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Berkum: 100 Wohneinheiten zwischen Burg Odenhausen und Wachtbergring​

Neues Quartier in Berkum : 100 neue Wohneinheiten zwischen Burg Odenhausen und Wachtbergring

Der Projektentwickler Dornieden hat im Planungsausschuss seine Ideen für ein neues Quartier zwischen Burg Odenhausen und Marktscheune vorgestellt. Das Gremium war sich einig, dass die Pläne noch einmal überarbeitet werden müssen.

Dass das Areal zwischen K58, Wachtbergring und Burg Odenhausen in Berkum bebaut werden soll, ist schon länger bekannt. Im Planungsausschuss der Gemeinde Wachtberg wurden am Dienstagabend nun erste Details bekannt. Insgesamt ist das Areal 6,2 Hektar groß. 3,5 Hektar sollen mit Wohnbebauung versehen werden, 1,5 Hektar sollen eine Mischgebietsfläche werden, denn Gewerbe ist dort erlaubt, weitere 1,2 Hektar dienen als Ausgleichsfläche. Entwickeln möchte das Areal die Dornieden-Gruppe aus Mönchengladbach.

Als die Planer im Januar 2020 erste Ideen vorgestellt hatten, waren diese auf wenig Gegenliebe gestoßen. Damals stimmten die Mitglieder dafür, dass die Projektentwickler weiter planen sollten, unter anderem sollten auch 20 Prozent geförderter Wohnraum entstehen. In den vergangenen zwei Jahren kam Bewegung in das Projekt: Es wurde nicht nur weiter geplant, die Gemeinde hat auch ein Entwurf eines städtebaulichen Vertrags entwickelt.

Quartier soll mit einem ovalen Ring erschlossen werden

Ulrich Göhre vom beauftragten Planungsbüro ISR stellte gemeinsam mit Thalia Borgs, Projektentwicklerin bei Dornieden, den Ausschussmitgliedern die ersten Entwürfe vor. Das städtebauliche Konzept sei das Ergebnis eines langen Prozesses gewesen, so Göhre. So plane man mit einer ovalen Ringerschließung des Gebietes, um keine „Rennstrecke“ entstehen zu lassen. Durch die Anordnung blieben die Sichtachsen, beispielsweise zum Siebengebirge und zur Burg Odenhausen erhalten – dazu trage auch bei, dass Häuser parallel angeordnet seien. „Der Fokus liegt auf der Erschließung durch Fuß- und Radwege“, so Göhre.

Insgesamt sollen in dem neuen Quartier rund 100 neue Wohneinheiten entstehen, aufgeteilt auf Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser. Vom Wachtbergring bis zum Ende des Grundstücks habe man einen Höhenunterschied von zehn Metern – ein Fakt, der berücksichtigt werden muss, um die Sichtachsen nicht zu zerstören. Laut Borgs soll das Quartier mit einer Energiezentrale, fußend auf Geothermie, versorgt werden. Auch sollen Photovoltaikanlagen verbaut werden. „Wir fahren die People-first-policy. Fußgänger haben Vorrang. Die Parkflächen werden auf das Nötigste reduziert“, so Borgs. Was die Projektverantwortlichen nicht mit in den Ausschuss brachten, war eine Visualisierung. Sie zeigten lediglich eine Aufsicht aus der Vogelperspektive.

Ausschussmitglieder haben Änderungswünsche

Bei den Gremiumsmitgliedern kamen die Ideen unterschiedlich an, wobei sich einige positiv überrascht zeigten. Schnell wurde aber deutlich, dass die Pläne noch überarbeitet werden müssen. Oliver Henkel von den Grünen hob hervor, dass man nun die einmalige Chance, habe ein solch großes und wichtiges Projekt zu entwickeln, – da sollte alles richtig gemacht werden. Für ihn kamen die alternativen Wohnformen bei den Plänen viel zu kurz. Er dachte dabei vor allem an Senioren, die nicht pflegebedürftig seien, sich aber vielleicht verkleinern wollen. „Wir brauchen Wohnraum, den wir nicht haben“, so Henkel.

Aus Sicht von Ulf Hausmanns von Unser Wachtberg ist das Areal nicht für eine solche Bebauung geeignet. Er verwies dabei auf die Burg Odenhausen, deren Wassergraben durch Quellen und Drainagen gespeist wird. Dadurch werde die Stabilität der Burg gewährleistet. Diese sollen auch unter dem Areal verlaufen. Hausmanns verwies auf eine Einschätzung des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland. Dieses hatte im März 2012 eine mögliche Bebauung als „höchst bedenklich“ bewertet.

Der Beigeordnete Swen Christian entgegnete sogleich, dass diese Einschätzung des LVR die Aufstellung des Flächennutzungsplans damals nicht verhinderte. Allerdings würden solche Fragen noch im Verlauf des Projektes geklärt – entsprechende Änderungen seien dann noch möglich. Für Tobias Teichner von der CDU gab es in den Plänen ebenfalls zu wenig alternative Wohnformen und er fand die Verkehrsflächen zu groß. „Ich denke, wir sollten noch einmal in den Diskurs gehen“, so Teichner.

Dem städtebaulichen Konzept stimmte der Planungsausschuss aufgrund diverser offener Fragen noch nicht zu, er beschloss den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages und die Aufstellung eines Bebauungsplanes.