Ortsvertretung Pech Ärger um die Pecher Kleiderstube

WACHTBERG · Es gibt Ärger um die Kleiderstube, die bislang in der ehemaligen Gärtnerei in Pech untergebracht war und vom Wachtberger DRK um Geschäftsführer Michael Bau geführt wurde. „Wir wollen nicht mehr unter der Schirmherrschaft des DRK weitermachen“, erklärte am Donnerstagabend Anja Osterholt anlässlich der Sitzung der Pecher Ortsvertretung.

 Beim Start war das Team noch voller Helferfreude. Seit Monaten suchen die Frauen jedoch für ihre Kleiderstube eine neue Unterkunft.

Beim Start war das Team noch voller Helferfreude. Seit Monaten suchen die Frauen jedoch für ihre Kleiderstube eine neue Unterkunft.

Foto: privat

Dabei ist Osterholt eine von einem Dutzend Ehrenamtlerinnen, die die Kleiderstube im September in der Gärtnerei eingerichtet und bis Februar betrieben hatten. Und zwar aus Versicherungsgründen in Trägerschaft des DRK. Dann habe die Kleiderstube aber auf Anordnung der Gemeinde schließen müssen, so Osterholt weiter, weil eine Glasfläche eingestürzt war. Das Problem ist nun: Die Ehrenamtlerinnen wissen nicht wohin, Verhandlungen hatte es zwar gegeben. Aber es fehlt den Frauen eine konkrete Perspektive: „Wir bekamen keine Rückmeldung und wurden von Februar an nur hingehalten. Das war schon dreist“, ärgerte sich Osterholt. Gleichwohl sagte sie, dass es ihnen nicht um Schuldzuweisungen gehe: „Dies ist ein Appell, wie es im Sinne der Flüchtlingsarbeit weitergehen soll“.

Osterholt wies auf den Stellenwert der Kleiderstube für die Flüchtlingsarbeit hin. Nicht nur aus ganz Wachtberg seien die Menschen gekommen, sondern auch aus Godesberg: „Das war schon eine Begegnungsstätte“, so Osterholt. Kritisch sei nach der Schließung vor allem gewesen, dass man die Flüchtlinge nur noch mit Winter-Anziehsachen habe ausrüsten können, nicht aber mehr für die warme Jahreszeit. Alle Bestände der Kleiderstube lagern nach Aussage von Anja Osterholt nach wie vor in der Gärtnerei, und das meiste sei wohl auch noch ungeachtet des Hochwassers zu gebrauchen.

Schlimm sei zudem, dass viele Angebote, die sich rund um die Kleiderstube entwickelt hätten, nicht mehr fortgeführt werden können. So gab es ihrer Aussage nach eine Fahrradwerkstatt und Hilfestellungen etwa beim Schriftverkehr mit Behörden. Auch sieht sie viele Spender enttäuscht: Ob Geschirr, Spielzeug, Möbel oder Fahrräder, „viele haben nur uns diese Dinge gegeben“. Da nun bis zum 30. Juni kein akzeptables Angebot vorgelegen habe, hätten die Frauen laut Osterholt beschlossen, hinzuschmeißen: „Jetzt ruht die Arbeit.“ Auf Nachfrage erklärte DRK-Geschäftsführer Bau, dass man sehr wohl viel Zeit und Aufwand betrieben habe, um das Problem zu lösen. „Wir hatten auch schon an die Alte Schule gedacht.“

Das habe sich aber zerschlagen, weil diese eventuell für die weitere Unterbringung von Flüchtlingen vorgehalten werden müsse. Dafür gibt es nun laut Bau den Plan, „Garagen in der ehemaligen Reitanlage der Wiesenau anzumieten und herzurichten“. Das wäre normalerweise eine Aufgabe für die Gemeinde gewesen. Doch das DRK sei bereit, „das selber zu übernehmen“, so Bau weiter: „Aber dafür brauchen wir Zeit“, betonte er mit Hinweis auf viele zusätzliche Aufgaben, wie die Unwettereinsätze: „Wir werden die Räume in der Wiesenau in aller Ruhe herrichten, uns aber nicht mit Ultimaten unter Druck setzen lassen.“ In dem Zusammenhang dementierte Bau auch, dass eine Versorgungslücke für die Flüchtlinge besteht: „Es gibt einen Fahrdienst der Kleiderstube in Ließem.“ Dass sich die zwölf Ehrenamtlerinnen nicht mehr unter der Trägerschaft des DRK engagieren wollen, mochte Bau nicht kommentieren.

Die Ortsvertretung beschloss nun, dass sich die Verwaltung mit dem DRK nochmals zusammensetzen soll, um eine Lösung zu finden.

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