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Der Wachtberger Drache bleibt weiter namenlos

Kulturausschuss will Wettbewerb : Wachtberger Drache weiter namenlos

Eigentlich sollten die Mitglieder des Kulturausschusses der Drachenskulptur in Berkum zu einem Namen verhelfen. Der Vorschlag des Vereins Kukiwa, „Godart von Wachtberg“, fällt zwar nicht durch, aber die Mitglieder wünschen sich, dass auch der Künstler und die Schüler von damals beteiligt werden.

Seit eineinhalb Jahren thront der Drache auf dem großen Kreisel in Berkum. Das viereinhalb Meter große Wachtberger Wappentier erntet nicht nur viele positive Blicke - in den sozialen Medien würdigen Hobbyfotografen die Metallkunst regelmäßig. Zeit also für einen Namen, dachte sich der Ideengeber Kukiwa. Der Förderverein für Kunst und Kultur in Wachtberg hatte den Drachen mit dem Pecher Künstler Willi Reiche und der Hans-Dietrich-Genscher-Schule zum 50. Gemeindegeburtstag realisiert.

Am Mittwochabend stand das Ergebnis der Namensfindung des Vereins als Beschlussvorschlag auf der Tagesordnung des Kulturausschusses. Doch etwas unerwartet gab es kein Votum für „Godart von Wachtberg“. „Wir haben das in der Fraktion diskutiert und würden gerne andere Gruppen einbeziehen, nämlich den Künstler und die Schüler“, sagte Gisela Moog (Grüne). Mehr Bürgerbeteiligung wünschte sich auch Roswitha Jahn (UWG). „Und, der Name ist zwar schön, aber es kommt keiner drauf, der die Geschichte nicht kennt“, meinte sie.

Der Name soll an den ersten Ritter auf Burg Drachenfels erinnern

Der Drache soll symbolisch für den Ritter Godart de Drachenvels stehen, der um 1167 als Verwalter der gerade fertiggestellten Burg auf dem Drachenfels eingesetzt wurde. Somit könne er, als erster seiner „Art“, als Namensgeber des Drachenfelser Ländchens angesehen werden, hatte der Förderverein seine Wahl begründet. Jutta von der Gönna (Unser Wachtberg) konnte sich vorstellen, alle Schulen und Kitas in der Gemeinde einzubeziehen: „Ein Wettbewerb wäre toll.“ Allerdings gab Oliver Henkel (Grüne) zu bedenken, dass so schnell 40 Vorschläge zusammenkämen; weshalb es besser sei, nur die direkt Beteiligten einzubinden.

Die FDP, die mit dem Beschlussvorschlag eigentlich konform gegangen war, änderte ihre Einstellung in der Sitzung. „Das sind alles vernünftige Einwände“, meinte Jürgen Meinberg. Die CDU hingegen zeigte sich in Form von Udo Hausmanns skeptisch angesichts eines Wettbewerbs. Der gefundene Name sei gut durchdacht und ein Alleinstellungsmerkmal. „Dann hoffen wir mal, dass etwas Vernünftiges dabei herauskommt“, so Hausmanns.

Die Grünen wollen die Akzeptanz der Wachtberger

Henkel begründete noch einmal den Ansatz des Grünen-Vorschlags: „Wenn es uns gelingt, die Wachtberger zu beteiligen, hat das eine ganz andere Legitimation, als wenn wir hier etwas beschließen.“ Diesem Gedanken schlossen sich alle auch ohne Abstimmung an, wie Ausschuss-Vorsitzender Stephan Zieger feststellte.

Wenig überrascht reagierte tags darauf Kukiwa-Vorsitzender Alfred Schneider. Er habe das schon als sensibles Thema eingeschätzt, sagte Schneider auf GA-Anfrage. So habe er sich auch gefreut, dass es im Ausschuss und nicht im stillen Kämmerlein beschlossen werden sollte. „Allerdings finden wir auch, dass unsere Begründung für Godart eine runde Sache ist“, meinte Schneider. Denn es gehe nicht darum, für die Skulptur einen Kunstbegriff zu erschaffen. „Das würde der Sache nicht gerecht. Wir haben ja etwas mit historischem Bezug gewählt, sonst hätten wir auch eine Mickey Mouse aufstellen können“, betonte der Vorsitzende.

Der Künstler verzichtet auf einen Namensvorschlag

Ähnlich beurteilt der „Drachenvater“ die Sache. „Der Name Godart ist gut belegt und neigt nicht zur Verniedlichung“, sagte Reiche, der sich dem Bau von Kunstmaschinen verschrieben hat. Er jedenfalls favorisiere den Vorschlag und werde keinen eigenen einbringen, kündigte er an.

Als „nette Geste und angemessen“ wertete HDG-Schulleiter Hendrik Heimbach den Vorstoß, alle drei beteiligten Vorschläge einbringen zu lassen. Schließlich seien die mittlerweile ehemaligen Schüler mit Herzblut bei der Sache gewesen. „Ich warte dann mal, bis sich jemand von der Gemeinde bei mir meldet“, so Heimbach. Auf seine Taufe muss der Drache also noch etwas warten, namenlos zwar, aber imposant.