1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Swisttal

Hochwasser im Linksrheinischen und im Kreis Ahrweiler: Wo Betroffene nun ihren Müll entsorgen können

Hochwasser im Linksrheinischen und im Kreis Ahrweiler : Wo Betroffene nun ihren Müll entsorgen können

Linksrheinisch läuft in Sachen Müllentsorgung momentan nichts. Aber es gibt eine neue Anlaufstelle für Betroffene. Ab Montag sollen Sonderfahrten für Sperrmüll beginnen.

Die RSAG-Entsorgungsanlage in Swisttal-Miel bleibt bis Ende kommender Woche geschlossen. Die Entsorgungsanlage wurde durch die unmittelbare Nähe zur Swist erheblich vom Unwetter getroffen. Die Anlage liegt in einem Kessel und wurde meterhoch überflutet. Sie ist verschlammt, zusätzlich wurden Lagerhallen, Kfz-Werkstatt und volle Müllcontainer überflutet. Der gesamte Müll schwimmt auf der mehrere tausend Quadratmeter großen Fläche. „Wir haben dort immense Schäden, die Tankanlagen sind unterspült, Container hochgeschwemmt, die Elektronik ausgefallen“, sagt RSAG-Sprecher Joachim Schölzel.

Dort steht die gesamte Logistik des Müllentsorgungsunternehmens für den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Die LKW seien zwar etwas erhöht abgestellt und somit in Sicherheit, aber sie kommen nicht raus, weil sie von Wasser umgeben sind. Deshalb wird es zunächst keine Müllabfuhr geben, und auch Müll annehmen können die RSAG-Leute dort nicht.

RSAG versucht, Lastwagen bis Montag zu befreien

Doch gerade der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis und der Kreis Ahrweiler wurden von dem Unwetter stark getroffen. Zahlreiche Keller und Wohnungen sind vollgelaufen, deren zerstörter und verschlammter Hausrat nun aufgeräumt werden muss. Doch wohin damit?

Laut Schölzel gebe man nun alles, dass die LKW-Flotte, die derzeit vom Wasser eingeschlossen ist, bis Montag aus dem überschwemmten Gebiet zu bekommen und einsatzbereit zu sein. Dann sollen die Sonderfahrten für den Sperrmüll aus dem Unwetter beginnen, der in die Müllverbrennungsanlage nach Bonn gebracht wird. Restmüll-, Papier- und Wertstofftonnen werden dann wie gewohnt geleert. Nicht geleert werden kann in der nächsten Woche die Biotonne, da das Kompostwerk auf der Entsorgungsanlage komplett unter Wasser steht. Auch entfällt linksrheinsch die Biobündelsammlung. Wann das Kompostwerk wieder genutzt werden kann, entscheidet sich im Laufe der nächsten Woche.

Der Sperrmüll von den Unwetteropfern wird über die einzelnen Kommunen koordiniert. „Wir wissen ja nicht, welche Mengen da auf uns zukommen“, so Schölzel. Die jeweilige Stadt oder Gemeinde nehme die Anfragen an und registriere die Daten, damit der Plan für die Sonderfahrten der RSAG erstellt werden kann. Betroffene Bürger möchten sich bei ihren Rathäusern melden - zurzeit über die zentrale Telefonnummer, kommende Woche werden über die RSAG-Homepage alle Rufnummern kommuniziert.

Elektrogeräte sollen vom übrigen Hausrat getrennt werden

Solange der Sperrmüll nicht abgefahren werden kann, könne er ruhig draußen an der Straße stehen bleiben, sagt Schölzel. Wichtig sei nur, dass Elektrogeräte vom übrigen Hausrat getrennt werden - diese müssen gesondert abgefahren werden. Schölzel vermutet, dass sich die Sonderabfuhren des Sperrmülls über ein bis zwei Wochen ziehen werden. „Einige Menschen können noch gar nicht wieder in ihre Keller rein, weil das Wasser noch drin steht“, sagt der Pressesprecher.

Diejenigen, die schon mit dem Aufräumen beginnen können und nicht auf die Abfuhr der RSAG warten wollen, können den Sperrmüll aus Unwettergebieten auch direkt bei der Firma Hündgen in Swisstal-Ollheim kostenlos anliefern. Das hat die RSAG mit der Firma Hündgen vereinbart. Die Anlage ist heute bis 16.30 Uhr, morgen, Samstag bis 12 Uhr, und nächste Woche zu den normalen Zeiten geöffnet.

Menschen aus Lohmar, die vom Unwetter betroffen sind, können laut Schölzel ihren Sperrmüll auf den Wertstoffhof in Troisdorf bringen oder einen Abfuhrtermin bei der Stadt unter der Notfallnummer 02246/15444 vereinbaren.

Im Kreis Ahrweiler werden teils Container aufgestellt

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Ahrweiler weist darauf hin, dass auch Mitarbeiter des AWB vom schlimmen Unwetter betroffen seien. „Aus diesem Grunde können nicht alle Leistungen sofort zur Verfügung stehen. Wir bitten um Verständnis und sind bemüht, unsere Kapazitäten durch das Hinzuziehen von externen Dienstleistern aufzustocken“, heißt es in einer Mitteilung.

In stark betroffenen Bereichen stellen der Abfallwirtschaftsbetrieb oder die Gemeinde nach Möglichkeit Container zur Verfügung. Auch ein zentraler Sammelplatz kann eingerichtet werden. Über etwaige Sonderabfuhren von zum Beispiel Problemabfall in betroffenen Straßen werden die Bürger kurzfristig im Internet informiert.