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Swisttal-Ollheim/Miel: Freiwillige helfen beim Wiederaufbau einer Mauer

Stein für Stein : Freiwillige helfen beim Wiederaufbau der Friedhofseinfassungen in Swisttal

Freiwillige helfen beim Wiederaufbau der durch die Flutkatastrophe Mitte Juli stark beschädigten Friedhofseinfassungen in Miel und Ollheim. Dazu sollen später auch unbeschädigte Steine verwendet werden. Diese Arbeiten werden voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen.

Vor rund zwei Monaten hat die katastrophale Flut die Swisttaler Gemeinde überrollt und in vielen Ortsteilen schwerste Zerstörungen hinterlassen. Einige Schauplätze rücken angesichts des Ausmaßes und der Vielzahl der Schäden erst nach und nach in den Fokus der Aufmerksamkeit: So beispielsweise die Friedhöhe. Zwei, die es schwer traf, sind der historische Friedhof in Ollheim und der Friedhof in Miel. Bei beiden haben die Fluten ganze Partien der Einfassungsmauern umgedrückt, beziehungsweise diese stark ramponiert.

Doch am vergangenen Samstag haben freiwillige Helfer ein weiteres gutes Werk in der Gemeinde getan: Anlässlich ihres jährlich stattfindenden „Global Care Days“ trafen sich am Morgen rund 30 Mitarbeiter des LyondellBasell-Werkes in Wesseling um Werkleiter Tassilo Bader am Ollheimer Friedhof. Zusammen klopften sie die Steine aus umgestürzten Mauer auf der Rückseite des Friedhofes, um diese für den Wiederaufbau zu nutzen. Ähnliches hatte schon ein anderer Freiwilligentrupp Anfang September auf dem Mieler Friedhof auf den Weg gebracht.

Gerettete Steine werden erst einmal auf Paletten gestapelt

„Am Global Care Day macht unser Unternehmen weltweit etwas für die Städte und Kommunen, wo wir unsere Standorte haben“, erklärt Werkleiter Bader: „Für uns in Wesseling war natürlich in diesem Jahr klar, dass wir uns auf die von der Flut betroffenen Gemeinden konzentrieren und dort helfen.“ Warum sind Bader und seine Mitarbeiter dann ausgerechnet in Ollheim gelandet? „Es war ein rühriger Bürger aus Ollheim, der uns über einen Kontakt im Werk auf die Situation des historischen Friedhofes in seinem Heimatort aufmerksam gemacht hatte.“

Ziel des Hilfseinsatzes sei es, so Bader weiter, die Steine der auf etwa 50 Metern umgestürzten Mauer zu sichern. „Und zwar so weit wir eben heute kommen“, ergänzte er. Dazu hatte sein Team Hämmer, und Meißel, Schutzbrillen und Handschuhe mitgebracht, um die Steine aus der Mauer zu schlagen und vom Mörtel zu befreien. Anschließend wurden diese auf Palletten gestapel, vom Bauhof abgeholt und auf deren Gelände zwischengelagert. Denn eben diese Steine sollen eines Tages für eine neue Mauer verwendet werden.

Das, was die LyondellBasell-Mitarbeiter am Samstag in Ollheim begonnen haben, macht das Helferteam um den Ludendorfer Marcel Christian bereits seit einigen Wochen. Am 7. September hatte Christian zusammen mit vier Mitstreitern begonnen, die ebenfalls stark beschädigte Friedhofsmauer in Miel zu sanieren. Mehrere EInstätze haben sie inzwischen schon geleistet. Denn auf dem Gelände des Mieler Friedhofes gibt es viel zu tun – die Flut hat dort eine Schneise der Verwüstung gezogen: Viele Gräber waren mit Schlamm und Sand überzogen , zudem hatten die Wassermassen manchen Grabstein umgeworfen. Und vor allem die Friedhofsmauer ist nur noch eine Ruine.

Um Gräber und Grabsteinen müssen sich die Eigentümer selbst kümmern

Ihr Wiederaufbau wird ein aufwendiges Unterfangen: Zum einen ist das Bauwerk rund 100 Meter lang. Und auf der rückwärtigen Seite des Friedhofs haben die Wassermassen die Mauer– so wie in Ollheim – fast auf der kompletten Länge umgestürzt. Auf der Fronseite stehen oft noch Teilstücke, aber manche sind so schwer beschädigt, dass sie ebenfalls abgetragen werden müssen. Viel Arbeit für Christian und seine Helfer, die versuchen wollen, alle unbeschädigten Steine für den Wiederaufbau zu retten.

Auch hier wird Stein für Stein aus dem übrig gebliebenen Mauerstück herausgeschlagen und dann vorsichtig der Mörtel abgeklopft. Die geretteten Steine werden auf Paletten gestapelt und vom Bauhof abtransportiert und zwischengelagert: Wer das Wiederaufmauern übernimmt, ist noch unklar, erklärt Gemeindesprecher Niklas Maack:

Für Marcel Christian und sein Team ist die Sanierung des Mieler Friedhofes auf jeden Fall so etwas wie eine Ehrensache: Und zwar aus Verbundenheit zum Ort und aus Respekt vor den Toten. „Viele Kollegen und Nachbarn liegen hier begraben.“ Wie lange die Arbeit dauern wird? Christian weiß es nicht: „Das hängt natürlich auch davon ab, wie intensiv wir die Steine reinigen müssen.“ Er geht aber davon aus, dass die Arbeit mehrere Monate dauern wird.

Neben der Wiederherstellung der Mauer ist auf dem Mieler Friedhof auch sonst noch einiges zu tun: So müssen eine Reihe von Gräbern wieder hergerichtet und die Grabsteine wieder aufgestellt werden. Das können, ja das dürfen die freiwilligen Helfer nicht tun, stellt Schumacher klar: „Vielmehr ist das Sache der Eigentümer der Grabstätte.“

Und wie ist die Lage auf den anderen Friedhöfen: „Etwas stärker betroffen war nur der Odendorfer Friedhof“, sagt Gemeindesprecher Maack:. „Hier ist es aber so, dass nichts zerstört wurde und die Angehörigen ihre Gräber selber gepflegt haben.“ Weitere Hilfe sei dort also nicht notwendig gewesen.