Kellertheater in Pech Die Bühne im „Chateau“ wird wieder bespielt

Pech · Nach langer Corona-Pause und einem schweren Schicksalsschlag macht Gundula Schröder einen Neuanfang mit dem Kellertheater „Chateau Pech“. Zum Comeback gibt es ab 5. August ein unterhaltsames Zwei-Frauen-Stück.

 Sie sind wieder da: Gundula Schroeder (r.) und Ursula Rocke teilen sich erneut die Bühne im Kellertheater in Pech. Archivfoto: Stefan Knopp

Sie sind wieder da: Gundula Schroeder (r.) und Ursula Rocke teilen sich erneut die Bühne im Kellertheater in Pech. Archivfoto: Stefan Knopp

Foto: Stefan Knopp

„Wir sind wieder da!“ – Dieses lautstarke Lebenszeichen, in diesem Fall gut lesbar hinterlegt auf der Internetseite des Kellertheaters „Chateau Pech“, dürfte Kulturbegeisterte im Raum Wachtberg in Vorfreude versetzen. Am 5. August kehrt eine Institution der freien Bühnenszene zurück: Mit der Premiere des Stücks „Eine Frau braucht einen Plan“ feiern Gundula Schroeder und ihr Team den Neustart nach langer Corona-Pause und einem harten Schicksalsschlag.

Fast scheint es, als sei der Titel bewusst gewählt, um das 1998 gegründete und über Jahre beliebte Kellertheater wieder aufleben zu lassen. „Nach dem Tod meines Mannes im vergangenen Jahr war ich lange nicht der Meinung, dass wir es noch einmal versuchen“, sagt Schroeder. Gemeinsam mit Traugott Scholz hatte sie die Bühne von vorn bis hinten erdacht und betrieben. „Er liebte das Theater so sehr. Irgendwann bin ich zu der Einsicht gekommen, dass ein Neustart in seinem Sinne wäre.“ Nach Unterstützung musste die Macherin nicht lange suchen: „Unsere Gemeinschaft ist stark, alle sind wieder dabei.“ Eine große Umstellung werde es dennoch: „Er fehlt, aber wir werden es auch für ihn gut hinbekommen.“

Einen unterhaltsamen Akzent setzen

Seit einigen Wochen laufen die Proben für das neue Stück – bewusst ein leichterer Stoff, betont Schroeder. „In diesen anstrengenden und fordernden Zeiten möchten wir einen unterhaltsamen Akzent setzen. Wobei wir in Zukunft auch wieder schwerere Stoffe spielen wollen, wie früher auch schon.“ Knapp 35 Inszenierungen sind bislang im Archiv des Theaters verzeichnet. 1970 war das Paar mit den Töchtern nach Pech gezogen, erst mit dem beruflichen Ruhestand setzten die beiden dann den Traum von der eigenen Spielstätte um.

Mit viel Hingabe wurde in der Folge der Keller ausgebaut und in eine Bühne samt Infrastruktur mit 45 Plätzen verwandelt. Aufgrund der Corona-Situation sollen aber zunächst nur 20 Plätze bei den kommenden Aufführungen besetzt sein. „Wir möchten den Mittelweg aus Theatergenuss und Sicherheit hinbekommen“, sagt Schroeder. Zum Comeback wird es ein Zwei-Frauen-Stück gegeben. Neben der Hausherrin steht Ursula Rocke auf der Bühne, die dem Theater nicht nur als Akteurin seit Langem nahesteht, unter anderem verwaltet sie derzeit den Kartenvorverkauf.

Aufmunterndes aus der treuen Anhängerschaft

Amanda und Elena sind die Protagonistinnen in „Eine Frau braucht einen Plan“. Die langjährigen Freundinnen haben eine Menge gemeinsam erlebt. Plötzlich ist aber alles anders. Elena, die – im Gegensatz zu ihrer überkorrekten und ordentlichen Freundin eher das Chaos pflegt, hat plötzlich aufgeräumt. Amanda merkt sofort, dass etwas nicht stimmt. Aber was? „Mal witzig, mal ernst, mal spannend bis aufregend – immer unterhaltsam und voller überraschender Wendungen“, verspricht die Ankündigung.

Zum Entschluss, noch einmal an den Start zu gehen, hätten auch die aufmunternden Rückmeldungen aus der treuen Anhängerschaft beigetragen, sagt Schroeder: „Es tut gut, wenn man etwas geschaffen hat, was den Leuten Freude bereitet.“ Nach der Premiere am 5. August ist „Eine Frau braucht einen Plan“ an zwölf weiteren Terminen im August und September zu sehen.

Informationen und Reservierung auf www.chateau-pech.de