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Stilllegung von Kläranlagen: Swist in Swisttal und Rheinbach soll sauberer werden

Stilllegung von Kläranlagen : Swist in Swisttal und Rheinbach soll sauberer werden

Der Erftverband erweitert und modernisiert für zwei Millionen Euro die Kläranlage Flerzheim. Die Anlage in Heimerzheim wird hingegen stillgelegt.

Wer auf der Landstraße L163 bei Flerzheim unterwegs ist, bemerkt derzeit die umfangreichen Bauarbeiten auf dem Gelände der Kläranlage. Dort baut der Erftverband einen neuen Retentionsbodenfilter, um das Niederschlagswasser im Einzugsgebiet dieses Gruppenklärwerks stärker zu reinigen. Die Kosten werden mit rund 1,76 Millionen Euro veranschlagt. Die Hälfte dieses Betrages kommt aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im Zusammenhang mit dem „Masterplan Abwasser 2025“ plant der Erftverband die Stilllegung von 19 seiner im Jahr 2013 noch 40 Kläranlagen, um wirtschaftlicher zu arbeiten (der GA berichtete). Derzeit seien acht bereits stillgelegt, die Stilllegung von drei weiteren sei in Bearbeitung, so die Pressesprecherin des Erftverbandes, Luise Bollig. Dazu zählen auch die Anlagen bei Miel und Heimerzheim. Die zunächst für 2022 vorgesehene Schließung der Anlage Heimerzheim ist aber derzeit auf einen noch nicht bekannten Zeitpunkt verschoben, wie sie erläuterte.

Die Abwässer aus dem Einzugsbereich Heimerzheim, Straßfeld, Ollheim und Dünstekoven mit ihren rund 11000 Einwohnern sollten nach einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ab 2022 entweder zum Gruppenklärwerk Euskirchen-Kessenich oder zur Kläranlage Weilerswist geleitet werden. „Es werden derzeit noch verschiedene Varianten untersucht, ob es nicht noch wirtschaftlichere Möglichkeiten gibt“, so Bollig.

Die Kläranlage in Heimerzheim wird in einigen Jahren stillgelegt. Die Abwässer sollen dann in Euskirchen oder Weilerswist gereinigt werden. Foto: Hans-Peter Fuß

An die Ertüchtigung des Gruppenklärwerks Flerzheim gekoppelt ist die zunächst für 2016, dann für 2019 vorgesehene Stilllegung der Kläranlage Miel. Denn das in Miel ankommende Abwasser soll zum Gruppenklärwerk Flerzheim übergeleitet werden. Wie Bollig erläuterte, wird dieses Gruppenklärwerk derzeit ertüchtigt mit einer Anlage für Spurenstoff-Elimination mit Membrananlage und Aktiv-Kohle. Die Umsetzung sei geplant bis 2023. Der Bau des entsprechenden 4,5 Kilometer langen Verbindungskanals laufe derzeit parallel, so Bollig. Bei den auf rund 4,5 Millionen Euro brutto berechneten Gesamtprojektkosten für die Überleitung sowie den Pumpwerksneubau auf dem Gelände der Kläranlage Miel ändere sich derzeit nichts.

„Die Swist ist ein sehr gut untersuchtes Gewässer, was die stoffliche Belastung angeht“, so Erftverbandssprecherin Bollig. Wenn nach dem Umbau des Klärbeckens in Rheinbach (GA berichtete) auch das Gruppenklärwerk Flerzheim umgebaut sei, könne man am Gewässer der Swist den Effekt der künftigen vierten Reinigungsstufe sehr genau erkennen, die aus dem bereits gereinigten Abwasser zusätzlich Spurenschadstoffe entfernen soll. Im sogenannten Belebungsbecken der Kläranlage werden demnach Membranfilter eingebaut. Diese Membrane haben besonders feine Poren, die nur Wasser durchlassen und andere Stoffe aufhalten. Zusätzlich werde Aktivkohle eingesetzt.

Was mit den bisherigen Anlagen der Klärwerke Miel und Heimerzheim nach deren Schließung geschehen soll, ist ebenfalls derzeit noch offen. „Normalerweise bleibt an den Standorten noch ein Rückhaltebecken. Aber das Konzept wird noch erarbeitet“, so die Erftverbandssprecherin. Zu möglichen Auswirkungen der Maßnahmen auf die Beitragsstruktur könne derzeit noch keine verlässliche Aussage getroffen werden.