Abrisse, Sanierungen, Neubauten Wie der Wiederaufbau nach der Flut in Swisttal vorangeht

Swisttal · Abrisse, Sanierungen, Neubauten: Was beim Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe von 2021 in Swisttal bereits erreicht wurde – und was noch ansteht. Das sind die Details.

 Die Backsteinmauer um den Friedhof Miel ist wieder aufgebaut. Sie war während der Flut umgestürzt.

Die Backsteinmauer um den Friedhof Miel ist wieder aufgebaut. Sie war während der Flut umgestürzt.

Foto: Hans-Peter Fuss

Schäden in Höhe von 74 Millionen Euro an der öffentlichen Infrastruktur hatte die Gemeinde Swisttal nach der Flut zu beklagen. Diese Summe hat sie auch vom Land bewilligt bekommen. Davon ist bereits einiges verbaut, andere Projekte sind im Bau oder in der Planung. Der von der Gemeinde beauftragte Projektleiter Jörg Timmermann vom Büro Schumacher in Wiehl stellte dem Gemeinderat einen Zwischenbericht vor.

Turnhalle Odendorf: Die Ausschreibung für den Rückbau (also Abriss) läuft. Bis zum Bau einer neuen Halle soll als Interimslösung eine Fertigteilhalle dienen. Zuvor muss noch geprüft werden, ob Sprengstoffe aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegen.

Fließgewässer: Die Prüfung auf Kampfmittel aus dem Krieg ist zu 80 Prozent abgeschlossen. Danach kann die Vergabe für Ausbau und Freiräumung der Fließhindernisse in den kleinen Bächen erfolgen.

Wohngebiete: Durch Geländemodellierungen, eventuell in Form von Wällen, sollen die Wohngebiete Kottengroover Maar und Neukircher Weg in Heimerzheim sowie Kuchenheimer Weg in Odendorf vor dem Zufluss von Regenwasser nach Starkregen geschützt werden.

Friedhöfe: Die Flut hatte die Backsteinmauer um den Friedhof in Miel zerstört. Eine von der Gemeinde beauftragte Firma hat sie jetzt wieder mit den Originalsteinen aufgebaut. Die Ausschreibung für die Sanierung der Friedhofsmauer in Ollheim läuft.

Orbach in Odendorf: Der Erftverband hat ein Konzept zur Sanierung der Orbachstraße entwickelt. Dazu gehören auch die Erneuerung des Kanals und des Bachbetts. Derzeit wird ein Geländemodell auf der Basis einer digitalen Vermessung erarbeitet. Auf dem geplanten Sportcampus steht die Prüfung auf Kampfmittel an. Geprüft wird auch eine sogenannte „Umflut“ des Orbachs. Im Falle eines Hochwassers könnte dann Wasser über einen Graben oder durch ein Rohr um den südlichen und östlichen Ortsrand von Odendorf herumgeleitet werden. Diese Umflut flösse dann am nördlichen Ortsrand wieder ins Bett des Orbachs. Die Hoffnung ist, dass auf diese Weise weniger Wasser durch den Ort fließt.

Brücke an der Burg: Auch für die Installation einer provisorischen Fußgängerbrücke über den Orbach in Höhe der Odendorfer Burg wurde Fördergeld beantragt. Von dort sind es 170 Meter zur Brücke Schornbusch/In der Freiheit und 140 Meter zur Brücke Frankenstraße. Deshalb war das Projekt im Rat auch umstritten. Es ging um die Frage, ob in einem 310 Meter langen Abschnitt des Orbachs wirklich eine dritte Brücke, wie sie vor der Flut existierte, notwendig sei.

Regenrückhaltebecken: Am Schießbach in Ollheim und an der Swist bei Heimerzheim sollen eventuell Regenrückhaltebecken entstehen. Wo diese genau platziert werden, steht noch nicht fest.

Straßen: An der Michelsbergstraße und der Tombergstraße in Odendorf sowie am Gottfried-Velten-Platz in Heimerzheim sind seit der Flut deutliche Absackungen zu erkennen. Ebenso am Durchlass zwischen B 56 und Sportplatz in Buschhoven. Diese Löcher sollen gefüllt werden.

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