Coaching : Das Pferd als Coach

Unter dem Motto „Abenteuer Potenziale“ setzen sich Teilnehmer eines Workshops in Wachtberg-Villip mit ihren Stärken und Schwächen auseinander. Cotrainer sind zwei Islandpferde.

Als „Spiegel menschlichen Verhaltens“ bezeichnet Dörte Moll die Pferde, mit denen sie arbeitet. Die Gründerin der Akademie „Führungsvisionen“ bietet mit ihrer Kollegin Nicole Gräwe und regelmäßig Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung an – immer dabei sind die Islandpferde Lokkadis und Aura, die auch diesmal in Villip Co-Trainer waren.

Das Angebot richtet sich sowohl an Einzelpersonen als auch an Familien, Unternehmen und Organisationen. Unter dem Motto „Abenteuer Potenziale“ setzten sich die Teilnehmer vergangenen Samstag mit ihren Stärken und Schwächen auseinander. Moll ist gelernte Architektin und reitet seit vielen Jahren. Sie erlebte immer wieder, dass sich ihre innere Verfassung im Verhalten des Pferdes abzeichnete. Nervosität und Stress übertrugen sich ebenso schnell auf das Tier wie Ruhe und Ausgeglichenheit. Aufgrund dieser Beobachtung informierte sie sich über das Thema, ließ sich zur systemischen Beraterin ausbilden und gründete schließlich die Akademie. „Das Lernen über eigene Erfahrung ist häufig effektiver als das Lernen durch einen Vortrag“, sagte Moll.

Elke Fuchs nahm bereits zum dritten Mal an dem Workshop teil. Sie beschäftigte sich während der Einheiten sowohl mit privaten als auch mit beruflichen Themen. „Ich bekomme jetzt schon Resonanz aus meinem Umfeld, dass ich mich verändert habe“, erzählte sie. Erstmals kam auch ihr Ehemann Uwe Fuchs mit: „Mir geht es hauptsächlich darum, meine Wahrnehmung zu schulen und aufmerksamer zu werden.“ Wibke Deutsch war ebenfalls zum ersten Mal dabei. Sie arbeitet als Personalentwicklerin und wollte neben persönlichen Interessen herausfinden, ob das Persönlichkeits- und Personaltraining auch für Mitarbeiter ihres Vereins geeignet ist.

Bevor die Arbeit mit den Pferden beginnen konnte, musste jeder einen Bogen mit Fragen ausfüllen. Fragen wie „Kennen Sie Ihre zahlreichen Fähigkeiten und Talente?“ und „Welchen Platz nehmen Sie aktuell in Ihrem sozialen Umfeld ein?“ sollten die Teilnehmer auf die Übung vorbereiten und einen Bezug vom Training zum Alltag herstellen.

Neuling Uwe Fuchs machte den Anfang. Seine Aufgabe war es, zu der grasenden Stute zu gehen, sie an den Strick zu nehmen und mit ihr über die Koppel zu gehen. Die anderen sahen dabei zu und notierten ihre Beobachtungen. Nach einigen anfänglichen Unsicherheiten im Umgang mit dem Tier gelang es Uwe Fuchs, Lokkadis in einer großen Runde um die Koppel zu führen. In einem zweiten Durchgang schaffte er sogar einen kleinen Parcours. „Ich bin ein bisschen stolz auf mich“, sagte Fuchs, während er Lokkadis streichelte.

Seine Frau bekam eine andere Aufgabe. Schon nach dem ersten Workshop war sie sich sicher, dass die Übungen mit dem Pferd ihr helfen. „Seit ich das mache geht es mir psychisch sehr viel besser. Am liebsten würde ich jeden Tag kommen“, schwärmte sie. Die Stille auf der Koppel und der Kontakt zum Tier seien besonders beruhigend. Diesmal musste sie das Pferd ohne es zu berühren in eine Ecke führen. Als es ihr nach einigen Versuchen gelang, war sie wieder einmal ein Stück selbstbewusster und bereit für neue Herausforderungen.

Interessierte können sich auf www.fuehrungsvisionen.de oder unter 02 28/96 10 18 80 informieren.