Engagement für Oberbachem Der Vater des Wachtberger Rheinhöhenfriedhofs

Wachtberg. · Herbert Menke war Mitglied des ersten Wachtberger Gemeinderates und ist der letzte, der noch im Drachenfelser Ländchen lebt. An diesem Mittwoch feiert der Oberbachemer seinen 90. Geburtstag.

Wachtberger Kommunalpolitiker der ersten Stunde: Herbert Menke war nach der kommunalen Neuordnung Mitglied des ersten Gemeinderates.

Wachtberger Kommunalpolitiker der ersten Stunde: Herbert Menke war nach der kommunalen Neuordnung Mitglied des ersten Gemeinderates.

Foto: Axel Vogel

Wenn jemand die Politik in der Gemeinde Wachtberg mehr als gut kennt, dann ist es Herbert Menke. Der Oberbachemer war nach der kommunalen Neuordnung 1969 als parteiloser Kandidat bei der konstituierenden Sitzung des ersten Wachtberger Gemeinderates dabei. Er ist das vorletzte Mitglied dieses Gremiums, das noch lebt; das letzte, das weiterhin in Wachtberg wohnt. Sein Mitstreiter aus dieser Zeit, Wolf Preuß, lebt laut Gemeinde mittlerweile in der Nähe von Potsdam. Er ist kürzlich 90 Jahre alt geworden, Menke wird ihm an diesem Mittwoch folgen.

Es war 1964, als Menke mit seiner Familie, drei Kinder inklusive, von Friesdorf nach Oberbachem zog. Damals, so erinnert er sich, „stellte ich sehr schnell fest, dass in der Jugendarbeit nichts passierte“. Er wollte die „jungen Leute“ zusammenbringen, organisierte eine Tischtennisplatte und unternahm etliches. Auch in der Schule lag einiges im Argen. Zwar habe es in Oberbachem eine Dorfschule gegeben, „aber alles war sehr unorganisiert. Die Kinder mussten mal hierhin und mal dorthin.“ Hierhin und dorthin, das waren zum Beispiel Ließem oder Gimmersdorf.

Auch in diesem Punkt setze er sich ein. Und weil er so engagiert war, wurden im Dorf die Stimmen lauter, dass Menke bei der Wahl Ende der 1960er Jahre kandidieren sollte. „Die CDU hatte ihren Kandidaten schon aufgestellt, der kam aus Niederbachem. Die Oberbachemer waren nicht gefragt worden. Das war ein bisschen leichtsinnig“, erinnert sich Menke, der nach der Wahl zwar Mitglied in der CDU-Fraktion wurde, allerdings an seiner Parteilosigkeit festhielt. Erst weit nach seiner aktiven Zeit trat er in die Union ein.

Im beginnenden Wahlkampf dann kristallisierte sich schnell eine Gruppe heraus, die Menke als parteilosen Kandidaten unterstützte und ihn quasi in den Rat trug. Obwohl er vorher keine Ämter innehatte. Sie seien einfach der Überzeugung gewesen, „dass ich sie im Rat vertreten soll“, so Menke. Mit Erfolg. „Es ist dann ganz gut gelaufen“, sagt der Jubilar bescheiden. Denn „ganz gut gelaufen“ war gleichbedeutend mit einem überwältigenden Ergebnis. Nur der Fritzdorfer Kandidat, der für das „CDU-Dorf“ antrat, holte mehr Stimmen.

Eine Wahlperiode prägte der parteilose Kommunalpolitiker vor allem die Geschicke in „seinem“ Oberbachem – als Ratsmitglied, als Vorsitzender des neu gegründeten Ortsausschusses, und als Kopf des damaligen Friedhofsausschusses. Um nur einige Felder zu benennen.

Er war es, der maßgeblich dazu beitrug, dass es den Rheinhöhenfriedhof gibt. Am alten Ort nämlich war es zu eng geworden, das Grundstück, das zur Erweiterung des alten Friedhofs dienen sollte, war bebaut worden, erinnert sich der gebürtige Sauerländer. „So mussten wir etwas anderes finden.“ Ein Areal, das zunächst ins Auge gefasst wurde, war es dann doch nicht. „Das wurde mir zunehmend bewusst.“ Also schlug er als Alternative das Grundstück vor, auf dem sich heute der Rheinhöhenfriedhof befindet – quasi Menkes erstes politisches Kind.

Ein weiteres Projekt war die Grube Laura. Schon im Vorstand des Reitvereins engagiert, teilte er die Sorge vieler Mitglieder, dass die Gemeinde den Sport nach der Neuordnung nicht weiter fördern würde. „Dafür habe ich mich eingesetzt.“ Viele Verhandlungen habe es gegeben, an deren Ende der Fortbestand der Reitanlage gesichert war. Auch für den Ausbau der Wirtschaftswege setze er sich mit Erfolg ein. Deren Zustand nämlich sei „schrecklich“ gewesen.

Nach einer Wahlperiode war Schluss

Nach einer Wahlperiode war Schluss. Der Grund: die Familie. „Die Kinder pubertierten so vor sich hin. Es war ziemlich turbulent.“ Die Unterstützung zu Hause sei ihm dann das Wichtigere gewesen. Ganz konnte er aber nicht vom Ehrenamt lassen. Menke wurde unter anderem Schiedsmann.

Ob er heute noch einmal in den Rat gehen würde? Menke überlegt. „Ich denke schon“, sagt er. Dann würde er sich weiterhin für „sein“ Oberbachem einsetzen, für das er einen Wunsch hat: Es soll „seine herrliche Lage und seinen Charakter behalten und nicht zugepflastert werden“.