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Viruskrankheit bei Pferden: "Ansteckende Blutarmut" wurde vermutlich in Wachtberg übertragen

Viruskrankheit bei Pferden : "Ansteckende Blutarmut" wurde vermutlich in Wachtberg übertragen

Für erhebliche Verunsicherung unter Pferdehaltern sorgt seit einigen Tagen die Nachricht von einer Viruskrankheit, die offenbar in der Tierklinik am Kottenforst mit Sitz in Villiprott übertragen wurde. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) als zuständige Behörde hat nun angeordnet, dass insgesamt mehr als 2000 Pferde in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und mehreren ausländischen Staaten einer Reihenuntersuchung unterzogen werden müssen.

Im August war die "Ansteckende Blutarmut bei Einhufern", eine meldepflichtige Krankheit, in der Wachtberger Tierklinik bei einem drei Monate alten Fohlen festgestellt worden. Dieses hatte von einem anderen Pferd, das seit zehn Jahren in der Tierklinik gehalten wurde, eine Blutspende erhalten. Nach Auskunft des LANUV war dies der Auslöser für die Infektion. 20 weitere Pferde hatten ebenfalls von dem Spenderpferd seit Januar 2009 Plasma erhalten, fünf Tiere wurden ebenfalls infiziert.

Alle anderen Pferde mit unmittelbarem Kontakt zum Blutspende-Pferd, einem Wallach, wurden unmittelbar untersucht - insgesamt knapp 600. Unter ihnen wurde keine weitere Erkrankung festgestellt. Weil die Infektion jedoch über lange Zeit unerkannt bleiben kann, haben die Behörden nunmehr entschieden, auch all jene Pferde untersuchen zu lassen, die im Zeitraum September 2009 bis Juni 2012 nur sehr geringen Kontakt zu dem Blutspende-Pferd hatten. Diese umfangreiche Untersuchung betrifft 2039 Pferde.

Der Aufwand sei wichtig, um einerseits die mögliche Infektionsquelle für das Klinikpferd zu finden und um andererseits festzustellen, ob sich ein konkretes Tier in der Klinik infiziert hat, schreibt das LANUV. Weiterhin ungeklärt bleibe die Frage, ob sich das Virus weiter ausbreitet.

Für Letzteres gibt es laut LANUV zwar keine konkreten Anhaltspunkte. Dennoch bittet die Behörde alle Pferdebesitzer um Unterstützung und Verständnis für die Untersuchung. Auch wenn bislang alle Tests negativ ausfielen, ist derweil die Sorge bei vielen Pferdehaltern groß: Wird die Krankheit bei einem Pferd diagnostiziert, so muss das Tier getötet werden.

"Die Verunsicherung ist verständlich", sagt Carsten Rohde, Inhaber der Pferdeklinik, dem General-Anzeiger. Das infizierte Tier, ein früheres Sportpferd, habe seit zehn Jahren in der Klinik gelebt, dort sein Gnadenbrot erhalten und zuletzt auch als Blutspendepferd zur Verfügung gestanden. Hinweise auf eine Krankheit habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben, so Carsten Rohde.

Die Infektiöse Anämie betrifft ausschließlich Einhufer, also Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel oder Zebras. Die Krankheit tritt in Deutschland immer wieder vereinzelt auf, zumeist übertragen durch importierte Pferde aus osteuropäische Staaten wie Rumänien, so das LANUV. Menschen sind von der Krankheit nicht bedroht.