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In Odendorf: Swittaler verwandeln ihr Zuhause in Lebkuchenhaus

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1200 Meter Lichterkette, drei Meter hohe Lebkuchenmänner und vier Wochen Aufbauzeit: Die Familie Schlief schmückt ihr Haus an der Tombergstraße jedes Jahr zu Weihnachten aufwendig. Ab Sonntagabend leuchtet das Lebkuchenhaus in Odendorf wieder.

Es sind noch ein paar Wochen bis Weihnachten. Wer seinen Vorgarten für den Advent dekorieren will, entwirrt derzeit die Lichterketten, bringt den einen oder anderen Weihnachtmann an. So ähnlich hält es auch Familie Schlief. Allerdings sind deren Vorbereitungen in Odendorf deutlich umfangreicher. Etliche Kisten füllen die Garage, zahlreiche Figuren stehen im Keller.

Die fertige Beleuchtung am Haus an der Tombergstraße bringt jedes Jahr die Menschen zum Staunen. Einige Kinder sind ob des Lichterglanzes sogar überzeugt: Hier wohnt der Weihnachtsmann. Schließlich können sie seinen Schatten hinter den Fenstern umherhuschen sehen. Hinter so viel Weihnachtszauber steckt viel Arbeit. Damit die riesigen Figuren, Projektionen mit bewegten Schemen und nicht zuletzt etliche Lichter an ihren Platz kommen, sind Marc und Silke Schlief seit Anfang November im Einsatz. Drei bis vier Wochen dauert der Aufbau, je nachdem, wie viele Stunden sie täglich neben Arbeit und zwei kleinen Kindern erübrigen können. Die Lichter gehen am Sonntagabend erstmals an, an Silvester wird die Dekoration wieder abgebaut, damit sie nicht durch Böller beschädigt wird.

Was wo hinkommt, entscheiden die beiden spontan. „Wir sind völlig planlos“, sagt Marc Schlief und lacht. „Wir machen das jedes Jahr nach Gefühl“, ergänzt seine Frau. Und das in Odendorf seit fünf Jahren. Schon vor einiger Zeit besuchte sie ein Team des WDR. Allerdings ist unterdessen so viel Schmuck dazugekommen, dass Marc Schlief heute beim Ansehen dieses Fernsehberichtes findet: „Das sieht im Rückblick jämmerlich aus.“

Deko-Shopping das ganze Jahr

Weihnachtsdekoration ist für die beiden keine saisonale Angelegenheit. Sie halten das ganze Jahr über die Augen auf. Im Sommer sei vieles günstiger. Außerdem fände sich manchmal in Baumärkten eine vergessene, leicht beschädigte Figur, die sie dann selbst reparieren. Die Klassiker wie Lichterketten und Weihnachtmänner besitzen sie längst. Ihre Wünsche sind unterdessen ausgefallener. Vergangenes Jahr kauften sie eine Plane an, hinter der die ganze vordere Fassade verschwindet. Allein um die anzubringen, nahmen sie sich einen ganzen Samstag Zeit.

Im Advent leben Schliefs quasi in einem Lebkuchenhaus. Passend dazu erfüllte sich Marc Schlief einen weiteren Wunsch: zwei aufblasbare Lebkuchenmänner, jeder fast drei Meter hoch. Zusätzlichen Platz gibt es dieses Jahr im Garten. Seit eine Hecke entfernt wurde, kann der ebenfalls von der Straße aus eingesehen werden. Aber vor allem gilt: „Das wichtigste an der Weihnachtsdeko sind die Lichter.“ 600 bis 700 Meter Lichterketten schätzt Schlief grob, doch seine Frau korrigiert ihn: „Allein auf dem Dach liegen ja schon 150 Meter.“ Insgesamt seien es wohl eher 1200 Meter.

Die Frage, was das für die Stromrechnung bedeute, wird dem Paar oft gestellt. Weil alle Lichter LED-Lämpchen seien, sei der Verbrach laut Marc Schlief überschaubar. Welchen Betrag genau Schliefs bislang für ihren Weihnachtszauber investiert hat, bleibt ein Geheimnis. „Ein großer Urlaub“, verrät Silke Schlief nur. Wenn es nach ihr ginge, könnten noch ein paar weitere Disney-Figuren ihren Weg an die Tombergstraße finden. Die sind ihre große Leidenschaft.

Deko muss jeden Tag gepflegt werden

Nach der Aufbauarbeit im November kommt dann der tägliche Einsatz im Advent. Zuerst ein Rundgang am frühen Abend, um die Beleuchtung anzuschalten und den aufblasbaren Figuren Leben einzuhauchen anzuschalten. „Den Figuren muss man dabei etwas unter die Arme greifen“, wissen die beiden. Und dann später muss jeden Tag alles auch wieder ausgeschaltet und teilweise wetterdicht verpackt werden, schon aus Rücksicht auf die Nachbarn.

Ein Besuch am „Weihnachtshaus“ gehört unterdessen für viele Familie zu den Adventstraditionen, oft schauen sie vor der Bescherung vorbei. Schliefs hatten zwar überlegt, in diesem Jahr auf die Dekoration zu verzichten, wollten aber gerade diese Besucher nicht enttäuschen. Sie bitten aber darum, Abstand zu halten und eine Maske zu tragen.

Und sie haben ein paar Tipps für alle, die ebenfalls ihre Adventsdekoration aufbauen. „Man sollte unbedingt darauf achten, dass die Elektrik vor Feuchtigkeit geschützt ist“, rät Marc Schlief. Nach Versuchen mit Tüten und Klebeband empfiehlt er, lieber direkt spezielle Kunststoffboxen anzuschaffen. Eine andere wichtige Erfahrung gibt seine Frau weiter: Bei Lichterketten immer lieber zu längeren Modellen greifen. Wenn die um Bäume, Büsche oder Geländer gewickelt werden, sieht es so besser aus und man hat am Ende weniger Stecker. Die stellen das Ehepaar nämlich stets vor einige Herausforderungen. „Wir haben jedes Jahr zu wenig Steckdosen und Verlängerungskabel“, so ihre Erfahrung. Irgendwie klappt es aber trotzdem.