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Bonn: Anwohner fürchten wegen Telekom-Sendemast in Berkum um Gesundheit

Telekom betreibt neue Mobilfunkanlage : Anwohner fürchten wegen Sendemast in Berkum um ihre Gesundheit

Die Deutsche Telekom betreibt eine neue Mobilfunkanlage in Berkum. Die Anwohner fürchten wegen des Sendemastes um ihre Gesundheit.

Ärger über eine unliebsame Überraschung entlud sich dieser Tage in den sozialen Netzwerken. In kurzer Zeit, ohne Information für die Nachbarschaft, wurde in Berkum am Erlemaarweg Ecke Fraunhofer Straße ein mächtig wirkender Sendemast aufgestellt. Die Anwohner ärgern sich nicht nur über den Anblick des rund 20 Meter hohen Ungetüms, sondern haben auch Angst, dass sich die Anlage negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Sie fürchten zudem einen Wertverlust ihrer Grundstücke.

Bürger monieren das aus ihrer Sicht undurchsichtige Verfahren

Der Mast stehe fast in ihren Gärten, finden einige der Nachbarn, die sich dazu in einer Facebook-Gruppe äußern. Sie sorgen sich auch um die Gesundheit ihrer Kinder, die dort spielen. Ein anderer Nutzer kommentiert: Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise für die Schädlichkeit von 5G-Strahlung. Spekulationen gibt es auch um den Betreiber und über mögliche Gründe für Untergrundgeräusche, die an vergleichbaren Stellen aufgetreten waren.

Seitens der Gemeinde war zu erfahren, dass der Mast auf einem Privatgrundstück stehe und die Gemeinde lediglich bei der Prüfung der planungsrechtlichen Zulässigkeit beteiligt wurde. Laut Sitzungsvorlage ist dieser Bereich trotz nachbarschaftlicher Wohnbebauung als „Außenbereich“ deklariert. Im Planungs- und Umweltausschuss gab es Informationen und zudem laut Auskunft des ersten Beigeordneten Swen Christian ein Ja aller Ausschussmitglieder. Aus Sicht der Gemeinde begrüße man die Installation einer zeitgemäßen Telekommunikationsstruktur, so Christian.

Undurchsichtig sei das Verfahren, hatten einige Bürger moniert. Sie hatten vergeblich nach weiteren Informationen zum Betreiber oder der Bestimmung des Mastes gesucht. Nach Recherchen des GA ist der Betreiber des Mastes die Telekom. Die teilte auf Anfrage mit, dass der Mast voraussichtlich zum Ende des Jahres in Betrieb genommen werde. Anfangs solle 2G und 4G-Technik verbaut werden. Bis 5G dazu käme, sei es eine reine Zeitfrage, so ein Sprecher der Telekom. Neben der Telekom-Technik stünde der Standort auf Wunsch allen Funknetzbetreibern zur Mitnutzung zur Verfügung. Welche physikalische Leistung oder Strahlung der Mast abgeben wird, beantwortete die Telekom nicht. Stattdessen verwies sie auf verbesserte Home-Office- und Home-Schooling-Situationen.