Verkehr in Heimerzheim Wie Heimerzheim für Fußgänger sicherer werden soll

Swisttal-Heimerzheim · Heimerzheim soll für Fußgänger sicherer werden. Es gibt zahlreiche Vorschläge. Welche realisiert werden, muss der Gemeinderat entscheiden.

 Die Bachstraße in Heimerzheim könnte von der Grundschule in Richtung Gasthaus „Zur Linde“ zur Einbahnstraße werden.

Die Bachstraße in Heimerzheim könnte von der Grundschule in Richtung Gasthaus „Zur Linde“ zur Einbahnstraße werden.

Foto: Hans-Peter Fuss

Die Orte in der Gemeinde Swisttal sollen für Fußgänger sicherer werden. Das Land NRW und das Zukunftsnetz Mobilität NRW haben für den größten Ort Heimerzheim einen Fußverkehrs-Check finanziert, der vom Dortmunder Büro Planersocietät mithilfe von Workshops und Begehungen mit Bürgern im Herbst 2023 durchgeführt wurde. Niklas Rischbieter vom Büro stellte die Ergebnisse im Planungs- und Verkehrsausschuss vor. Welche der zahlreichen vorgeschlagenen Maßnahmen dann schließlich realisiert werden, hängt auch von der Finanzlage der Gemeinde ab. Letztendlich muss der Rat darüber entscheiden.

Der Ausschuss beschloss jedenfalls, die Vorschlagsliste mit der vorgegebenen Priorisierung in Zusammenarbeit mit dem Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises abzuarbeiten. Und es soll auf Vorschlag von Joachim Euler (SPD) und Heike Gebhardt (BfS) geprüft werden, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen auch auf die anderen Orte in Swisttal übertragen werden können. In jedem Fall sollen die Vorschläge aus dem Fußverkehrs-Check bei künftigen Verkehrsplanungen berücksichtigt werden.

Zuerst die Schulwege

An erster Stelle steht die Sicherheit der Schulwege. Um die Situation an der Grundschule in Heimerzheim zu verbessern, an der allmorgendlich Elterntaxis für erhebliche Unübersichtlichkeit und Gefahren für die Kinder sorgen, schlägt Rischbieter vor, für die Elterntaxis eigene Haltepunkte mindestens 250 Meter von der Schule entfernt auszuweisen. Außerdem regt er an, die Bachstraße von der Brücke Bornheimer Straße in Richtung Gasthaus „Zur Linde“ zur Einbahnstraße zu machen, auf der gegenüberliegenden Seite soll der Verkehr in umgekehrter Richtung rollen. Geh- und Querungsbereiche sowie Fahrbahnverengungen und Aufpflasterungen im Umfeld der Schule sollen die Sicherheit der Kinder erhöhen. Es werde Zeit, dass sich an der Grundschule etwas ändere, sagte Ausschussvorsitzende Gertrud Klein (CDU), „denn die Situation dort morgens ist eine Katastrophe“.

Rischbieter empfiehlt, sämtliche Borde an Kreuzungen oder Querungsbereichen abzusenken oder Unebenheiten auszugleichen sowie Hindernisse wie Poller (Bachstraße) oder Briefkästen (Kölner Straße) zu beseitigen. Damit fielen zahlreiche Stolperfallen weg. Auch sollten Bodenindikatoren zum Standard gehören. An Ampelübergängen soll das Zwei-Sinne-Prinzip gelten: Mindestens zwei von drei Sinnen (visuell, taktil, akustisch) sollen angesprochen werden.

Tempo 30 für die Kölner Straße

Für die unübersichtliche Ecke Euskirchener Straße/Birkenallee schlägt das Planungsbüro einen Zebrastreifen vor. Dies vor allem im Hinblick auf die Schulkinder aus dem benachbarten Neubaugebiet, die über diesen Knotenpunkt über die Weststraße in Richtung Schule gehen. Für die Kölner Straße, die zentrale Ortsdurchfahrt, schlägt das Büro Tempo 30 vor.

Im Ausschuss wurde bedauert, dass beim Bau der Märkte am Metternicher Weg die vorgeschriebene Mindestbreite der Gehwege nicht eingehalten worden sei. „Das ist ernüchternd, dass dort nicht nachgebessert wurde“, bedauerte Monika Goldammer (Grüne). Rischbieter schlägt dort eine Markierung des Gehwegs in hellem Grau und Fußverkehrs-Piktogramme vor. Tobias Leuning (SPD) regte an, kleinere Maßnahmen wie etwa Markierungen auf der Fahrbahn zügig anzugehen. Weiter schlug er vor, über die Landesstraße 163 in Höhe der Burg eine Querungshilfe einzurichten. Sven Kraatz (Grüne) sprach sich dafür aus, den Verkehr auf der Vorgebirgsstraße zu reduzieren.

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner will nun prüfen, welche der genannten Maßnahmen vom Land gefördert und welche aus dem laufenden Haushalt bezahlt werden können. Man könne schon mit einfachen Markierungen viel für eine höhere Sicherheit der Fußgänger tun.

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