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Swisttaler Recyclingfirma bekommt Besuch aus Ghana

Internationaler Austausch : Swisttaler Recyclingfirma bekommt Besuch aus Ghana

Weit gereister Besuch war jetzt im Swisttaler Ortsteil Ollheim zu Gast. Der Anlass mag ungewöhnlich erscheinen: Den Gästen aus Ghana ging es nämlich um Plastikmüll.

Weit gereisten Besuch hat jetzt das Recyclingunternehmen Hündgen bekommen: Eine Delegation aus Ghana, die aus Geschäftsführern und leitenden Führungskräften der ghanaischen Kunststoff- und Recyclingindustrie bestand, informierte sich über die Prozessabläufe in der Sortieranlage des Betriebs in Swisttal-Ollheim. Es geht um eine möglichst sortenreine Trennung von Plastikmüll für die Wiederverwertung.

Warum der Besuch ausgerechnet seine Firma ausgewählt hatte, kann Geschäftsführer Winfried Hündgen erklären. Bereits 2018 sei die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit einer Delegation aus Ghana zu Besuch gewesen.

Darauf folgte eine Einladung nach Ghana, die in einem Gegenbesuch von Winfried Hündgen im Dezember 2019 mündete: „Ich habe dort einen Vortrag über Recycling in Deutschland gehalten und eine ghanaische Recyclinganlage besichtigt“, erinnert er sich.

Plastikmüll ist auch in Ghana ein großes Problem

Drei Mal ist im Rheinland bekanntlich Tradition. Und so war beim nunmehr dritten Kontakt das Interesse erneut groß. Die Delegation aus Ghana war anlässlich eines Projekts der GIZ zu Gast in Deutschland. Die GIZ unterstützt das Land nach eigener Aussage bei der Etablierung von nachhaltiger Kunststoffverwendung, finanziert vom Land NRW und mit Unterstützung der NRW-Staatskanzlei im Rahmen der Ghana-NRW-Partnerschaft.

Denn: Das Problem mit Plastikmüll ist auch in Ghana groß: „Die wachsende Wirtschaft und der sich verändernde Lebensstil führen in Ghana zu einer steigenden Menge an Plastikmüll“, heißt es vonseiten der GIZ. Der Staat bemühe sich, mit einer Kunststoffmanagement-Politik den Plastikmüll zu reduzieren und das Recycling nachhaltiger zu gestalten.

 Winfried Hündgen zeigt Granulat für Laminatböden, das aus wiederverwendetem Plastikmüll besteht.
Winfried Hündgen zeigt Granulat für Laminatböden, das aus wiederverwendetem Plastikmüll besteht. Foto: Axel Vogel

Ersatz für Kohle oder Gas

Wie Recycling in Ollheim funktioniert, erklärten Geschäftsführer Winfried Hündgen, Sohn Christian Hündgen und Betriebsleiter Frank Arleth der Delegation. „Schließlich hat sich der Prozess des Recyclings seit den Anfängen in den 70er Jahren stetig verfeinert und verbessert“, so Winfried Hündgen. So könnten mittlerweile trotz sogenannter Störstoffe 50 Prozent des Materials aus der Wertstofftonne wiederverwendet werden.

Etwa als Ersatzbrennstoff in Zementanlagen, fügt Christian Hündgen hinzu. In diesen ersetze es Brennstoffe wie Kohle oder Gas. Ebenso komme das Material in der Aufbereitung von Kunststoffpellets zum Einsatz: „Die werden dann zur Herstellung von neuen Produkten wie beispielsweise Laminat verwendet.“