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Kabarett in Morenhoven mit Onkel Fisch: Zeit des Exils, Zeit der Abschiede

Kabarett in Morenhoven mit Onkel Fisch : Zeit des Exils, Zeit der Abschiede

Das Duo Onkel Fisch präsentiert im ausverkauften Kreaforum seinen satirischen Jahresrückblick 2021.

So richtig vorbei ist 2021 ja eigentlich noch nicht – auch wenn der eine oder die andere an das zweite Corona-Jahr in Folge, das mit einem harten Lockdown begonnen hat und womöglich auch ähnlich enden könnte, am liebsten schon jetzt einen Haken machen würde. Nicht so indes Adrian Engels und Markus Riedinger vom Kabarett-Duo „Onkel Fisch“: gern gesehene Gäste im nun wiederum restlos ausverkauften Morenhovener Kreaforum, und dies wohlgemerkt zu allen Jahreszeiten.

Wöchentlicher Podcast Zugabe pur

Als Gastgeschenk für Gastgeber und Publikum haben die beiden jetzt – sozusagen ganz frisch ausgepackt – ihren Jahresrückblick 2021 mitgebracht, mit dem sie anschließend auf Tour gehen werden. So die Pandemie sie denn lässt. Grundlage dafür ist der regelmäßige halbstündige Satire-Podcast „Zugabe pur“ im WDR 2-Radio, in dem Onkel Fisch auf die sich neigende Woche blickt .

Die Retrospektive als solche darf also als bekannt vorausgesetzt werden. Und wer mit der von Engels und Riedinger geprägten Stilart des „Action Kabaretts“ vertraut ist, der weiß, dass sich von diesen „Men in Black“ auch und gerade in der Rückschau so einiges erwarten lässt. Freilich braucht es diesmal ein wenig, bis die beiden die Betriebstemperatur aufgenommen haben, die es braucht, um das verbale und physische Zusammenspiel geschmeidig, die Pointen treffsicher und die Pausen dazwischen akzentuiert zu gestalten. Ernsthafte Sorgen muss sich aber niemand im Kreaforum machen, dafür ist das oben auf der Bühne schließlich Onkel Fisch.

Blick auf Putin im Jahr 2036

Und siehe da, ganz so ereignislos war dieses 2021 bislang gar nicht. Es sagt uns, das wir Abschied nehmen müssen von Angela Merkel auf der (welt)politischen Bühne und Jogi Löw auf der Trainerbank. Für Putin wäre es eigentlich auch an der Zeit. Aber der – so fürchten Engels und Riedinger – macht einfach durch bis 2036. Ihr Blick in eben diese Zukunft hat fraglos etwas desillusionierend Realistisches. Was lernen wir sonst noch aus den ersten elf Monaten, die einem im heimischen Exil gefühlt irgendwie länger vorgekommen sind? Dass man Pferde, die trotz energischster Peitschenhiebe partout nicht spuren wollen, im modernen Fünfkampf künftig durch Fahrräder zu ersetzen gedenkt. Die sind es schließlich gewohnt, getreten zu werden.

Dass die simpelsten Corona-Schutzmaßnahmen die denkbar beste Vorlage dafür bieten, eine populäre Fernsehshow wie „The Masked Singer“ mit 08/15-Mundschutz weitaus kostengünstiger zu produzieren und zumindest den von den Kostümen schmerzenden Augen wohlverdiente Erholung zu bieten. Ferner, dass eloquente Politiker nicht nur wie der schier unermüdlich menetekelnde Karl Lauterbach (SPD) vom Niederrhein in die Talkshows strömen, sondern auch im Sauerland einer bereit steht, der so gern CDU-Vorsitzender wäre – und zwar nicht erst im Merz.

Wohlan: Alles ist möglich und vielleicht sogar auch noch mehr: Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass die CDU es schaffen würde, ihren Vorsprung vor der Bundestagswahl derart souverän zu verspielen? Oder dass die nun von Hansi Flick geführte Natrionalelf die Qualifikation für die Wüsten-WM in Katar schafft – und dies gegen erklärte Angstgegner wie Liechtenstein und Nordmazedonien?

Doch gleichviel: Wie auch immer sich der Übergang 2021/2022 und die ersten elf Monate des neuen Jahres gestalten mögen. Onkel Fisch sei Dank lässt sich wenigstens nachher herzlich darüber lachen.

Für die künftigen Kabarett-Veranstaltungen im Kreaforum gilt die 2G-plus-Regel. Das bedeutet für die Gäste, dass sie bei der Eingangskontrolle einen Impfnachweis über mindestens zwei COVID-19-Impfungen, einen Personalausweis und einen tagesaktuellen negativen Testnachweis vorlegen müssen.