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Für Individualverkehr gesperrt: Berkumer Weg soll Gemeindestraße werden

Für Individualverkehr gesperrt : Berkumer Weg soll Gemeindestraße werden

Wachtberger möchten die Kreisstraße 14n für den Individualverkehr sperren. Die Entscheidung trifft allerdings nicht die Wachtberger Verwaltung, sondern die Bezirksregierung.

Geht es nach der politischen Mehrheit im Bauausschuss, wird der Berkumer Weg in absehbarer Zeit zwischen Berkum und Gimmersdorf für den Individualverkehr gesperrt. Und zwar dann, wenn die Ortsumgehung fertiggestellt, die Kreisstraße 14 n freigegeben worden ist. Dann müssten Autos und Motorräder eine andere Straße nehmen, Busse, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Fahrräder, Rettungs- und Feuerwehrwagen hätten freie Fahrt.

Mit der Entscheidung steht das Gremium nicht alleine da: In ihrer jüngsten Sitzung hatte sich die Ortsvertretung Gimmersdorf einstimmig für den Vorschlag ausgesprochen. Und auch die Gemeinde in Person des Beigeordneten Swen Christian stand der Idee positiv gegenüber.

Doch so einfach wie es klingt, ist es nicht. Denn um den Berkumer Weg überhaupt sperren zu können, muss er herabgestuft werden. Aus der Kreis- muss also eine Gemeindestraße werden. Ob das möglich ist, beschließt allerdings weder die Wachtberger Verwaltung noch der Rhein-Sieg-Kreis, sondern die Bezirksregierung, wie Sprecherin Katja Eschmann auf GA-Anfrage mitteilte. Diese Entscheidungen fallen immer zum Jahreswechsel. Soll heißen, dass das Wachtberger Anliegen frühestens zu 1. Januar 2020 umgesetzt werden kann.

Dennoch können die Wachtberger schon verhalten positiv ein. Ist die Ortsumgehung fertig, wird der Rhein-Sieg-Kreis den entsprechenden Herabstufungsantrag bei der Bezirksregierung stellen, sagte Eschmann. Dass diese dem Anliegen dann stattgibt, ist laut Eschmann nicht unwahrscheinlich. „Wenn eine Straße an Bedeutung verliert, wird sie zurückgestuft“, erläuterte die Sprecherin. Dies sei in der Vergangenheit schon geschehen.

„Man sollte erst einmal abwarten, bis die Umgehung fertig ist“, sagte Joachim Lengrüsser (Grüne), der sich in der Abstimmung als Einziger gegen das Anliegen aussprach. Nach der Eröffnung könne man sehen, „wie sich die Verkehrssituation darstellt und was wirklich nötig ist“. Die Ortsvertretung habe sich aber für ein paralleles Vorgehen ausgesprochen, „weil der Berkumer Weg garantiert ein Schleichweg wird“, meinte Volker Gütten (CDU). Die Verwaltung habe sich vom Ausschuss ein zustimmendes Signal zu dem Vorschlag gewünscht, das sollte man senden, sagte Bernd Becker. „Wir sollten zeigen, dass wir die Maßnahme als sinnvoll erachten und unterstützen würden“, so der SPD-Politiker.

Inwiefern eine Teilsperrung sinnig sei, wollte Christian Feddern (Unser Wachtberg) wissen. Eine komplette Schließung sei nicht möglich, entgegnete der Beigeordnete. Die Erreichbarkeit der Schule mit Bussen müsse gewährleistet bleiben, die Landwirte müssten zu ihren Feldern gelangen. Außerdem handele es sich um eine „attraktive Radwegeverbindung“.

Schließlich interessierte die Ausschussmitglieder noch eines: Wann die Maßnahme denn abgeschlossen werde. Man rechne damit die Kreisstraßen 57 und 14 n spätestens Anfang August gleichzeitig freigeben zu können, sagte Christian Pohl, Fachbereichsleiter Infrastruktur.