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Ausschusssitzung: Architektinnen stellen Pläne für Gimmersdorfer Dorfsaal vor

Ausschusssitzung : Architektinnen stellen Pläne für Gimmersdorfer Dorfsaal vor

Die Architektinnen Severine Nicolaus und Katharina Chatterjee haben im Infrastrukturausschuss die Pläne für den Gimmersdorfer Dorfsaal vorgestellt. Die Politiker zeigten sich angetan und gaben grünes Licht für die Planung.

Normalerweise sehen es die Wachtberger Ausschussmitglieder gerne, wenn eine Planung vor Beschluss zunächst von der jeweiligen Ortsvertretung besprochen wurde. Die Corona-Krise verhinderte genau dieses für den angedachten Umbau des Dorfsaals in Gimmersdorf.

Trotzdem zeigten sich die Politiker im Infrastrukturausschuss nach der Präsentation des Büros NC-Architekten Nicolaus – Chatterjee sehr aufgeschlossen gegenüber den Ideen und nahmen sie einstimmig zur Kenntnis. Denn die beiden Architektinnen Severine Nicolaus und Katharina Chatterjee machen den Dorfsaal nicht nur fit für die Zukunft – sie sorgen gleichzeitig für eine Verkehrsberuhigung im Ort. Das Projekt zählt zum Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) für den Ortsteil. Die Verwaltung hatte in der Vorlage ausgeführt, dass die Anforderungen im Bestand nicht auszuführen waren und ein Anbau notwendig sei. „Diesen lassen wir in die Fläche des Kommunalwegs hineinragen“, führte Chatterjee aus. Damit gebe es nun auch eine noch stärkere Verbindung zum Dorfplatz Am Stockenpütz, auch durch eine Glasfront.

„Gleichzeitig bietet der Raum die Möglichkeit für barrierefreie Treffen kleinerer Gruppierungen, was explizit gewünscht war“, so Chatterjee. Denn der Saal ist für manche Zusammenkünfte schlicht zu groß. Positiver Nebeneffekt des Anbaus: Da das Straßenniveau angehoben wird, braucht man künftig keine Treppe mehr als Zugang, ist also barrierefrei. „Damit man auch sicher vom Dorfplatz ins Haus und zurück kommt, schwebt uns eine Mischverkehrsfläche mit sehr geringem Tempo für Autofahrer vor“, erklärte die Architektin.

Diese Kosten werden erwartet

Bei dem Um- und Anbau sollen gleichzeitig die Setzrisse und Feuchtigkeitsschäden am alten Baukörper sowie die Haustechnik angegangen werden. Was ordentlich Kosten verursacht. Denn die reine Erweiterung des Dorfsaals beziffert die Verwaltung mit 370.000 Euro, die Gesamtmaßnahme aber mit rund 780.000 Euro. Für die Platzgestaltung Kommunalweg/Am Stockenpütz rechnet die Verwaltung mit etwa 600.000 Euro. Macht zusammen einen Investitionsbedarf von circa 1,38 Millionen Euro.

Der Dorfsaal in Gimmersdorf (oben, weißes Gebäude) erhält einen Anbau, der in die Straße hereinragt. Wie auf der Skizze zu sehen, sorgt das unter anderem für eine bessere Verbindung zum Dorfplatz Foto: Gemeinde Wachtberg

Die gute Nachricht für die Wachtberger: Beigeordneter Swen Christian geht von einem Fördersatz der Bezirksregierung von bis zu 65 Prozent aus, maximal jedoch 250.000 Euro pro Maßnahme. Bliebe noch eine Summe von insgesamt 880.000 Euro, die mittels beantragter, aber nicht abgerufener Mittel aus dem Haushalt 2020 gedeckt werden müsste. Denn, wie Christian betonte: „Das Förderfenster endet am 30. September, deshalb brauchen wir jetzt eine Entscheidung.“ Eine Feinplanung verlange der Antrag nicht, weshalb hier wieder Raum für Überlegungen der Ortsvertretung sei. Der Finanzplanung folgte der Ausschuss bei einer Gegenstimme der UWG.

„Tolle Sache“

Christoph Fiévet (CDU), zugleich Vorsitzender der Gimmersdorfer OV, wertete die Entwürfe als „gute Grundlage“ und „tolle Sache“. Gleichwohl wünschte er sich, die energetische Situation und die des Vorplatzes noch einmal zu beleuchten. Fraktionskollege Volker Gütten betonte, es gebe kaum einen Dorfsaal der so stark genutzt werde und sich dadurch fast selbst trage: „Damit aber auch keinen, der so viel Abrieb erfahren hat.“

Oliver Henkel (Grüne) zeigte sich begeistert über viele mitgedachte Details. Philipp Willert (SPD) meinte, seine Fraktion freue sich für  die Gimmersdorfer. Von Joachim Mittweg (UWG) gab es ebenfalls „volle Zustimmung“, auch wenn es ihn störte, dass das Geld jetzt unter anderem aus dem Straßenausbauprogramm herangezogen wird.

Wobei Beigeordneter Christian betonte, es würden nur Mittel herangezogen für Maßnahmen, die dieses Jahr nicht mehr umgesetzt würden, konkret für Straßendeckensanierung und Brückenneubau. „Die Mittel sind im Haushaltsjahr 2021 neu zu veranschlagen“, kündigte er an.