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Gastronomie in Wachtberg: Drachenfelser Brauzeugen schließen Biergarten im Henseler Hof

Gastronomie in Wachtberg : Drachenfelser Brauzeugen schließen Biergarten im Henseler Hof

Die Drachenfelser Brauzeugen schließen den Biergarten im Henseler Hof in Niederbachem. Die Gemeinde Wachtberg bestätigt, dass der Pachtvertrag gekündigt wurde.

Vor etwas mehr als einem Jahr, im Juni 2021, hatten die Macher der Drachenfelser Brauzeugen um Gastronom Antonio Sanfeliu ihre neue Gaststätte im Henseler Hof eröffnet – open-air auf dem Vorplatz. Der Clou der Gaststätte: Sanfeliu schenkte von ihm und Freunden unter dem Namen Drachenfelser Brauzeugen selbst entwickelte und gebraute Biersorten aus. Doch nach nur etwas mehr als zwölf Monaten wird der Gastronom nach GA-Informationen bereits wieder seinen Betrieb schließen – und zwar dauerhaft. Wegen der laufenden Sanierungsarbeiten im Henseler Hof (der GA berichtete) ist der Betrieb ohnehin schon geschlossen.

Von den Verantwortlichen der Brauzeugen war am Freitag niemand telefonisch zu erreichen. Wie die bei der Gemeinde für die Angelegenheit zuständige Kämmerin Renate Pflaumann aber auf Anfrage bestätigte, wurde der Pachtvertrag in der Tat zum 30. September gekündigt. Und zwar ohne Begründung, so Pflaumann weiter. Für die Gemeinde sei das Ganze trotzdem „nicht überraschend“ gekommen.

„Für den Ort ist das ein großer Schlag“ kommentierte am Freitag Leo Kreuz, Vorsitzender des Niederbachemer Ortsausschusses: „Und das, obwohl die Gemeinde den Pächtern so entgegengekommen ist.“ Auch von anderen Kennern des Ortslebens war zu hören, dass sich die Gemeinde etwa in Sachen Pacht und Raumnutzung „sehr großzügig“ verhalten habe. Vor allem mit Blick auf die ohnehin in Niederbachem nicht mehr üppig ausgestattete gastronomische Szene wiege die Schließung der Brauzeugen schwer, so Kreuz weiter. Nachdem, wie bereits berichtet, Ende Juni das Hotel Dahl seine Pforten für immer geschlossen hatte, weil sich die Bebtreiberfamilie zur Ruhe setzen wollte, blieb als einziges Angebot vor Ort nur noch die Gaststätte „Grüne Gans“ bestehen.

Über die Gründe für die Schließung lässt sich bislang nur spekulieren. Aber Niederbachemer Bürger monierten in der Vergangenheit immer wieder, dass das Angebot der Brauzeugen zwar durchaus ansprechend, aber die Öffnungszeiten höchst unregelmäßig und oft nur eingeschränkt gewesen seien. Auch für Kreuz, den Vorsitzenden des Ortaussschusses, kommt die Schließung daher nicht ganz überraschend: „Die Idee mit dem selbstgebrauten Bier war gar nicht schlecht. Aber was nach meinem Dafürhalten fehlte, war ein ordentliches Konzept.“ Er will das vor allem mit Blick auf die oft eingeschränkten Offnungszeiten verstanden wissen, teilweise sei der Betrieb nur an drei Tagen in der Woche nachmittags offen gewesen. Das würde er sich bei einem neuen Betreiber, der seiner Ansicht nach auf jeden Fall wieder in den Henseler Hof kommen soll, anders wünschen. Kreuz ist sich aber auch der Tatsache bewusst, dass die Herausforderungen für einen potenziellen Interessenten groß wären: „Das traditionelle Stammkneipen-Konzept ist so ja nicht mehr tragfähig.“

Zur Frage, ob und wie es nun mit einem Nachfolge-Unternehmen für die Brauzeugen im Henseler Hof weiter gehen könnte, sagte Kämmerin Pflaummann: „Das weitere Vorgehen beziehungsweise ein neues Auswahlverfahren wird im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden.“ Kreuz will das Ganze im Herbst auf die Tagesordnung des Ortsausschusses setzen lassen: „Dann werden wir ohnehin über den Umbau beziehungsweise die laufende Sanierung des Henseler Hofes beraten.“ Wegen der laufenden Sanierungsarbeiten im Henseler Hof dürfte der Einzug eines neuen Lokalbetreibers ohnhin erst im kommenden Jahr akut werden.