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In Containern untergebracht: Swisttal beherbergt 276 Flüchtlinge

In Containern untergebracht : Swisttal beherbergt 276 Flüchtlinge

Die Zahl ist seit Mai stabil. Die Menschen werden in Containern untergebracht. Weil die Gemeinde ihre Quote zu hundert Prozent erfüllt hat, wird es voraussichtlich bis Ende 2018 keine weiteren Zuweisungen geben.

276 geflüchtete Personen sind mit Stichtag 10. Oktober in den Unterkünften der Gemeinde Swisttal, in Containeranlagen sowie in 21 angemieteten Objekten untergebracht. 99 Personen sind anerkannt, 54 befinden sich im Verfahren, 123 Personen sind abgelehnt beziehungsweise geduldet. Wie Fachbereichsleiterin Kerstin Wicke auf Nachfrage im Ausschuss für Generationen, Soziales, Kultur und Sport in seiner jüngsten Sitzung erläuterte, befinden sich 40 bis 50 dieser Personen im Klageverfahren. Unter den 276 sind auch 42 Personen, die der Gemeinde seit Juni 2018 zur Erfüllung ihrer Flüchtlingsquote zugewiesen wurden.

Die Gesamtzahl ist dennoch auf einem ähnlichen Stand wie schon im Mai. Dies erkläre sich durch freiwillige Ausreisen abgelehnter Asylbewerber, Abschiebungen durch die Ausländerbehörde des Kreises sowie Abmeldungen durch das Sozialamt, wenn sich Personen über einen längeren Zeitraum nicht in Swisttal aufhielten. Weil die Gemeinde Swisttal ihre Quote zu hundert Prozent erfüllt habe, so Wicke, werde es voraussichtlich bis Ende 2018 keine weiteren Zuweisungen geben.

Mit den Unterbringungsmöglichkeiten, die bislang zur Verfügung stehen, kommt Swisttal nicht aus. Deshalb soll die Containeranlage am Rathaus in Ludendorf demnächst um drei zusätzliche Einzelcontainer erweitert werden. Voraussichtlich ab dem ersten Quartal nächsten Jahres werden weitere Einheiten an der Kölner Straße zur Verfügung stehen. Der Eigentümer baut derzeit den vorderen Gebäudeteil um. Dort will die Gemeinde dann im Erdgeschoss anerkannte Familien und im Obergeschoss anerkannte Flüchtlinge unterbringen.

In die Containeranlage in Dünstekoven werden voraussichtlich ab November drei Familien einziehen. „Schockiert“ zeigte sich Monika Wolf-Umhauer, dass die Verwaltung „ohne Rücksprache“ die Bezirksregierung Arnsberg gebeten hatte, von Zuweisungen vor allem von Familien abzusehen, weil die Unterbringungssituation angespannt und die Kapazitäten der Schulen vollständig erschöpft seien. Über die Kapazitäten an Schulen hinaus sei die Gemeinde „mit der Unterbringung für Familien am Ende“, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner auf Nachfrage.

Angespannt sei die Unterbringungssituation auch, weil Flüchtlinge auf dem Wohnungsmarkt kaum Wohnungen fänden und deshalb weiter in Objekten der Gemeinde wohnen müssten. Allerdings hat die Bezirksregierung die Bitte der Gemeinde aus Gründen der Gleichbehandlung abgelehnt.

Als neue Integrationsbeauftragte stellte sich Barbara Gunst-Assimenios dem Ausschuss vor. Sie bringt 20 Jahre Erfahrung in der Integrationsarbeit mit und wird die Arbeit in Swisttal vorantreiben. Sie hat bereits die Leitung der bisherigen Steuerungsgruppe Flüchtlinge übernommen. Diese Gruppe heißt jetzt „Runder Tisch Integration“, und der Teilnehmerkreis soll erweitert werden.