Burg Adendorf in Wachtberg Lifestyle in knalligen Farben bei der Landpartie

Wachtberg-Adendorf · Tausende Besucher sind zum Auftakt der Landpartie an der Burg Adendorf gekommen. Im Trend sind neben dem Dauerbrenner Hüte vor allem Produkte in knalligen Farben. Feines Essen und schöne Weine sowieso.

 Zahlreiche Besucher flanieren vor der Burg und machen natürlich bei dieser tollen Dekoration ein paar Fotos.

Zahlreiche Besucher flanieren vor der Burg und machen natürlich bei dieser tollen Dekoration ein paar Fotos.

Foto: Richard Bongartz

Außergewöhnlich ist vielleicht das meistbenutzte Wort bei der Landpartie an der Burg Adendorf. Außergewöhnlich sind die Händler, ihre Produkte, das Ambiente, Speisen und Getränke. Das Wetter? Diesmal außergewöhnlich schön. Das alles hört man seit Donnerstagmorgen an allen Ecken und Enden im Park. Und wird es wohl auch noch bis zum Sonntag hören, denn so lange dauert die Lifestyle-Veranstaltung mit mehr als 180 Ausstellern, die auch in diesem Jahr wieder viele Tausende Besucher anzieht. Schon nach wenigen Stunden ist es proppenvoll.

Nicht so außergewöhnlich ist die Schlange, die beim Anfahren der vielen Parkplätze auf den Feldern rund um die Burg entsteht. „Wir haben eine halbe Stunde gebraucht“, sagt ein Besucher aus Poppelsdorf. Doch nachdem in der langen Reihe am Eingang weitaus schneller geht als gedacht, sind er und seine Familie wieder versöhnt.

Die Landpartie lockt ihre Besuche von nah und fern an. Nicht nur die Schönen und die Reichen. Was vielen gemeinsam ist, ist nach britischem Vorbild das Tragen eines Huts. Bei dem Sonnenwetter gar keine so schlechte Idee. „Da brauchen die Leute halt Schutz“, sagt Sandra Ullmann, Inhaberin La Modiste aus Bad Brückenau. Praktischerweise hat sie ihre Auslage direkt am Eingang aufgebaut, sodass sich alle, die noch keine Kopfbedeckung haben, bei ihr für den Rundgang eindecken können. „Man muss immer gut behütet sein“, sagt die Geschäftsfrau aus Unterfranken. Was liegt derzeit im Trend? Fascinator und Haarreifen, nicht nur für Hochzeiten. Für den Urlaub empfiehlt Ullmann den knautschbaren Papierhut, der sich dank Wachs nicht auflösen kann. Das Material ist ihm gar nicht anzusehen.

„Das ist immer schön hier“, sagt Monika Martin aus Alfter. Sie ist auf der Suche nach einem roten Hut, „der zu mir passt“. Groß soll er sein. Mit ihr gekommen ist Margret Gärthe: „Wir haben den ganzen Tag Zeit und verbringen ihn nachher mit einem Gläschen Wein, leckerem Essen und kaufen auch was Schönes“, sagt sie.

Ein paar Meter weiter beim Meckenheimer Sängerhof ist schon zu erkennen, dass der Sommer und vor allen Dingen der Garten sehr farbenfroh werden, mit Orange, Rosa und Gelbtönen. „Die werden mit Naturtönen kombiniert“, sagt Mitarbeiter Herbert Monschau. Das Betrieb bietet neben Möbeln für drinnen und draußen natürlich auch wie viele anderen Pflanzen an.

Probieren schicke Hüte an: Margret Gärthe (l.) und Monika Martin aus Alfter.

Probieren schicke Hüte an: Margret Gärthe (l.) und Monika Martin aus Alfter.

Foto: Richard Bongartz

„Bitte lächeln“ heißt es bei Fotoboxen des Bonner Beethovenfestes und der Sparkasse, wo man sich – sollte nach einer größeren Anschaffung das Geld ausgehen – schnell neues ziehen kann.

Grazyna Danne hat den Tag mit einem Spaziergang von Adendorf bis zur Burg begonnen. „Wir sind schon seit 15 Jahren hier“, sagt sie voller Freude auf den Himmelfahrtstag. „Ich finde es schön, Sachen zu sehen, die man in Bonn und Umgebung nicht bekommen kann.“

Frank Müller von Jardeco zeigt bei seinem Wachtberger Heimspiel einen ganz besonderen Gartentisch. Denn wenn man die Platte abnimmt, kommt ein Billardtisch zum Vorschein. Sein Sohn probiert ihn direkt einmal aus.

Wachtberg: Fotos von der Landpartie auf Burg Adendorf
56 Bilder

Die schönsten Impressionen von der Adendorfer Landpartie

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Lakritz und Paprikagelee

Nicht auf dem Silbergeschirr von gegenüber, aber mit einer silbernen Zange verteilt Remmelt S. Smid aus Groningen sein Lakritz, dessen Herstellung bis ins Jahr 1842 zurückreicht. Er empfiehlt, seine Süßwaren zu lutschen und nicht zu kauen. Besonders stolz ist er, dass er vor einem Monat in Paris verkaufen durften, und zwar in der bekannten La Grande Épicerie de Paris. Vom Salzigen geht es dann zum Pikanten: Der Stand nebenan bietet Paprikakräcker mit Frischkäse und Paprikagelee an. Mag sich erst einmal seltsam anhören, schmeckt aber lecker.

 Die Modefarben in diesem Sommer sind besonders knallig.

Die Modefarben in diesem Sommer sind besonders knallig.

Foto: Richard Bongartz

Auch die Männer haben ihren Spaß, selbst wenn sie wie Rainer Höller vor einem Stand auf ihre Frau warten müssen. „Wir kommen jedes Jahr hierher, das ist schon toll“, sagt er und lobt die Vielfalt. „Es ist für jeden etwas dabei.“

Wiederholungstäterin ist auch Barbara Hänsel, mittlerweile zum 16. Mal in Adendorf. Sie kommt gerne hierhin und ihre handgefertigten Figuren aus Holzpaste auch. „Die bleiben auch immer gerne hier“, sagt sie und meint damit, dass sie gerne gekauft werden. Für eine 50 Zentimeter große Puppe benötigt sie etwa vier Wochen.

Bei all den Ständen muss man auch mal ausruhen.

Bei all den Ständen muss man auch mal ausruhen.

Foto: Richard Bongartz

Etwas andere Kunstwerke schafft Bildhauer Hans Bernhard Vielstädte aus Herzebrock. Basaltsäulen lässt er oben in Häuser enden. „Sie haben einen mediterranen, morbiden Charme“, sagt er zu seinen Werken, die ein wenig an Dörfer in der Toskana erinnern. Er möchte, dass Sie die Fantasie anregen. Bei den jüngsten Betrachtern hat Vielstädte beobachtet, dass Mädchen immer die Stufen an den Steinsäulen zählen, ganz genau. Jungen täten das nicht, es sei ihnen egal.

Von Kopf bis Fuß in Orange und Pink

Und da sind Sie dann wieder, die knalligen Farben. Diesmal bei Out of City aus Oldenburg. „Das ist ein Must-have“, sagt eine Mitarbeiterin und verweist auch auf Orange und Pink. Ob die T-Shirts oder Kleider, „das geht alles vom Kopf bis Fuß und lässt sich wunderbar miteinander kombinieren“.

Feines für den Gaumen gehört natürlich auch dazu. Und das kommt nicht nur von Sternekoch Hans Stefan Steinheuer aus Heppingen, der bei der Landpartie Kalbstafelspitzscheiben, Schweinebäckchen und Lachsfilet serviert. Spargel ist vielerorts der Renner, ein leckerer Wein sowieso.

Die DIck-Madame-Figuren von Barbara Hänsel finden viele Bewunderer und Abnehmer.

Die DIck-Madame-Figuren von Barbara Hänsel finden viele Bewunderer und Abnehmer.

Foto: Richard Bongartz

Eine Frau sagt beim Schlendern einem Anrufer, wo sie ist: „Landpartie nennt sich das. Da ist alles Mögliche...“ Ein Mann mit Aperol Spritz schränkt es angesichts des Eintrittspreises ein wenig ein: Na gut, 15 Euro ist auch Geld. Aber hier sieht man auch was Außergewöhnliches.“ Da ist wieder dieses Wort, das noch bis Sonntag alle beschäftigt.

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