hochzeit mitbringen. Und ein wenig Geld ansparen. Unter 10 000 Euro brauche man nach ihrer Einschätzung nicht anzufangen. Verständlich auch, wenn man diese Pläne nicht einfach über den Haufen werfen möchte. Ein wichtiger Posten bleibt das Brautkleid. Der aktuellen Mode nach werden die Kleider zarter. Viel Chiffon, weniger weite Röcke und als neuer Trend große Schleifen über den Ärmeln. Für Modelle mit einem Hauch Vintage-Look, wie sie Nina Schröder-Starck zeigt, ist das Schloss der passende Ausstellungsraum.

An anderen Ständen liegen Trauringe auf stilvollen Kissen, dürfen prachtvolle Torten bestaunt und Tischdekorationen bewundert werden. Zum Einsatz kam davon im Sommer wenig, wie mehrere Aussteller berichten. Gerade viermal legte DJ Markus Engels auf, sonst sorgt er jeden Samstag und an vielen Freitagen für gute Stimmung. Chauffeur Arne Berger fährt normalerweise im Frühjahr und Sommer jedes Wochenende ein Paar. Besonders beliebt ist sein Rolls Royce Phantom III von 1936. „Das Auto ist die Nummer zwei nach der Braut“, sagt er. Doch 2020 war er bislang nur dreimal unterwegs. Etliche Hochzeiten wurden abgesagt und ins nächste Jahr verschoben.

Michelle Frost und Fabian Müller-Köster sind seit rund einem Jahr verlobt und möchten im Spätsommer 2021 heiraten. „Corona haben wir schon in den Gedanken“, sagt er. „Wir hoffen, dass es sich bis September ein bisschen beruhigt hat“, ergänzt seine Verlobte. Als sie der Familie von ihren Plänen erzählten, seien unter den derzeitigen Umständen die Großeltern skeptisch gewesen. Die Location und das Essen hat das Paar trotzdem schon einmal reserviert. Zumal beide mitbekommen haben, dass viele ihre Trauungen ins nächste Jahr verlegt haben.

Die Liebe kann der Virus

nicht dauerhaft ausbremsen

Die Optionen für Brautpaare werden zwar weniger, aber die Liebe kann das Virus nicht dauerhaft ausbremsen. Als freier Trauredner weiß Marco Jäger: „Es wird noch geheiratet.“ Zunehmend mit einer freien Zeremonie, aber auch am Stand des Erzbistums und der evangelischen Kirche konnte Pfarrerin Claudia Müller-Bück einige Gespräche über baldige Trauungen führen. Birte und Moritz, die ihre Nachnamen nicht nennen möchten, verlobten sich vor wenigen Wochen. Bei der Hochzeit möchten sie auf die engste Familie und Freunde nicht verzichten. Und sie wollen sich nicht einschüchtern lassen. Zwar sind sie sich der Probleme bewusst, bei ihrem Fest wollen sie die Pandemie aber nicht in den Mittelpunkt stellen. „Es geht nicht um Corona an diesem Tag, es geht an diesem Tag um uns.“