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Swisttal: Schule braucht mehr Anmeldungen um Sekundarschule zu werden

Swisttaler Sekundarschule will Gesamtschule werden : Angemeldete Schüler aus Weilerswist zählen nicht

Bis Freitag braucht die Sekundarschule Swisttal 100 Anmeldungen, um zur Gesamtschule zu werden. Die Zahl ist aber noch nicht erreicht.

100 Anmeldungen für das neue Schuljahr braucht die Georg-von-Boeselager-Schule bis Ende der Woche, damit sie wie geplant von der Sekundarschule zur Gesamtschule umgewandelt werden kann. Bisher ist die Zahl noch nicht erreicht, bestätigt Schulleiterin Sybille Prochnow Penedo.

Das sähe anders aus, wenn die zehn Schüler aus Weilerswist, die sich ihr zufolge in Swisttal angemeldet haben, mitgezählt würden. Weil der Rat der Gemeinde Weilerswist sich im Dezember aber explizit gegen einen Beschulungsvertrag mit der Gemeinde Swisttal ausgesprochen hatte, tun sie das aber nicht.

Eltern aus Weilerswist sind sauer

„Wir haben uns bewusst für diese Schule entschieden, weil es dort einen Sportzweig gibt“, berichtet Svenja Zafiris (42) aus Metternich dem GA. Schon im Dezember hatte sie ihre neunjährige Tochter, die Kampfsport und Geräteturnen macht, in Swisttal-Heimerzheim angemeldet. Metternich liege deutlich näher an Heimerzheim, und außerdem sei das Anmeldeverfahren in Weilerswist bereits abgeschlossen.

Desiree Mayer (42) aus Lommersum hat am Dienstag vor der Ratssitzung in Weilerswist noch einmal versucht, alle Fraktionen zu erreichen. Fünf Weilerswister Familien haben ihr Schreiben unterzeichnet. Die Gesamtschule in Euskirchen sei ihr ein zu großer Brennpunkt. „Wir haben freie Schulwahl. Nur weil eine Gemeinde ihre Unterschrift nicht gibt, kann es nicht sein, dass mein Kind sechs Jahre unglücklich zur Schule gehen muss“, sagt sie.

Keine Schulungsvereinbarung

Die Mütter zeigten sich enttäuscht, dass die Gemeinde Weilerswist zunächst gar nicht erklärt habe, was eine Schulungsvereinbarung sei. Lange habe die Gemeinde sie im Dunkeln gelassen, bis sie die Eltern mit dem Ratsbeschluss vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Laut den Ratsunterlagen sieht die Gemeinde Weilerswist ihre eigene Gesamtschule durch den Standort in Heimerzheim bedroht. Dabei kriege Weilerswist die fünf Züge regelmäßig voll, Schüler würden sogar abgelehnt, berichtet eine Mutter aus Neukirchen. „Wir fühlen uns in der freien Schulwahl absolut ausgehebelt“, sagte sie.

Was passiert, sollte die Umwandlung nicht geschehen, ist noch unklar. Laut den Familien besteht die Gefahr, dass die Georg-von-Boeselager-Schule als Sekundarschule weniger Kinder aufnehmen dürfte und die Weilerswister Kinder abgewiesen werden. „Ohne eine entsprechende Vereinbarung können wir diese Kinder nur aufnehmen, wenn wir bereits 100 Anmeldungen haben“, sagte Prochnow Penedo.

Kalkbrenner appelliert an Amtskollegin

Die Weilerswister Bürgermeisterin Anna-Katharina Horst sagte dem GA aber: Die Georg-von-Boeselager-Schule hat nach der Frist am 19. Februar „unabhängig von einer Beschulungsvereinbarung mit der Gemeinde Weilerswist die Möglichkeit, entweder als Gesamtschule oder als Sekundarschule Schüler aus Weilerswist, die jetzt noch auf der Warteliste stehen, aufzunehmen“. Als Bürgermeisterin könne sie aber nichts anderes machen, als die Beschlüsse des Rats umzusetzen.

Ihre Swisttaler Amtskollegin Petra Kalkbrenner zur Haltung der Nachbargemeinde: „Wir haben Verständnis für diese aus Sicht von Weilerswist im Interesse der eigenen Schule getroffene Entscheidung. Allerdings hat die Gesamtschule Weilerswist ihr Anmeldeverfahren nun abgeschlossen und konnte erneut nicht alle Anmeldungen berücksichtigen. Somit ist eine neue Situation eingetreten, die im Interesse und zum Wohl der Schülerinnen und Schüler gelöst werden sollte.“

Kalkbrenner hat daher nochmals an die Verwaltung sowie an die politisch Verantwortlichen der Gemeinde Weilerswist appelliert, ihre Haltung in der Frage zu überdenken, um zumindest für die interessierten Schülerinnen und Schüler und die bereits von der Weilerswister Gesamtschule abgelehnten Kinder für das Schuljahr 2021/22 eine einmalige Zustimmung der Gemeinde Weilerswist zu erhalten. Diese Vereinbarung muss bis zum Ablauf des 19. Februar 2021 zustande kommen, da an diesem Tag die Anmeldefrist für die Gesamtschule Swisttal endet.