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Artenvielfalt in der Region: Wachtberg zögerlich bei Naturschutzprojekt

Artenvielfalt in der Region : Wachtberg zögerlich bei Naturschutzprojekt

Das Projekt „Vernetztes Rainland“ läuft woanders bereits seit August. Die Gemeinde Wachtberg will aber erst noch beraten.

In allen sechs linksrheinischen Kommunen hätte „Vernetztes Rainland“ im August starten sollen. Nur fünf von ihnen sind zurzeit dabei – die Gemeinde Wachtberg nicht. Ziel des 2020 vom Europäischen Tier- und Naturschutzverein initiierten Projekts ist es, auf Feldrainen, Ausgleichs- und Brachflächen Lebensraum für Insekten und bedrohte Tierarten zu erhalten oder wiederzugewinnen. Finanzielle Unterstützung von Städten und Gemeinden wird nicht benötigt. Bis aufs Ländchen sagten alle Kommunen im Durchschnitt innerhalb eines Monats zu.

Die Idee: Stünden Randstreifen von Feldern, also die Feldraine, sowie Brach- und Ausgleichsflächen für die Natur als nutzbarer Lebensraum zur Verfügung, ergebe sich im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ein für Flora und Fauna förderliches Netz naturfreundlicher Flächen. Zwischenzeitlich wurde die Biologische Station auf das Projekt aufmerksam und wurde Projektpartner.

„Die Unterstützung der Städte und Gemeinden brauchen wir zur Abstimmung, welche Flächen infrage kommen“, sagt Projektleiterin Julia Vasbender vom Naturschutzverein. Positiv sei es natürlich, wenn von offizieller Seite bei Veranstaltungen oder im Amtsblatt auf das Projekt aufmerksam gemacht und informiert würde, da auch private Bürgerbeteiligung sehr willkommen ist.

Die notwendigen Personalkapazitäten seien in den jeweiligen Verwaltungen eher gering, so Vasbender. Derzeit arbeite man mit der Stadt Rheinbach zusammen. Wegen der dortigen Hochwasserschäden konzentrieren sich die Aktiven im Projekt auf kleine Flächen, die die Mitarbeiter der Stadt nicht allzu viel belasten.

„Das Projekt ist in der Bevölkerung mittlerweile bekannt“, sagte Vasbender. „Es haben schon verschiedene Bürger angerufen, auch Politiker.“ Die wollten sich, mangels anderweitiger Information, beim Verein selbst informieren. „In einigen Kommunen haben die Bürgermeister das nach kurzer Beratung selbst entschieden, in anderen waren Ausschüsse beteiligt“, skizziert Vasbender die bisherigen Abläufe bei den Zusagen der Nachbarkommunen.

Innerhalb von zwölf Monaten könne sich Wachtberg dem auf sechs Jahre angelegten Projekt zugunsten des Naturschutzes im Ländchen noch anschließen, so die Projektleiterin. Schreiten die Arbeiten ohne das Ländchen zu weit fort, müsste man es ohne die Wachtberger fortführen.

Weil das Projekt wegen der langen Laufzeit von Belang für die gesamte Gemeinde sei, solle das Thema an den Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität am 14. September beraten und anschließend mit einer Empfehlung in die Ratssitzung am 5. Oktober gegeben werden, sagt Gemeindesprecherin Margrit Märtens. Im Zusammenhang mit dem Projekt sollen auch die Starkregenvorsorge, die Flutgrabenmodellierung und die entsprechenden räumlichen Bedürfnisse diskutiert werden. Gründe für eine seit Januar fehlende Reaktion auf die Anfrage des Vereins nannte die Gemeinde nicht.