Seltene Bewohner in Adendorf Acht Störche geben Rätsel auf

Wachtberg-Adendorf · Acht Störche übernachten seit einigen Tagen auf der Kirche in Wachtberg-Adendorf. Eine Hobbyfotografin wundert sich, warum sie sich dort solange aufhalten.

Abends um 20.58 Uhr: Der Weißstorch breitet auf dem Kirchendach in Adendorf seine Flügel aus.

Abends um 20.58 Uhr: Der Weißstorch breitet auf dem Kirchendach in Adendorf seine Flügel aus.

Foto: Ruth Vey-Herdalot

Absolut selten und ungewöhnlich: Die Adendorfer haben derzeit Störche zu Gast. Entdeckt hat sie am Sonntagabend Ruth Vey-Herdalot, die gegenüber der Kirche wohnt. Acht Vögel hat sie gezählt. Am Montag waren es drei und am Dienstag wieder acht, die auf dem Dach übernachteten. „Ich habe hier noch nie Störche gesehen“, sagt Vey-Herdalot, die seit 30 Jahren im Ort wohnt.

„Seit sieben Jahren fotografiere ich. Und ich interessiere mich sehr für Tiere, insbesondere Vögel“, sagt sie. Mit der Kamera im Anschlag geht sie gern zu Fuß auf ihre Streifzüge und schoss schon Fotos von Bussard, Turmfalke und Graureiher. Aber natürlich auch Amsel, Drossel, Fink und Star. „Alles, was man so kennt“, sagt die Adendorferin.

Eigentlich sei die Höhe im Ländchen keine Ecke, wo die Störche Nester bauen würden. „Sie gehen lieber in offene Kulturlandschaft und in die Nähe von Feuchtwiesen. Die sind wichtig für Störche“, so Vey-Herdalot.

Weiter beobachten

Dass die sonst aus dem Süden durchziehen, sei bekannt. „Aber es ist eigentlich zu spät für den Rückflug, Störche kommen im April wieder.“ Sie will nun einen Ornithologen ansprechen und weiter beobachten, ob irgendwo genistet wird. Und vor allen Dingen früh aufstehen, den Wecker auf 4 Uhr stellen. „Ich möchte wissen, wann sie in den Tag starten“, so die 64-Jährige.

Weil das Licht gut war, hat die Tierliebhaberin eine ganze Serie Bilder gemacht. Vey-Herdalot denkt, darauf erkennen zu können, dass es sich um erwachsene Vögel handelt: „Sie unterscheiden sich von Jungvögeln durch den durchgängig roten Schnabel.“ Der Nachwuchs habe eine schwarze Schnabelspitze.

Ob die Störche vielleicht ahnen, dass jemand sie fotografiert und sich dafür extra ein wenig eitel in Positur bringen? „Mit Sicherheit nicht“, sagt Vey-Herdalot und lacht.

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