Tierheim Troisdorf Swisttaler Gemeinderat entscheidet gegen einen Vertrag

SWISTTAL · Sie kamen mit Transparenten und wollten sich zu Wort melden, aber die beabsichtigte Wirkung verpuffte: Eine Gruppe von Tierschützern aus der Region nahm gestern an der Sitzung des Swisttaler Gemeinderats teil, um gegen die Pläne der Gemeinde zu protestieren, aus der Solidargemeinschaft der Kommunen auszutreten, die das Tierheim für den Rhein-Sieg-Kreis in Troisdorf finanziert.

 Mit Transparent angereist: Mitglieder von Tierschutzvereinen vor dem Swisttaler Rathaus.

Mit Transparent angereist: Mitglieder von Tierschutzvereinen vor dem Swisttaler Rathaus.

Foto: ROLAND KOHLS

Der Rat fällte die Entscheidung einstimmig bei einer Enthaltung, ohne dass es zu einem Wortwechsel kam: Die Aktivisten hatten es schlichtweg verpasst, von ihrem Rederecht in der Einwohnerfragestunde Gebrauch zu machen.

Anlass für die Empörung der Tierfreunde war die einstimmige Empfehlung des Swisttaler Hauptausschusses an den Gemeinderat, statt eines Vertrags mit dem Tierheim Troisdorf einen ab 1. Juli geltenden Kontrakt über die Abholung und Unterbringung von Fund- und Gefahrtieren mit dem Tierschutzverein Mechernich und Walter Görgens vom Hundeverein Odendorf abzuschließen. Dies sei nur ein Wechsel des Vertragspartners, betonte Monika Wolf-Umhauer (FDP) in der Ratssitzung ."Wir halten unsere Verpflichtung zum Tierschutz ein", sagte sie an die Adresse der Kritiker

Die hatten in den vergangenen Tagen in Stellungnahmen ihren Unmut ausgedrückt. Der Tierschutzverein für den Rhein-Sieg-Kreis wirft der Gemeinde vor, sich künftig nicht mehr um in Not geratene Katzen kümmern zu wollen. Der Katzenschutz Rhein-Sieg e.V. kritisiert, die Gemeinde wolle sich vor ihrer Verantwortung drücken. Die Entscheidung aus Kostengründen zu fällen, mache den gesetzlich verankerten Tierschutz zur Farce. Der Tierschutzverein behauptete, erst Ende Juni hätten Mitarbeiter des Tierheims Troisdorf ausrücken müssen, um "für das Ordnungsamt der Gemeinde Swisttal" Katzen, Schlangen und Vogelspinnen eines Bürgers zu versorgen, die dieser in seiner Wohnung zurückgelassen habe.

Mehrere Mitarbeiter und Ehrenamtliche seien über drei Tage immer wieder mit diesem Fall beschäftigt gewesen. Wie der Pressesprecher der Gemeinde Swisttal, Bernd Kreuer, auf Anfrage erklärte, handelte es sich nicht um einen regulären Fall für das Ordnungsamt, sondern dieses sei unterstützend tätig geworden im Rahmen einer polizeilichen Maßnahme, weil der Besitzer der Tiere "festgesetzt" worden sei. Insofern habe die Gemeinde das Tierheim lediglich informiert, aber keinen offiziellen Auftrag erteilt. Ansonsten hätte das Kreisveterinäramt eingeschaltet werden müssen. Auch wirft der Tierschutzverein der Gemeinde Swisttal vor, seit Jahresbeginn keine Zahlungen an das Tierheim Troisdorf geleistet zu haben. Das bestätigte Kreuer, betonte aber, dies werde nach der Ratsentscheidung nachgeholt.

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