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Wachtberg: Tierschutzverein sucht dringend Paten

Tiere suchen ein Zuhause : Tierschutzverein Wachtberg sucht dringend Paten

Der Tierschutzverein in Wachtberg braucht Unterstützung und sucht deshalb Paten. Auch einen kleinen Lagerraum benötigen die Tierschützer.

Seit November ist Iris Tenorth die neue Vorsitzende des Tierschutzvereins Wachtberg. Die Entwicklung und Schwierigkeiten des Vereins verfolgt sie als Mitglied jedoch bereits länger. Die Geldnot wegen der ausfallenden Veranstaltungen linderten in der Zwischenzeit Einzelspender und einige Helfer, die bereit waren, Spendendosen des Vereins aufzustellen. Ebenso dringend wie Spenden benötige der Verein aktuell Pflegestellen, erzählt die Vorsitzende.

Finchen heißt beispielsweise eine von vielen Tieren, die ein Zuhause auf Zeit suchen. Die getigerte Katze hat Glück gehabt und ist bei Petra Tillmanns in Pech untergekommen. „Der Tierarzt schätzt, dass sie etwa zehn bis zwölf Jahre alt ist“, berichtet Tillmanns. Am Wachtbergdenkmal haben Enewa-Mitarbeiter den Stubentiger gefunden und den Tierschutz alarmiert. Suchaufrufe hat es gegeben. Gemeldet haben sich die Besitzer des Tieres nicht.

Schicksal der Katze ist unbekannt

Welches Schicksal genau Finchen widerfahren ist, lässt sich natürlich nicht erfragen. Eine Wildkatze sei sie jedenfalls nicht, so Tillmanns. „Sie ist sehr menschenbezogen.“ Auch wenn Katzen nicht wie Hunde zum Kuscheln neigen und für ihren eigenen Kopf bekannt sind, so achtet Finchen doch genau darauf, wohin die Menschen sich im Raum bewegen. Sie beobachtet, ob die Menschen ihr die Tür öffnen oder wie weit sie sich ungefährdet von ihrer Pflegerin entfernen kann. Auch in den Garten, den sie seit Kurzem gerne erkundet, geht sie nicht, ohne einen Blick zum Haus zurückzuwerfen. „Sie passt genau auf, was ich mache“, beschreibt Tillmanns.

Petra Tillmann hält Pflegekatze Finchen im Arm. Foto: Petra Reuter

Ihre Erfahrung mit Katzen kann die Angestellte als großen Vorteil verbuchen. „Katzen senden typische Signale“, sagt sie. Finchen beispielsweise suche den Augenkontakt, wenn sie etwas möchte. Wenn sie den Raum verlassen will und die Tür geschlossen ist, geht sie zur Tür. „Dann sucht sie wieder den Augenkontakt“, sagt die Pflegerin.

Wie andere Pflegende beobachtet wiederum Tillmanns Finchen genau, um den Charakter des Tiers einschätzen zu können. So können die Aktiven des Vereins am besten herausfinden, ob das zu vermittelnde Tier besser zu einem Single, einer Familie oder zu einem Senior passt. Für die Utensilien, die man für die Aufnahme eines Pfleglings braucht, sorgt der Tierschutzverein. Auch die Tierarztkosten oder das Futter muss man nicht selbst bezahlen. Einen eigenen Raum für das Tier, in dem es langsam ankommen und sich an die neue Situation gewöhnen kann, sollte man hingegen haben. „Meistens sind es Katzen und Hunde die in Not geraten“, berichtet Tenorth.

Kaninchen werden selten vermittelt

Seltener würden Kaninchen oder Meerschweinchen vermittelt. Mal zieht jemand um und kann das Tier nicht mitnehmen, mal wird jemand krank oder ein Familienmitglied entwickelt nach der Anschaffung des Tiers eine Allergie. „Die Gründe sind vielfältig. Die Menschen wenden sich dann an uns“, so Tenorth.

Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten, den Tierschutzverein zu unterstützen. Seit wegen Corona die Einnahmequellen bei Veranstaltungen versiegten, hat der Verein neben Namensversteigerungen in den sozialen Medien das Charity-Shopping für sich entdeckt. „Man kann uns bei www.gooding.de oder bei ‚Amazon Smile’ auswählen und dann einkaufen. Die Unternehmen spenden dann einen kleinen Teil ihres Gewinns an den Tierschutzverein als gemeinnützige Organisation“, sagt die Vorsitzende.

Neben Spenden benötigen die Aktiven zurzeit dringend einen kleinen Lagerraum, um Pflegeutensilien wie Kratzbäume oder Transportboxen unterzubringen. Wer einen solchen anbieten oder sich vorstellen kann, selbst eine Weile einen Findling zu pflegen, erhält Informationen unter der Telefon-Nummer 01 51/61 68 95 37 oder per E-Mail an info@tierschutzverein-wachtberg.de.