1. Region
  2. Voreifel & Vorgebirge
  3. Wachtberg

Baumsterben in Wachtberg: Pilz befällt Erlen an Bächen

Baumsterben in Wachtberg : Pilz an Erlen macht Gemeindewerken Sorgen

Die Gemeindewerke Wachtberg kümmern sich um die Gewässerpflege im Ländchen. Im Umweltausschuss berichtete ein Fachmann in seiner Bestandsaufnahme davon, dass den Erlen an den Bächen ein Pilz zu schaffen macht.

An sich gilt das Hauptaugenmerk von Sebastian Wortha und seinem Team den Wachtberger Bächen. Doch im vergangenen Jahr haben Wortha, bei den Gemeindewerken zuständig für den Gewässer- und Kanalunterhalt, auch Erlen am Ufer Sorgen bereitet. „Viele sind stark von einem Pilz betroffen“, sagte er am Dienstagabend im Umweltausschuss.

Dabei handelt es sich um den Pilz „Phytophthora alni“, der genauso wie die Erlen Feuchtigkeit liebt. Nach und nach lässt er den Wurzelhals faulen und sorgt spätestens drei Jahre nach der Infektion für ein Absterben. So galt die Mehrzahl der 45 Einsätze zur Gehölzpflege diesem Problem, wie er in seiner Bilanz berichtete.

100 Maßnahmen wurden 2020 durchgeführt

Seit den Starkregenereignissen hat die Gewässerpflege in Wachtberg noch mal einen höheren Stellenwert erhalten, rund 134.000 Euro gaben die Gemeindewerke 2020 dafür aus. „Das entspricht etwa 100 Maßnahmen“, so der Fachmann. Man habe zum Beispiel weitere Privatleute an Bächen dafür gewinnen können, einen Teil ihrer Flächen für Rückhalteräume freizugeben. In Werthhoven stünden nun weitere 67 Kubikmeter zu Verfügung, in Niederbachem sogar weitere 250 Kubikmeter, die dem Bach im Ernstfall mehr Platz bieten.

Zudem kümmert sich das Team um die Reinigung von Kanal- und Brückenwerken. Etwas umstritten war im Ausschuss die Tatsache, dass die Gemeindewerke viel mulchen. Dabei werden alle Pflanzen bis auf die anstehende Erde abgeschnitten und klein gehäckselt. Das sei nicht unbedingt im Sinne des Naturschutzes, erwiderte Roswitha Schönwitz (SPD). „Dies machen wir im Vorgriff zu anstehenden Baggerarbeiten“, sagte Wortha. Auf Nachfrage erklärte er am Mittwoch, dass im Bereich der Bebauungen ein anderes Verfahren gewählt werde: Hier würden die Einläufe und Brückenbauwerke regelmäßig freigeschnitten und eine Resthöhe Pflanzenmaterial erhalten.

Grundstückseigentümer sollen Gewässerunterhaltungsgebühr zahlen

Teilweise wirkten die Rückschnitte sehr radikal, monierte auch Siegfried Vogel (Unser Wachtberg) und bat um Erklärung. „Für den Hochwasserschutz müssen wir ein gewisses Volumen gewährleisten und bei viel Ablagerung auch viel rausbaggern“, warb er um Verständnis.

Um den Haushalt zu entlasten, plant die Gemeinde, wie berichtet, die Einführung einer Gewässerunterhaltungsgebühr. „Diese sollen alle Grundstückseigentümer zahlen, egal ob sie am Bach wohnen oder nicht“, sagte Volker Strehl, Vize-Vorstand der Gemeindewerke. Die Gebühr erlaube seinem Unternehmen zudem, mehr Maßnahmen umzusetzen. Es soll vier Einzugsbereiche mit unterschiedlich hohen Gebührensätzen geben; Landwirte sollen einen höheren Anteil zahlen als Privatleute. Der Satzungsentwurf wird zunächst in den Fraktionen beraten.