Schutzgebiet Dächelsberg Biotoppflege: Ehrenamtliche sind auf der Streuobstwiese aktiv

OBERBACHEM · Gemeinsam mit dem Verein zur Pflege und Förderung der Streuobstwiesen in Wachtberg hat die Bonner NABU-Kreisgruppe am Samstag zwanzig Helferinnen und Helfer für die Biotoppflege einer zweieinhalb Hektar großen Wiesenfläche im Naturschutzgebiet Dächelsberg gewinnen können.

 Der Streuobstwiesenverein und der NABU sind im Naturschutzgebiet Dächelsberg aktiv, um dort die alten Obstbäume zu pflegen.

Der Streuobstwiesenverein und der NABU sind im Naturschutzgebiet Dächelsberg aktiv, um dort die alten Obstbäume zu pflegen.

Foto: Alfred Schmelzeisen

Schon oft waren in den vergangenen Jahren ehrenamtlich aktive Helfer im Einsatz, um im besagten Bereich den Rückschnitt von Streuobstbäumen und Unterwuchs vorzunehmen. Tilman Jahn von der NABU-Kreisgruppe wies darauf hin, dass die Kreisgruppe schwere motorbetriebene Geräte wie Freischneider, Gartenrechen und Kettensägen für die Aktion organisiert hatte.

Einen Hochentaster und passende weitere Schnittwerkzeuge sowie Leitern brachten auch die beteiligten Mitglieder des Streuobstwiesenvereins mit. Dann ging es auch schon einem Schafsnase-Apfelbaum sprichwörtlich an den Kragen. In luftiger Höhe saß Stefan Thomas und schnitt störende Asttriebe aus dem alten Obstbaum.

"Der Baum bekommt so wie viele der in direkter Nachbarschaft im Hang stehenden Bäume im Rahmen des Baumschnitts eine neue Chance, um das Schnittergebnis später wieder mit passablem Ertrag zu belohnen", kommentierte eine Teilnehmerin die Aktion.

"Im Sommer wird der Hang als extensive Rinderwiese von einem Wachtberger Landwirt für seine Tiere genutzt", erläuterte Tilman Jahn und begründete, warum auch Schlehen- und Eschen-Astwerk sowie Brombeerbüsche noch schnell gekürzt wurden. Die Rinder würden sonst später den besagten Bereich meiden und sich nur auf einen kleinen Wiesenbereich konzentrieren.

Gisela Boneß-Klein vom Streuobstwiesenverein gab an anderer Stelle im Hangbereich Hinweise auf die dort angepflanzte Apfelsorte "Rheinischer Winterrambour" - die Früchte sind ideal geeignet als Lagerobst. Als ideale Apfelsorte für die Kompottherstellung dient ein direkt nebenan stehender Apfelbaum der Sorte "Transparent von Croncelis": "Im vergangenen Herbst haben wir hier im Rahmen unserer Streuobsternte wieder zahlreiche Früchte von beiden Baumsorten hier aufgesammelt."

Tatkräftig halfen der neunjährige Gaston und die elfjährige Flavia bei der Biotoppflege mit und werden jetzt sicherlich ihren Freunden von dem ganz besonderen Programm zur Naturwerterhaltung berichten. Am Samstagnachmittag konnten auf jeden Fall die mehr als zwanzig Helferinnen und Helfer dank der optimalen Witterungsverhältnisse schließlich eine "besenreine" Fläche zurücklassen. Seit 1988 kümmert sich die NABU-Kreisgruppe etwa alle fünf Jahre um die Wiesenfläche.

Der Streuobstwiesenverein pflanzte in den vergangenen Jahren zahlreiche Apfelbäume auf der terrassenartig angelegten Anlage an. Der Leiter der NABU-Aktion, Alexander Heyd, vermutete sogar hinsichtlich der Terrassenbildung, dass hier in früheren Jahrhunderten Weinanbau betrieben worden sein muss, bis dann im 19. Jahrhundert Reblausbefall diesen Anbau stoppte. In Abstimmung mit Landwirt Luhmer soll nun im Sommer eine weitere kleinere Mähaktion im Hangbereich erfolgen.

Aktionen

Unter dem Thema "Naturerlebnis Bonn und Umgebung" kann man sich im ersten Halbjahr an rund 80 Veranstaltungen, Exkursionen und Gesprächsrunden des NABU beteiligen (www.nabu-bonn.de). Außerdem lädt der Streuobstwiesenverein zu weiteren Pflegeschnitten ein. Die voraussichtlichen Termine sind am Samstag, 22. Februar, in Villip auf der Ausgleichsfläche; am Samstag, 8. März, in Ließem am Feldweg, anschließend am Heiderhofblick; dann am Samstag, 22. März, in Werthhoven und am Samstag, 29. März, in Züllighoven am Schießgraben. Infos auch unter www.streuobst-wachtberg.de.

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